Kultur
Burka-Poetin attackiert Hass-Prediger am TV
Von Céline Raval. Aktualisiert am 30.03.2010 2 Kommentare
Im Kanal Abu Dhabi TV wird derzeit ein Poesiewettbewerb ausgestrahlt. Die Show funktioniert ähnlich wie die bei uns bekannten Gesangs-Castingshows. Das Preisgeld für den Sieger oder die Siegerin beträgt eine Million Euro. Eine verschleierte Saudiaraberin sorgt dabei für besonders viel Aufsehen. In ihren Gedichten protestiert Hissa Hilal gegen radikale Islam-Prediger. Sie betont, ihre Kritik richte sich hauptsächlich «gegen den Plan, einen Menschen aus Überzeugung zu töten». Ausserdem betrachte sie es als Notwendigkeit, dass Männer und Frauen am Arbeitsplatz zusammentreffen.
Auftritt in der Burka
Die mutige Hausfrau tritt in der Burka auf. Sie sorgt in der Fernsehsendung «Dichter für Millionen» seit Wochen für hohe Einschaltquoten.
Vor einem Millionenpublikum spricht sie sich in ihren Gedichten insbesondere gegen den Kleriker Abdul Rachman al-Barrak aus. Dieser erregte mit seiner Fatwa, einem islamischen Rechtsgutachten, viel Aufmerksamkeit. Er drohte darin all jenen Menschen den Tod an, die ein Zusammentreffen der Geschlechter in Bildungsinstitutionen und bei der Arbeit nicht zu verhindern versuchen.
Lobgesänge und Hasstiraden
Die Dichtkunst von Hissa Hilal spaltet die Gemüter. Während sie von aufgeklärten Muslimen und Islamkritikern viel Zuspruch erntet, hagelt es von der Gegenseite Hasstiraden. Sogar schon Morddrohungen wurden gegen die vierfache Mutter ausgesprochen. «Natürlich haben mein Mann, meine Familie und ich Angst», sagt sie. Trotzdem will sie sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen.
Am Mittwoch steht nun das Finale der bekannten TV-Sendung an. Bisher gilt Hissa Hilal als unbestrittene Favoritin. Ob die starke Frau aus Saudiarabien nun aber gewinnt oder nicht, ist mittlerweile vielleicht schon zweitrangig.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.03.2010, 10:10 Uhr
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2 Kommentare
Mutige Frau! Vermutlich wird sie ins Exil gehen müssen. Natürlich wird die Schweiz sie dann nicht aufnehmen (im Gegensatz zu den Guantanomo-Häftlingen), weil man es mit Öl-Terroristen und superreichen Hedge-Fonds nicht verderben will. Oder gibt es da vielleicht mal etwas Neues zu berichten? Es würde mich freuen. Antworten
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