Kultur
Navel erhält den 1. Basler Pop-Preis
Von Stefan Strittmatter. Aktualisiert am 12.11.2009 1 Kommentar
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Basler Pop-Preis
- Anna Aaron holt das Double
- «Der Pop-Preis ist Spitzenförderung»
- Das Voting zum 3. Basler Pop-Preis ist lanciert
Lovebugs gewinnen Publikumspreis
Den ebenfalls am Mittwoch vergebenen Publikumspreis erhielt die Basler Gruppe Lovebugs, die als Sieger aus dem Internetvoting bei bazonline hervorging. Der Publikumspreis ist nicht mit einem Preisgeld versehen.
So haben die bazonline-LeserInnen abgestimmt:
1. Lovebugs: 41.4% (759)
2. Navel: 22.9% (421)
3. Anna Aaron: 13.3% (244)
4. The Bianca Story: 11.7% (214)
5. Scrucialists: 10.7% (197)
Die fünfköpfige Jury wählte die Alternative Rock Band am Mittwoch aus fünf nominierten Bands der Basler Szene aus. Navel setzten sich gegen die Gruppen Lovebugs, The Bianca Story und The Scrucialists sowie die Sängerin und Pianistin Anna Aaron durch. Navel war schon international auf Tournee, steht bei einem deutschen Label unter Vertrag und hat ein Album veröffentlicht. Gegründet wurde die Band 2003 im Schwarzbubenland. Den Pop-Preis hat der RFV zu seinem 15-Jahre-Jubiläum geschaffen, um Musiker bei ihrem Schritt auf den nationalen oder internationalen Markt zu unterstützen.
Der Entscheid sei kein leichter gewesen, zögerte Jury-Sprecher Philipp Schnyder von Wartensee die Bekanntgabe des Gewinners des ersten Basler Pop-Preises gekonnt hinaus. In der mit bekannten Gesichtern der regionalen Pop-Szene und Vertretern der Kulturpolitik prall gefüllten Kuppel war kurz nach acht Uhr abends eine gewisse angespannte Stille zu spüren. Er habe schon vielen Wettbewerben als Juror beigewohnt, so Schnyder weiter, doch ein solches Ringen um den Gewinner habe es noch nie gegeben.
«Eine zweite Band auf das Level der Lovebugs hieven»
Ein Ringen, das der Rockförderverein (RFV), der den mit 15?000 Franken dotierten Preis lanciert hatte, mit seinen Vorgaben provoziert haben könnte. Galt es doch, aus den Reihen der Balser Musikschaffenden jene Formation zu kühren, die zum einen ein «Standing», ein beständiges und erfolgreiches Schaffen, und zum anderen ein Förderpotenzial vorzuweisen hat. «Das sind zwei Aspekte, die sich durchaus auch gegeneinander verhalten können», so Schnyder gegenüber der BaZ.
Am Ende habe sich der Juryentscheid auf ein Stechen zwischen den etablierten Lovebugs und den aufstrebenden Navel zugespitzt. Letztere hätten sich gegenüber den übrigen Nominierten (Anna Aaron, The Bianca Story und The Scrucialists) als stärkste Herausforderer erwiesen. Und: «Das Ziel dieser Spitzenförderung muss doch sein, eine zweite regionale Band auf das Level der Lovebugs zu hieven.»
«Lange her, dass eine Schweizer Band arschtrittmässig unterwegs war»
Ein Entscheid, den auch Adrian Sieber von den Lovebugs mit ehrlicher Freude zu goutieren schien. Schliesslich gewannen er und seine Mannen den im bazonline-Voting eruierten Publikumspreis mit deutlichen 41,4 Prozent von über 1800 abgegebenen Stimmen. «Das ist der erste Preis, den wir seit dem ‹Sprungbrett› 1994 in Empfang nehmen dürfen», witzelte Sieber und war sich nicht zu schade, auf die gescheiterte Teilnahme seiner Band am Eurovision Song-Contest zu verweisen. Doch die Tatsache, dass Basel seinen grössten Pop-Export 15 Jahre lang ungeehrt lässt, unterstreicht, wie gross der Bedarf an einem Spitzen-Förderinstrument wie dem Pop-Preis ist.
Entsprechend bedacht will Jari Altermatt von Navel das Preisgeld einsetzen: «Wir werden unser Bestes geben, dass dieser Preis nicht einfach verpufft», sagte er im Anschluss an die Verleihung. Mit einem Sieg habe er überhaupt nicht gerechnet: «Die Musikszene der Schweiz ist in der Regel viel zu angepasst.» In ein Album – das erste in der aktuellen Besetzung – soll das Geld fliessen. Und dann geht es wieder auf Tour: «Es ist lange her, dass eine Schweizer Band arschtrittmässig unterwegs war.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 12.11.2009, 07:49 Uhr





Tobias Schlegel
Warum wird ein Rockförderpreis an international erfolgreiche Bands vergeben? Da gibt es in der Region x Bands die noch auf einen solchen Schritt warten würden und das Geld "nötiger" hätten... Nein ich spiele in keiner Band ;-) Antworten