Kultur

Landhof-Anwohner wehren sich gegen Kunstmesse Scope

Von Christian Mensch. Aktualisiert am 15.04.2009 7 Kommentare

Die Landhof-Anwohner wollen sich derzeit nicht mit Scope über eine einvernehmliche Nutzung des Sportareals während der kommenden Art einigen. Hintergrund ist die anstehende Volksabstimmung.

Protest mit Kreide. Bis zur Landhof-Abstimmung wollen die Anwohner keine Grossveranstaltungen auf ihrer grünen Oase.

Protest mit Kreide. Bis zur Landhof-Abstimmung wollen die Anwohner keine Grossveranstaltungen auf ihrer grünen Oase.

Umfrage

Soll die Scope auf dem Landhof-Areal stattfinden?

Die Anwohner wehren sich dagegen, dass die Kunstmesse Scope während der Art auf dem Landhof-Areal über die Bühne geht. Soll die Scope dort stattfinden?

Ja.

 
51.0%

Nein.

 
49.0%

245 Stimmen


Juristisch ist der Fall abgehandelt: Der Vertrag, den das Erziehungsdepartement mit der Kunstmesse Scope abgeschlossen hat, ist rechtsgültig. Der kommerzielle Messeveranstalter darf während der kommenden Art das Landhof-Areal nutzen. Politisch gewinnt der Fall jedoch erst an Fahrt: Die IG Landhof und weitere Anwohnervertreter des kleinen Sportstadions im Kleinbasel möchten die Veranstaltung verhindern.

Zum einen sehen sie nicht ein, weshalb die Kinder des Quartiers während einiger Wochen ihrer Spielwiese beraubt werden sollen. Zum anderen fürchten sie vor allem den Präzedenzfall. Denn der politische Entscheid über die künftige Nutzung des Landhofs steht aus.

Vor zwei Jahren reichte der «Verein zur Erhaltung des Landhofareals» eine Volksinitiative ein, mit der eine ursprünglich geplante Wohnüberbauung verhindert werden soll. Im vergangenen November präsentierte die Regierung einen Gegenvorschlag, der eine reduzierte Überbauung des Areals vorsieht.

Baugesuch eingereicht

Für die Initianten ist der regierungsrätliche Vorschlag nicht akzeptabel, deshalb halten sie an ihrer Initiative fest. Wann die beiden Vorlagen zur Abstimmung kommen, ist derzeit noch ungewiss. Entgegenkommen, wie eine zeitlich begrenzte Kunstmesse Scope auf dem Areal, will der Initiativ-Verein derzeit nicht signalisieren.

Die Kunstmesse Scope hat in einem Schreiben an die Anwohner ihre Pläne geschildert und zu einem runden Tisch geladen. Mirko Ulbl, Jugendarbeiter auf dem Landhof, sagt jedoch, Scope müsse erst Ideen vorschlagen, bevor man sich eventuell treffen könne. Eine gütliche Einigung scheint derzeit kaum vorstellbar. Auf dem Landhof würden «niederschwellige Angebote für Kinder gemacht», sagt Ulbl. Sollten diese auch nur für kurze Zeit ausfallen, so daure es Wochen, bis die Kinder wieder im gewohnten Rhythmus auf dem Platz auftauchten.

Trotz der Rechtmässigkeit des Vertrags steht Scope noch ein Hürdenlauf bevor. Denn die Kunstmesse braucht noch eine Baubewilligung, um während der Art vom 10. bis 14. Juni auf der alten Sportanlage eine Zeltstadt aufzubauen. Das Gesuch ist im heutigen Kantonsblatt publiziert. Möglichen Gegnern stehen deshalb bis zum 4. Mai rechtliche Einsprachemittel zu.

Hafenmiete müsste trotzdem bezahlt werden

Ungemach droht der Scope auch noch von anderer Seite. Im vergangenen Jahr gastierte die Messe im Rheinhafen und hat dafür mit den Schweizerischen Rheinhäfen einen Zweijahresvertrag abgeschlossen. Scope hat den Vertrag nach der Landhof-Zusage zwar gekündigt, die Hafenverwaltung ist allerdings der Ansicht, Scope müsse auch für dieses Jahr noch die Miete entrichten. Hans-Peter Hadorn, Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen, bestätigt die Ausgangslage. Entschieden sei jedoch noch nichts. (Basler Zeitung)

Erstellt: 15.04.2009, 16:32 Uhr

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7 Kommentare

Daniel Wyss

01.04.2009, 11:20 Uhr
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Typisch Basel: Alles muss verhindert und verboten werden, aber trotzdem Kultur- und Weltstadt sein! Man könnte ja meinen, die Scope würde den Platz für viele Monate belegen... Antworten


Karl Klingler

01.04.2009, 13:21 Uhr
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Ich unterstütze die Idee, den Landhof grün zu belassen, aber, sorry, dass Scope dort nicht stattfinden soll, ist doch recht kleinlich von den Anwohnern. Antworten




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