«Die Götter lieben mich»

Erich von Däniken (81) über Fake-News, militärische Ufo-Sichtungen und den Grund, dass er im Ausland viel mehr Erfolg hat.

Die Amerikaner schalten ein. Erich von Däniken tritt regelmässig in «Ancient Aliens» des History Channels auf.

Die Amerikaner schalten ein. Erich von Däniken tritt regelmässig in «Ancient Aliens» des History Channels auf.

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BaZ: Erich von Däniken, Sie sind 82 Jahre alt, aber offenbar keineswegs im Ruhestand. Im Gegenteil. Sie halten am Donnerstag im Häbse-Theater einen Vortrag unter dem Titel «War alles ganz anders?». Sind Sie denn immer noch fit?
Ha, die Götter lieben mich! (Lacht.) Ich habe das Glück, dass mein Verstand und mein Körper tadellos funktionieren.

Beneidenswert. Aber ganz so viel wie früher hört man schon nicht mehr von Ihnen. Täuscht das?
Jein. In der Schweiz oder in Deutschland hört man tatsächlich etwas weniger von mir. Anderswo ist das anders. In Brasilien zum Beispiel oder in den USA ist der Teufel los. Am Samstag vor zehn Tagen hatte ich einen Vortrag in Manchester, in England, vor 5000 Leuten.

Beeindruckend ...
Ja. Und im Sommer werde ich drei Mal in den USA auftreten. Das sind immer Auditorien für 5000 bis 8000 Personen.

Weshalb dort so grosse Aufmerksamkeit und hier etwas weniger?
Die Geschichte ist die … – aber ich mache sie kurz: In den Vereinigten Staaten gibt es den Fernsehkanal History Channel. Und der hat vor drei Jahren eine Serie lanciert, die «Ancient Aliens» heisst, also uralte Ausserirdische. Geplant waren ursprünglich drei Fortsetzungen oder so. Inzwischen sind es deren 150. Und in jeder fünften Sendung komme ich vor. Es geht dann um meine Ideen und Thesen und deshalb ist natürlich die Nachfrage nach Erich von Däniken derzeit im englischsprachigen Raum viel grösser als hierzulande.

Immerhin: Sie kommen ja jetzt nach Basel, und das mit einem mehrheitlich neuen Vortrag.
Im Wesentlichen ist er schon neu, aber bei meinen Vorträgen gibt es auch immer ein paar alte Elemente, zu denen es Ergänzungen gibt. Beispielsweise: Die Geschichte rund um die grosse Pyramide in Ägypten ist eigentlich ja ein alter Hut. Nun aber gibt es ein paar Ergänzungen, weil wir wieder neue Schächte kennengelernt haben, weil Roboter neue Filmaufnahmen haben machen können. So kann ich die Dinge immer auf den aktuellen Punkt bringen. Das Thema ist aber immer dasselbe: Erhielt die Erde vor Tausenden von Jahren Besuch aus dem Weltall? Und, das ist neu für Basel: Werden wir zurzeit wieder beobachtet? Ist etwas dran an den Ufo-Geschichten und den Kornkreisgeschichten? Oder ist das alles Lug und Betrug.

Die Kornkreisgeschichten sind etwa 20 Jahre alt, wenn ich mich nicht irre.
Richtig. Aber inzwischen sind das keine Kreise mehr, sondern riesige Bilder. Piktogramme von ein paar Hundert Metern Grösse. Diese entstehen innerhalb von ein paar wenigen Minuten. Verrücktes Zeug! Und Bilder davon werde ich natürlich in Basel auf die Leinwand zaubern und den staunenden Gästen zeigen.

Wer ist Ihr Publikum? Kommen auch jüngere Menschen zu Ihren Vorträgen?
Oh ja. Das freut mich auch und ich denke, das hängt auch wieder mit den «Ancient Aliens» im TV zusammen, denn dies ist auch auf Youtube und anderen Kanälen zu sehen und die Jungen schauen sich das an. Mein Publikum ist immer sehr gemischt. Da hat es alte Fans, aber auch viele Kritiker, die sich mal anhören wollen, was ich da überhaupt erzähle. Und eben Neulinge.

Stellen Sie sich denn am Ende des Vortrags den Fragen der Kritiker?
Nein, das mache ich nicht mehr. Früher war das üblich, aber es ging dann immer schnell um Ufos. Die Leute wollten mir ihre Erlebnisse mit Ufos erzählen, damit sie endlich jemanden hatten, der ihnen zuhörte. Das war zu langatmig.

Gibt es denn Hinweise, dass derzeit mehr Ufos gesichtet werden?
Es ist so: In den USA gelingt es immer wieder Rechtsanwälten bestimmter Gruppierungen, die Regierung dazu zu zwingen, alte Akten herauszugeben. Sie beziehen sich auf den «Freedom of Information Act». Und da sind nun wieder neue Akten freigegeben worden. 20'000 Seiten oder so. So wurde bekannt, dass die CIA, der amerikanische Geheimdienst, 1953 den Befehl erlassen hatte, alle Ufo-Gruppierungen zu unterwandern. Das ganze Thema sollte in der Öffentlichkeit lächerlich gemacht werden. Selbst wenn jemand etwas Ernsthaftes dazu zu sagen habe, solle es der Lächerlichkeit preisgegeben werden, lautete die Order. Wenn man das liest, hat man das Gefühl: Wir wurden alle als nützliche Idioten missbraucht. Und ich habe diese Informationen und zeige diese Dokumente im Rahmen des Vortrags auf der Leinwand. Es stellt sich ja schon die Frage: Ist das eben doch nicht alles Blödsinn, gibt es doch Wahrheiten? Es gibt ja auch immer mehr hohe politische oder militärische Persönlichkeiten, die heute öffentlich zugeben, Ufos gesehen zu haben.

Also wurden damals schon Fake-News verbreitet, lange bevor Trump das zum Schlagwort machte.
(Lacht.) Das ist es, genau. Ich werde einen ganz kurzen Ufo-Film zeigen, der unmöglich gefälscht wurde. Aufgenommen wurden die Bilder von der Bordkamera eines amerikanischen Kampfjets. Auf diesen Kameras werden alle Sekundenbruchteile die neusten Daten eingeblendet: Geschwindkeit, Position, Entfernung des Zielobjekts und so weiter. Weil diese Daten laufend ändern, können diese Bilder nicht gefälscht sein. Und was man auf diesen Bildern sieht, ist wahnsinnig verblüffend.

Wenn man also Ihren Theorien glaubt, wird die Öffentlichkeit schon seit geraumer Zeit mit falschen Informationen manipuliert?
Es gibt eben beides. Es hat, wenn es um Ufos geht, immer schon dumme und leichtgläubige Menschen gegeben, die irgendein Phänomen beobachtet haben und die dann überzeugt waren, ein Ufo gesehen zu haben, und dabei gab es natürliche Erklärungen. Aber es gibt auch effektive militärische Sichtungen mit Radar und so weiter – und die wurden nicht ernst genommen. Das sollte ändern.

Wenn Sie heute in die USA reisen und solche Vorträge halten: Da lässt man Sie einfach gewähren?
Anstandslos. Die Freiheit der Information ist garantiert.

Offenbar auch in England, trotz Elite- Universitäten wie Oxford, Cambridge und vielen, vielen weltweit bekannten Wissenschaftlern: Man hört Ihnen zu?
Ja. Das ist wie in den USA. Man kann zwar spöttisch sein, aber man ist auch offen. Man hört mir zu, lässt mich ausreden. Und das Phänomen der Kornkreise ist ja speziell mit Grossbritannien verbunden.

Reisen Sie immer noch so viel?
Ja, ich war vor drei Monaten in Indonesien, um einen Tempel zu besichtigen, den man neu entdeckt hat. Da gibt es fast nichts darüber in der Presse und somit musste ich hin und mir das vor Ort ansehen.

Gibt es ein neues Buch von Ihnen?
Das erschien vor einem halben Jahr: «Botschaften aus dem Jahr 2118.» Beim Vortrag im Häbse-Theater wird es im Wesentlichen um dieses Buch gehen.

«War alles ganz anders?», Vortrag von Erich von Däniken, Häbse-Theater, Klingentalstrasse 79, Basel, Donnerstag 20 Uhr. (Basler Zeitung)

Erstellt: 14.03.2017, 11:40 Uhr

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