Kultur
Amerikanisierung der Spendenkultur
Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 23.12.2010 142 Kommentare
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Roger Federers Spenden-Aktion «Match for Africa» bewegte die Schweiz. Nicht nur sportlich – auch die Frage nach Sinn und Unsinn der spektakulären Aufmachung des Events beschäftigte die Menschen. Diente das Spektakel ausschliesslich einem guten Zweck? Oder vielmehr einem verkappten Sponsoring-Anlass? Die gespaltene Volksseele ist auch im Medienecho vernehmbar. Während der «Blick» Afrika als «Gewinner» feiert, stellt die NZZ «einen schalen Beigeschmack der vorweihnächtlich verpackten Eigenwerbung» fest.
Grund für die Aufregung ist auch die sich verändernde Spendenkultur, die auch hierzulande zunehmend eine amerikanische Prägung annimmt: Prominente euphorisieren das Volk zu heroischen Spendetaten. Das konnte man kürzlich auch bei «Jeder Rappen zählt» beobachten (eine Spenden-Aktion, deren Kostenrechnung vom Veranstalter SRG übrigens auch nicht offengelegt wurde).
Die Rolle der Roger Federer Foundation
Im Fall vom «Match for Africa» hat sich auch die Zewo zu Wort gemeldet. Die Stiftung für sammelnde Organisationen wünscht sich von öffentlichen Spende-Anlässen wie dem «Match for Africa» mehr Transparenz. Nicht nur die Spendeneinnahmen, auch die Kosten für die Organisation des Anlasses und die Einnahmen von Sponsoren sollten offengelegt werden (siehe Artikel von gestern). Diese Kritik weist die Roger Federer Foundation heute gegenüber baz.ch/Newsnet zurück. Als Förderstiftung habe man lediglich die Spende entgegengenommen. Denn nicht die Stiftung sei beim «Match for Africa»Veranstalter gewesen, sondern die Sportvermarktungsfirma IMG. Der Aufwand für den Anlass sei für die Roger Federer Foundation demnach null gewesen.
Die IMG legt die genauen Zahlen des Abends nicht offen. Wie IMG-Marketingmanager Christoph Arnold sagt, sei das Ziel des Wohltätigkeits-Matches gewesen, einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen, der als Spende an die RF Foundation weitergegeben wurde: «Dabei ist notwendig, dass Sponsoren sich finanziell engagieren, damit eine Veranstaltung wie in dieser Dimension überhaupt möglich ist.» Inwiefern durch den Event der Markenwert der Sponsoren stieg, ist freilich eine genauso knifflige Frage wie jene, ob in diesem Fall der Zweck die Mittel heiligt.
Was denken Sie über den «Match for Africa»? Meinungen bitte unten eintragen. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.12.2010, 14:07 Uhr
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142 Kommentare
@ D.Heinemann & U.Heinimann: was gibt es am AMG Mercedes rumzumäkeln rsp. Augen zuzudrücken? Für mich klingt das äusserst bünzlischweizerisch. Leute mit Geld fahren mit Recht teure Autos, da ist Roger keine Ausnahme. Seien wir ehrlich, mit dem Bankkonto würden die meisten sowas fahren. Zudem ist es sehr wohl authentisch. Es wäre geheuchelt, wenn Federer mit einem Mittelklasse-PW vorfgefahren wär. Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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