Kultur
Die Anwärter auf den ersten Basler Pop-Preis
The Bianca Story sind eine der fünf Anwärter auf den ersten Basler Pop-Preis
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Basler Pop-Preis
Pünktlich zu seinem 15. Geburtstag gab der Rockförderverein der Region Basel (RFV) im April bekannt, dass das regionale Musikschaffen mit einem weiteren Preis unterstützt werde. Der Basler Pop-Preis setzt dort an, wo die gestaffelte Nachwuchsförderung mit Sprungbrett, Coaching, Demo Clinic und Regio Sound Credit aufhört. «Es handelt sich um Spitzenförderung», präzisiert RFV-Geschäftsführer Dänu Siegrist. «Wir wollen jene Bands und Künstler unterstützen, die stärkste überregionale Ausstrahlung, Zukunftsperspektive und intakte Marktchancen haben.» Aus diesem Grund habe man fünf Juroren ausgewählt, die – mit einer Ausnahme – nicht aus dem Raum Basel kommen. Es sind dies Christof Huber (Openair St. Gallen), Michael Schuler (Musikchef DRS 3), Marius Kaeser (Pro Helvetia), Philipp Schnyder von Wartensee (m4music) sowie BaZ-Redaktor Marc Krebs. «Durch diese überregionale Jury wurden automatisch nur Künstler zur Nomination vorgeschlagen, die mit ihrem Schaffen bereits einen gewissen Grad an nationalem Ansehen erzielen konnten», erklärt Siegrist.
Fünf Nominierte
Gestern gab die Jury nun die Shortlist der Nominierten bekannt: Es handelt sich dabei um die Singer/Songwriterin Anna Aaron, die Indie-Pop-Band Lovebugs, die Alternative-Rocker Navel, die Elektro-Art-Band The bianca Story, sowie die Reggae-Formation The Scrucialists.
Eine gitarrenlastige Auswahl, die auch Siegrist verwundert: «Es erstaunt mich, dass es keine Hip-Hop-Acts in die engere Auswahl geschafft haben.» Auf Anfrage erklärt Juror Marc Krebs, dass 2009 in Sachen Basler Rap nicht der bemerkenswerteste Jahrgang gewesen sei. «Auf der nationalen Showbühne hat die Basler Rap-Szene in den letzten Monaten nicht gross aufhorchen lassen, ganz im Unterschied zu früheren Jahren.» Auch wenn kommerzielle Gedanken mit in die Auswahl einfliessen, so ist grundsätzlich stilistisch jede Sparte zur Jurierung zugelassen. Dass es Nischenstile schwerer haben dürften, die geforderte nationale Ausstrahlung zu erreichen, liege aber auf der Hand, sagt Siegrist. Hier könne (und solle) in zukünftigen Jahren aber jeweils mit der Auswahl der Jury Gegensteuer gegeben werden.
Blick in die Zukunft
Zudem betont Siegrist, dass es sich beim Pop-Preis nicht um die Ehrung eines Lebenswerks gehe, sondern bewusst der eingeschränkte Zeitraum der letzten zwei Jahre betrachtet werde. Schliesslich gehe es bei dieser Förderung darum, in die Zukunft zu blicken, eine Investition in die Karriere einer vielversprechenden Band zu tätigen. Wie der Gewinner, der am 11. November in der Kuppel Basel genannt wird, das mit 15'000 Franken dotierte Preisgeld einsetzt, sei gänzlich ihm überlassen, so Siegrist: «Die Acts haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie neben der musikalischen Seite auch das Business im Griff haben.»
Sie alle arbeiteten auf das Ziel hin, «eines Tages ihr Brot mit der Musik verdienen zu können», argumentiert Siegrist. Gerade weil Bands mit den sie umgebenden Strukturen (Labels, Bookings und Managements) wie Kleinunternehmen funktionierten, sei der Pop-Preis, der von nun an jährlich verliehen wird, in kleinem Masse als Wirtschaftsförderung für die Region zu verstehen. (Basler Zeitung)
Erstellt: 19.10.2009, 13:02 Uhr




