Kultur
«Ein ewiges Auf und Ab»
Man mag sich an ihren zuweilen radiotauglichen Singles stören, aber es bleibt ein unumstösslicher Fakt: Die Lovebugs sind Basels erfolgreichster Pop-Export. Mit Auftritten am «Art On Ice» oder unlängst als Schweizer Vertreter am «Eurovision Song Contest» hat das Quintett ein breites Publikum erreicht, das weit über die Grenzen hinausreicht. Allein schon deshalb ist die Nominierung der Lovebugs zum Basler Pop-Preis mehr als gerechtfertigt. Gitarrist Thomas Rechberger (32) blickt auf 15 Jahre Lovebugs zurück.
BaZ: Was war Ihr bislang grösster Erfolg als Band?
Thomas Rechberger: Zehn Alben und 15 Jahre auf dem Buckel, und eigentlich ist immer noch alles so wie damals.
Der grösste Tiefschlag?
Das Leben als Band ist ein ewiges Auf und Ab. Mal ist ein Album erfolgreicher, dann wieder weniger. Es gibt magische Konzerte und solche, wo das Feeling in der Garderobe hängenbleibt. Songs gelingen in einem Guss oder werden zur jahrelangen Baustelle. Wenn man Gezeiten mag, ist das auszuhalten – ähnlich wie beim Surfen.
Ihr exotischstes Konzert, die weiteste Reise?
Wir haben letztes Jahr ein Konzert für Behinderte gegeben. Die Stimmung war sehr ergreifend. An diesem Abend habe ich definitiv mehr bekommen als gegeben auf der Bühne. Gefühlte Millionen Flugstunden entfernt waren die Gigs in L.A. und Taipeh.
Ihr grösstes Ziel als Band?
Ehrlich gesagt hatte ich nie ein Ziel als Musiker, nur Träume. Darum bin ich froh, denn vielleicht hätte ich mal eins erreicht und dann nicht gewusst wie weitermachen.
Falls Sie den Pop-Preis gewinnen: Wozu wollen Sie das Preisgeld von 15'000 Franken einsetzen?Ich denke, wir würden ein halbes Pferd kaufen. Wahrscheinlich die hintere Hälfte... oder ein neues Kabel für den Bandraum.
Was halten Sie von Pop-Förderung?
Pop-Förderung ist wie jede Kulturförderung absolut sinnvoll und sie gibt vor allem jungen Bands Möglichkeiten, erste Schritte zu bestreiten. Allerdings kann ein Stinkefinger Richtung Kulturbüro und ein Nebenjob im Plattenladen auch manchmal ganz gut sein.
Können Sie sich vorstellen, wieso Sie für den Pop-Preis nominiert wurden?
Ich glaube, in unserem Fall war das der «Urgestein»-Faktor. Oder vielleicht hat ja auch jemand beim Song Contest reingezappt.
Pro und Contra eines Lebens als (zukünftiger) Profimusiker?
Wer sein Hobby zum Beruf macht, muss sich ein neues Hobby suchen. Ansonsten gibt es nicht viel Negatives, ausser dem Herrn Tinnitus. Und den trifft man ja auch sonst überall an.
Am 11. 11. wird bekannt, welcher Künstler den mit 15'000 Franken dotierten Basler Pop-Preis erhält. Bis dahin stellt die BaZ den fünf Nominierten die gleichen Fragen. Nebenher gibt es ein Internetvoting für den Publikumspreis. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.10.2009, 11:18 Uhr
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