Kultur

«Internet hätte vielleicht Hitler stoppen können»

Aktualisiert am 07.12.2008

Die blitzschnelle Verbreitung von Informationen über das Internet kann nach Ansicht des französischen Literaturnobelpreisträgers Jean-Marie Le-Clezio helfen, Konflikte zu verhindern.

Lob auf das Internet: Schriftsteller Jean-Marie Le-Clezio.

Lob auf das Internet: Schriftsteller Jean-Marie Le-Clezio. (Bild: Keystone)

In seinem Nobelpreis-Vortrag in der Schwedischen Akademie sagte der 68-jährige Schriftsteller Jean-Marie Le-Clezio, dass eine Informationstechnologie wie das Internet vielleicht den Zweiten Weltkrieg hätte verhindern können. «Wer weiss, wenn es das Internet damals gegeben hätte, vielleicht wäre Hitlers krimineller Plan nicht aufgegangen - Lächerlichkeit hätte vielleicht verhindert, dass er jemals ans Tageslicht gekommen wäre.»

Le-Clezio beklagte, dass der Zugang zu Computern in vielen Teilen der Dritten Welt ebenso ein Luxus sei wie der zu Büchern. Analphabetismus und Hunger auszumerzen seien die «zwei grossen Aufgaben» der Menschheit: «Bildung und der Kampf gegen den Hunger sind miteinander verbunden, in einer engen Wechselbeziehung», sagte Le-Clezio. «Man kann nicht bei dem einen ohne das andere Erfolg haben.»

Preisverleihung am Mittwoch

Das Nobelpreiskomitee hat Le-Clezio für «dichterische Abenteuer und sinnliche Ekstase» in Büchern wie «Terra Amata» und «Wüste» gewürdigt. Geboren in Frankreich hat er einen britischen Vater und die doppelte Staatsbürgerschaft von Mauritius, wo seine Familie Wurzeln hat. Er verbringt viel Zeit in Albuquerque im US-Staat New Mexico. Von allen Büchern hätten Reiseberichte die grösste Wirkung auf ihn gehabt, sagte Le-Clezio, der am kommenden Mittwoch vom schwedischen König Carl XVI. Gustav den Literaturnobelpreis erhält. (vin/ap)

Erstellt: 07.12.2008, 21:03 Uhr


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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.