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«Overchicked» und «smexy» – so redet die Jugend
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Die Duden-Redaktion und das Hamburger Trendbüro haben daraus Begriffe für ihr «Neues Wörterbuch der Szenesprachen» ausgesucht. Ab Herbst können Leser damit ihren «Denkmuskel» «beschlauen». Auch online ist die Lektüre voll «porno» (interessant, geil, fett).
Im Jahr 2000 gab es einen ersten Szenesprachen-Duden. Das ist ewig her, wenn man in Kategorien von «in» und «out» denkt. Das Werk war ein echter «Pageturner» (ein spannendes Buch).
Und auch wenn sich der damalige Bestseller gar nicht so «wack» (Hip-Hop-Deutsch: schlecht) liest: Eine Neuausgabe ist überfällig. Seit der Jahrtausendwende hat sich schliesslich viel getan.
Unter den Vorschlägen für die 2009er-Ausgabe finden sich Wörter, die vor neun Jahren noch gar nicht möglich waren. Beispiele: «Blogorhö» (durchfallartige Geschwätzigkeit im Internet - wie Diarrhö; neuerdings auch: «Twitterhö») oder «Castingopfer» (Menschen, die zum «Fremdschämen» schlecht singen).
Viele neue Tech-Begriffe
Auch ohne Zusatz hat das Wort «Opfer» eine erstaunliche Karriere gemacht. Teenager-Dialog in einer deutschen Grossstadt: «Gehst Du heute Training?» - «Nein, ich schaff's nicht.» - «Du bist ja opfer.» Das Wort bedeutet so viel wie «mies», wird also nicht mehr nur als Substantiv, sondern auch als eine Art Adjektiv verwendet.
«In unserem Buch geht es nicht nur um Jugendsprache. Wir wollen Wortschöpfungen aus vielen verschiedenen Bereichen und Communitys abbilden», betont der Soziologe und Redaktionsleiter beim Trendbüro, Dirk Bathen.
In den letzten Jahren seien vor allem viele technische Begriffe neu entstanden: Beispielsweise «Youtuben», «Twittern», «Egogoogeln» (Suche nach sich selbst im Internet) oder aber «Cyberstalking» (Recherche über andere Personen im Internet).
Was heisst wohl «Biobreak»?
Ausserdem im Trend laut Bathen: sogenannte Kofferwörter, zusammengezogene Begriffe wie etwa «Smirting» (das Flirten unter Rauchern), «smexy» («smart» und «sexy») oder das schon oft verwendete Wort «Bankster» (Mischung aus Banker und Gangster).
An all diesen Wörtern merkt man, wie schnelllebig die Zeit und wie alt man selbst ist. Kommt man mit? Versteht man die Gedanken hinter den Begriffen? Oder ist man ein «Vollhorst» (ein neuer - sehr deutschländischer - Ausdruck für Idiot).
«Overchicked» ist ein unattraktiver Mann mit einer hübschen Freundin. «Augenkrebs» bekommt man, wenn man hässliche Sachen sieht. Und die «Biobreak» ist ein neues Wort für WC-Pause.
Kein Platz für den «Löli»
«Das zentrale Kriterium war, dass die 700 bis 1000 Wörter, die wir ins Buch aufnehmen, einerseits verbreitet sind, andererseits aber noch nicht in traditionellen Wörterbüchern verzeichnet sind», erklärt Matthias Wermke, der Leiter der Duden-Redaktion.
Das neue Wörterbuch solle Wörter erklären, «die breiten Kreisen der Sprachgemeinde wirklich neu sind». Altbackene Begriffe sind tabu - ein absolutes «NoGo». So dürfte es zahlreiche Vorschläge nicht ins Buch schaffen, etwa das bestens eingeführte Wort «Löli». (rb/sda)
Erstellt: 15.06.2009, 13:15 Uhr
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