Kultur

«Kochen ist wie Velofahren»

Von Sarah Pfäffli. Aktualisiert am 11.04.2011 2 Kommentare

Die Spitzenköchin Françoise Wicki weiht Anfänger im Fernsehstudio in die Geheimnisse des Kochens ein.

Neu am Fernsehen: Françoise Wicki.

Die meisten nennen sie Fränzi, und auf den ersten Blick passt die Verniedlichung: Zierlich ist sie und klein, die Augenbrauen zu einer feinen Linie gezupft, die Lippen rot nachgezogen. Nichts verrät die Köchin. Françoise Wicki hat beeindruckende Bizepse und eine tiefe, raue Stimme.

Die 40-jährige Zürcherin hat viel erlebt im Lauf ihrer Karriere in der Gastronomie. Die Küchenchefin sitzt in ihrer Mittagspause entspannt im Restaurant Helvetia in Zürich, in dem sie seit zwei Jahren kocht, und sinniert über ihre Rolle in der neuen Kochsendung des Schweizer Fernsehens «Ab in die Küche». Heute Abend steht sie erstmals mit Laien am Herd. In der Kochschule leitet sie mit ihrem Kollegen Torsten Götz sechs Anfänger jeweils während fünf Folgen auf ihrem Weg zum versierten Hobbykoch an. «Kochen kann jeder, das ist wie Velo fahren», sagt Françoise Wicki. Sie wusste aber schon früh, dass sie sich nicht im breiten Feld der Amateure bewegen wollte.

Die Tochter der Philosophin Maja Wicki-Vogt und des Wirtschaftsanwalts André A. Wicki schaute schon als Stagiaire den Besten ihrer Zunft über die Schulter: Anton Mosimann in London oder Martin Surbeck im Zürcher Tübli. Die Kochlehre im Davoser Hof schloss sie als Jahrgangsbeste ab. Es waren harte Jahre, erzählt sie: die schweren Gusseisenpfannen, das lange Stehen, die Hitze in der Küche, der raue Umgangston, ihr Hang zum Perfektionismus. Aber «so what», sagt sie lakonisch, «man muss sich zusammenreissen».

Wicki selbst bildet momentan keine Lehrlinge aus, die Küche des Helvetia sei zu klein. «Ich habe auch zu wenig Geduld», fügt sie an und lacht ihr kehliges Lachen. Für die Fernseh-Kochschule spiele ihre Ungeduld keine Rolle, da könne sie gelassen reagieren: «Die Kandidaten sollen in einem spielerischen Umfeld lernen, wie man eine Idee vom Kopf auf den Teller bringt.»Als sie 31-jährig war, kürte der Gastroführer «Gault Millau» Wicki zur «Entdeckung des Jahres». Sie war damals Küchenchefin des Hotels Ammann in Davos. Zwei Jahre später erhielt sie in der Rôtisserie des Rois in Basel 16?«Gault Millau»-Punkte. Heute sind es 14, und Wicki schleppt keine Gusseisenpfannen mehr. Dafür sind «die Jungs», wie sie ihre Küchentruppe nennt – zuständig.

Ihr Team ist so gut eingespielt, dass es auch ohne ihre Präsenz gut funktioniert. Die Köchin hat den Anspruch, eine geschmacksintensive, saisonale Küche umzusetzen. Gleichzeitig kocht sie «bodenständig und gradlinig». Freizeit bleibt bei ihrem Pensum wenig. Morgens um 7 Uhr klingelt ihr Wecker, am Nachmittag kann sie sich für ein paar Stunden aus der Küche losreissen, Feierabend hat sie erst um 23 Uhr. Wicki ist Single und lebt mit zwei Katzen in Zürich. Sie liebt die Stadt, doch wenn es die Zeit erlaubt, geht sie raus in die Natur. Am Herd steht sie zu Hause selten. Ihr Kühlschrank ist denn auch spärlich gefüllt. Nur zwei Dinge finden sich bei ihr immer: Katzenfutter und Schokolade. «Ab in die Küche», heute Abend20.05 Uhr, auf SF 1. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.04.2011, 08:14 Uhr

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2 Kommentare

Roberto Koch

12.04.2011, 00:33 Uhr
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Frau Wicki mag zwar gut kochen, aber ihre Umgangsformen gegenüber den TV-Kochnovizen verdienen keine Gault Millau-Punkte. Ich empfehle ihr mindestens einen mehrtägigen Knigge-Kurs. Antworten


Johann Hugentobler

12.04.2011, 08:34 Uhr
Melden 4 Empfehlung

ein so primitives Auftreten und die teilweisen vulgären Ausdrucksformen sprechen nicht für einen Fernsehauftrtitt. Ich habe nach 5 Minuten umgeschaltet. Überheblich, abgehoben deplaziert als Lehrerin ungeeignet. Antworten




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