Kultur
«Gilt Beachtung als Erfolg?»
Interaktiv-Box
Ihr «Unique Copy Album» ging für 10'000 Franken über den Galerietisch. Doch brachte die Albumversteigerung der Band weniger Geld denn Ruhm: Die Material- und Arbeitskosten wurden knapp gedeckt, dafür war das Presse-Feedback auf die eigenwillige Aktion schweizweit gross. Seit 2005 setzt das Quintett um Sänger Elia Rediger (24) seinen Elektro-Pop gekonnt in den Kunstkontext.
BaZ: Elia Rediger, was war Ihr bislang grösster Erfolg mit The Bianca Story?
Elia Rediger: Dass wir tatsächlich noch immer tagtäglich zusammen arbeiten wollen. Die Versteigerung des «Unique Copy Album» über die Galerie Gröflin hat uns wohl auch eine breitere internationale Beachtung beschert. Gilt Beachtung als Erfolg?
Der grösste Tiefschlag?
Als unser Tourbus mitsamt Instrumenten von tschechischen Räubern geraubt wurde. Dieses Erlebnis hat uns entscheidend geformt. Schlussendlich machte uns dieser Klau zu besseren, eigenwilligeren Musikern und Künstlern.
Ihre weiteste Konzertreise, das exotischste Konzert?
Für mich eindeutig das Konzert im Atombunker in Prag. Die Halle liegt 30 Meter unter der Oberfläche, feuchte Wände. Ein imposantes Stück Zeitgeschichte. Die Szenerie glich einem James-Bond-Film. An Dramatik kann man das fast nicht übertreffen.
Ihr grösstes Ziel als Band?
Ich wünsche mir, dass wir noch lange Sprit im Brenner haben. Wenn das klappt, dann freue ich mich, noch viel aufwühlende Musik und Kunst zu erleben.
Falls Sie den Basler Pop-Preis gewinnen: Wozu wollen Sie das Preisgeld von 15 000 Franken einsetzen?
Ich denke, wir würden die Überreste vom Lovebugs-Pferd kaufen. Oder ein paar Dieter-Bohlen-Aktien. Oder wir reparieren zum Beispiel unseren Bus.
Was halten Sie von Pop-Förderung?
Förderung ist wie eine Zigarette: recht gut, solange sie nicht abhängig macht. Im Musik- und Showbusiness kostet vieles viel Geld. Da freut man sich über jeden Zuschuss, schliesslich will man dem Publikum auch etwas Eindrückliches bieten.
Können Sie sich vorstellen, wieso Sie für den Pop-Preis nominiert wurden?
Wir nehmen uns das Recht, Akzeptiertes zu hinterfragen. Das macht uns zu musikalischen Weltforschern auf der Suche nach dem absoluten Sound, dem schönsten Liebeslied, dem verstörendsten Moment, dem ehrlichsten Lacher, der besten Lüge usw.
Pro und kontra eines Lebens als (zukünftiger) Profimusiker?
Ich würde gerne mehr Zeit haben, um den wundervollen Flipperkasten in der «Fassbar» besser zu beherrschen. Auch musste ich meine Tänzer- und Modelambitionen auf die Seite legen … Mal im Ernst – Wille ist Gebot: Ich treffe auf Reisen auf unzählige inspirierende und wohlgesinnte Menschen.
Am 11. 11. wird bekannt, welcher Künstler den mit 15'000 Franken dotierten Basler Pop-Preis erhält. Bis dahin stellt die BaZ den fünf Nominierten die gleichen Fragen. Nebenher gibt es ein Internet-Voting für den Publikumspreis. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.11.2009, 12:04 Uhr



