Kultur
Die Angst vor den Wolken
Von Miriam Glass. Aktualisiert am 21.04.2010
Wolken sind unberechenbar. Scheren sich nicht um Grenzen, verändern ihre Gestalt im Wind, nehmen uns die Sicht. Manche Wolken bewegen uns nur zum Hervorkramen des Regenschirms. Andere bringen uns zum Reden oder zum Husten, wieder andere bedeuten unseren Tod.
Viel geredet haben wir in den letzten Tagen nicht nur über die Aschewolke eines isländischen Vulkans. Sondern auch über die Rauchwolken, die es in unseren Restaurants und Bars nicht mehr geben darf. Die Wolke wird auch sonst verbannt, gefürchtet, weggewünscht. Spätestens seit Heuschrecken in der biblischen Heuschreckenplage im Alten Testament den Himmel wie eine Wolke verdunkelten, bedeutet eine Wolke auch: Achtung, Gefahr. So bei Hitchcocks Vogelwolken in «The Birds», bei der kosmischen Wolke in «Star Trek», bei virenverseuchten Datenwolken oder Petarden-Rauchwolken in Fussballstadien.
Aber, und das ist konsequent, Reden von Politikern bleiben wolkig, wenn es um die tödlichste Wolke überhaupt geht: den Atompilz. Und auch eine andere, schädliche, grenzüberschreitende Wolke wird vor allem mit heisser Luft und grossen Reden bekämpft: der Smog. Nur in China, da steht die Wolke als Symbol für Glück und Frieden. Und als Symbol für den Westen. Dem eben bloss weisse Schönwetterwölkchen gefallen, die anzeigen, wie gut es uns doch geht. Sobald eine Wolke dunkel wird, sehen wir nur noch schwarz. (Basler Zeitung)
Erstellt: 21.04.2010, 13:45 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.









