Kultur
Live Ticker: Anna Rossinelli im Finale
Von Philippe Zweifel, Denise Jeitziner. Aktualisiert am 11.05.2011 89 Kommentare
(baz.ch/Newsnet)
-
Zusammenfassung
Die Baslerin Anna Rossinelli hat die Schweiz am Dienstag in den Final des Eurovision Song Contest (ESC) gebracht. Es ist das erste Mal seit 2006, dass der ESC für die Schweiz nicht im Halbfinale endet.
Anna Rossinelli, ihr Freund Georg am Bass und Kollege Manuel an der Gitarre boten einen schlichten Auftritt ohne Chichi. Im roten, kurzen Glitzerkleid, mit spärlichen Bewegungen, gemahnte Rossinellis Auftritt etwas an denjenigen der Titelverteidigerin Lena vom letzten Jahr.
Nachdem DJ Bobo, Paolo Meneguzzi, die Lovebugs und Michael von der Heide in den letzten Jahren im Halbfinal ausschieden, hat nun erstmals seit 2006, als die multinationale Gruppe six4one den 16. Schlussrang belegte, wieder eine Frau die Schweiz vertreten.
Neben der Schweiz qualifiziert haben sich Serbien, Litauen, Griechenland, Aserbeidschan, Georgien, Ungarn, Finnland, Russland und Island.
Zu den grossen Überraschungen zählte, dass die Türkei und Armenien vorzeitig ausschieden, das erste Mal seit der Einführung des Halbfinals. Auf der anderen Seite hatten Kenner dem 1960er-Jahre Lollipop-Song «Caroban» der Serbin Nina und der musical-artige Nummer «C'est ma vie» der Litauerin Evelina Sasenko nicht viel Chancen eingeräumt.
Lesen Sie unten das Protokoll des Abends. -
20.45 Uhr
Kitsch, Katzenjammer und die gemeine Ost-Mafia, die sich Stimmen zuschanzt. Dazu zweckentfremdete SRG-Gebühren respektive ein chancenloser Schweizer Beitrag, der heuer in der Person von Anna Rossinelli antritt. Willkommen zum ersten Halbfinal des Eurovision Song Contest!
-
20.50 Uhr
Bevors losgeht, sendet das SF eine Doku über Rossinelli. Ein Kamerateam hat die Baslerin in den letzten Monaten offenbar begleitet. Fazit: Ein hübsches, natürliches Modi. Ein bisschen Lena, ein bisschen Joss Stone. Doch ob das reicht? Handkehrum: Nach den Lovebugs, Paolo Meneguzzi und Michael von der Heide schickt man wieder einmal eine Frau ins Rennen – nie falsch am ESC.
-
20.55 Uhr
Anna ist schon als Achte an der Reihe.
-
21.00 Uhr
Es geht los! 17'000 Leute sitzen in der Arena. Die Menge tobt.
-
21.02 Uhr
Stefan Raab hat zwei hübsche Ladies an seiner Seite: Anke Engelke und Judith Rakers. Die drei versuchen sich in Englisch.
-
21.06
«Ab jetzt kann man schon abstimmen!», rufen Raab und Co. Dabei hat ja noch gar keiner gesungen...
-
21.09 Uhr
Polen
Startnummer 1: Für Polen singt eine 31-jährige Psychologin namens Magdalena Tul. Sie muss wohl eher auf ihr kurzes weisses Kleidchen hoffen. Das Lied überzeugt nicht so ganz. -
21.14 Uhr
Norwegen
Die erste wirklich bizarre Nummer des Abends! Norwegen schickt eine Afrikanerin mit Stimmproblemen ins Rennen. -
21.18 Uhr
Albanien
Albanien versucht es mit Leidenschaft. «Feel The Passion» heisst der Song. Aurela Gaçes pinkfarbene Haartolle ist beeindruckend, ihr Vibrato auch. Klingt aber eher nach Schreien, als nach Singen. -
21.20 Uhr
Armenien
Jetzt hat der ESC Betriebstemperatur erreicht: Eine Armenierin steigt aus einem Boxhandschuh und singt «Boom Boom». Der dünne Gesang wird nur noch von der Choreographie unterboten. -
21.25 Uhr
Wie singt ein türkischer Jurist? Gleich werden wir es erfahren.
-
21.27 Uhr
Türkei
Trägt der das wohl auch in seiner Kanzlei? Grüne Hosen mit goldenen Knöpfen und sein schwarzes Oberteil ist so eng, wie ein Neopren-Anzug. Der Song ist der beste bis jetzt. Aber das war ja auch nicht sooo schwierig. -
21.29 Uhr
Serbien
Stefan Raab mit einem Intermezzo, natürlich mit seiner Ukulele: Er zwingt die angereisten Musiker Falerifalera zu singen. Deutscher Humor. Dann Serbiens Beitrag, eine tipptoppe 60er-Jahre-Pop-Nummer, mitsamt psychedelischem Dekor. -
21.36 Uhr
Russland
Russland schickt David Hasselhoff ins Rennen! Oder zumindest einen Klon-Version. Unglaublich, er hat sogar die gleiche zu kurze Lederjacke! -
21.39 Uhr
Schweiz
Es ist soweit: Anna Rossinelli ist auf der Bühne. Ihr Kleid glitzert rot, die Stimme ist voll. Zwar sind wir befangen - aber das war der souveränste Beitrag des Abends. Zu souverän? Zu wenig emotional? In einer Stunde wissen wir mehr. Freundlicher Jubel, das könnte reichen. -
21.43 Uhr
Georgien
Die kleine Georgierin – eine dunkelhaarige Version von Shakira – rockt ab. Klingt wie Crossover aus den 90ern. -
21.48 Uhr
Was ist mit Sven Epiney los? Klingt verschnupft. Offenbar funktioniert die Verbindung nicht mehr. Epiney moderiert wohl via Handy. Aus der Ruhe bringen lässt er sich jedoch nicht.
-
21.51 Uhr
Finnland
Man nennt ihn den finnischen James Blunt – nicht gerade tolle Voraussetzungen für eine energetische Darbietung: Paradise Oskar. Sein Lied «Da Da Dam» entstand angeblich innerhalb von zwei Stunden, in denen er an der Gitarre herumwerkelte. Klingt auch so. Harmlos, naiv. Doch was ist das?! Jubelausbrüche sind im Publikum zu hören. Verstehe einer das ESC-Publikum. -
21.52 Uhr
Epiney ist immer noch am Handy... Dabei ist doch der ESC nicht so weit entfernt. Sollte eigentlich klappen mit der Verbindung.
-
21.56 Uhr
Malta
Glen Vella aus Malta singt nicht nur um den Finaleinzug. Bei ihm geht es noch um viel mehr: Er feiert am Samstag seinen 28. Geburtstag. Die Augenbrauen hat er zur Feier des Halbfinales schon mal gezupft. Eine poppige Nummer. -
21.59 Uhr
San Marino
San Marino geht mit einer Musicaldarstellerin, Grafikerin und Fussballspielerin – alles in einem – ins Rennen. Aussehen tut sie wie Diana Ross in jungen Jahren. Zu hören ist eine richtige Schnulze mit Hintergrundchor. Die hohen Töne klingen allerdings weniger romantisch. Senit ist leicht neben der Spur. -
22.05 Uhr
Kroatien
Bereits fragte man sich, was mit den leichtbekleideten Damen im Windkanal geschehen ist, die den ESC normalerweise mit Techno-Stampfern beglücken. Alle im anderen Halbfinal gelandet? Bedaure nein, hier ist eine: Daria aus Kroatien im rosafarbenen Rock. Und die schreckt nicht einmal von Hands Up!-Rufen zurück. Dann der Refrain: Celebrate! Oh Gott. Next please. -
22.08 Uhr
Island
Wenn das mal keine eine sympathische Boygroup ist. Süss, wie alle sechs Sänger exakt dasselbe Outfit tragen: Jeans, weisses Hemd, blaue Kravatte und graues Gilet. Flockige Country-Nummer, aber wie das so ist bei Boygroups: Jeder will am lautesten singen. Klingt ein wenig wirr. -
22.11 Uhr
Ungarn
Die Reihe ist an Kati Wolf. Eine Ungarin, die aber durchaus als Deutsche durchgehen kann: Gross, blond - oder ist das ein Klischee? Item. Das Lied «What About My Dreams?» ist definitiv ein ESC-Klischee, ein stampfiger Ohrwurm, auf den Schlagworten «Life» und «Dreams» aufgebaut. -
22.19 Uhr
Portugal
Zeit für das erfolgloseste ESC-Land aller Zeiten. Nie hat es Portugal in die Top 5 geschafft. «Daran wird sich auch heute nichts ändern», prophezeiht Sven Epiney im Einspieler. Tatsächlich, er hat recht. Musikalisch ist die Spassnummer nichts. Optisch erinnern die sechs ein bisschen an die Village People. «Oh Gott!», stöhnt Lena, die seit ein paar Minuten bei Sven im Studio zu Besuch ist. -
22.21 Uhr
Littauen
Evelina Sašenko ist Kind polnischer Migranten und mit ihren Schwestern in Litauen aufgewachsen. Als Vertreterin ihres Landes tritt sie in Düsseldorf mit dem Titel «C'est Ma Vie» an. Bravo Europa! -
22.26 Uhr
Aserbaidschan
Wir erinnern uns: In den vergangenen Jahren hat Aserbaidschan stets auf den Sex-Faktor gesetzt. Das ist auch heuer nicht anders: Die Sängerin hat lange Haare und lange Beine. Immerhin hat man ihr einen Typen zur Seite gestellt und die Gruppe in züchtiges Weiss gekleidet. Jetzt schmachten sie sich an und es regnet Funken von der Decke. Lange lebe der Contest! -
22.30 Uhr
Griechenland
Der griechische Eminem ist an der Reihe. Im Gangster-Outfit und Basketballmütze versucht er eins zu rappen. Den sollte Anna Rossinelli in der Tasche haben. Jetzt kommt aber sein Kollege, der Opernsänger. Stimmlich hat der die Sache ein bisschen besser im Griff. Fürs Finale dürfte es trotzdem knapp werden. -
22.32 Uhr
Nun sind alle Gruppen durch. Wir sehen den obligaten Schnelldurchlauf – ob wir wollen oder nicht. In der Zwischenzeit darf man noch rasch für seinen Favoriten anrufen.
-
22.37 Uhr
Der Schnelldurchlauf ist vorbei. Fazit: Kaum Eurodance, wenig Folk-Kitsch. Der Fremdschäm-Faktor hielt sich leider in Grenzen. Aber auch keine Ohrwürmer kriegten wir zu hören. Das alles dürfte Anna Rossinelli in die Hände spielen. Nun ist es natürlich so, dass das Voting-System durch ethnische und politische Seilschaften zwischen den Ländern völlig korrumpiert ist. Wir sind gespannt.
-
22.40 Uhr
Sven Epiney fragt Lena, die immer noch bei ihm im Studio sitzt, was sie von Anna Rossinelli hält: «Ich finde sie super, Anna Rossinelli kann ganz toll live singen.» Auch der Song gefalle ihr super. Sie sei Fan von Singer-Songwriter-Sachen. «Ihr kommt auf jeden Fall ins Finale, davon bin ich fest überzeugt!»
-
22.45 Uhr
Lena gibt ihre Prognosen ab. Ihr klarer Favorit heisst Serbien. Anna Rossinelli sieht sie auf Rang 4. Immerhin. Das würde locker fürs Finale reichen.
-
22.49 Uhr
Endlich eine tolle Darbietung! Vielleicht weil es Trommler sind und nicht gesungen wird? Blöderweise sowieso nur ein Gastauftritt und erst noch aus Amerika. Aber wir wollen fair sein, auch bei den offizillen Teilnehmern hatte es durchaus hörenswertes darunter. Zum Beispiel Anna Rossinelli. Das Verdikt über ihren Song wird in ein paar Minuten gefällt. Hopp Schwiiz.
-
23.00 Uhr
Zur Erinnerung: In beiden Halbfinals werden zehn Finalplätze vergeben. Publikum und eine Expertenjury entscheiden zu gleichen Teilen darüber, wer seinen Song noch einmal im Finale präsentieren darf.
-
23.03 Uhr
Punkte werden keine vergeben im Halbfinale, es zählt nur rein oder raus. Als erste weiter sind Serbien, Littauen und Griechenland.
-
23.04 Uhr
Aserbaidschan ist auch dabei.
-
23.04 Uhr
Auch Georgien ist weiter. Von fünf Finalisten stammen vier aus Osteuropa.
-
23.06 Uhr
Anna Rossinelli hat es geschafft!!! Gool!! Die Schweiz ist im Finale!
-
23.07 Uhr
Wo ist Anna? Sie ist gar nicht zu sehen im Backstage-Bereich. Dafür sind die jubelnden Ungarn zu sehen.
-
23.08 Uhr
Nur noch drei Plätze sind zu vergeben. «Uns ists eigentlich egal», sagt Sven Epiney, der sich am meisten von allen zu freuen scheint. Mit dabei ist auch der Junge aus Finnland.
-
23.10 Uhr
Als letzte ins Finale schaffen es Russland und Island.
-
23.13 Uhr
Der Live-Ticker ist zu Ende. Lesen Sie morgen die TV-Kritik zum Abend und zum glorreichen Triumph der Schweiz.
Erstellt: 10.05.2011, 20:43 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
89 Kommentare
Ich bin Musik - Experte und es war für mich klar, dass das Final erreicht werden würde. Endlich nach Jahren mal ein suveräner Auftritt, sehr gut gesungen und ein sympathischer ansteckender Song ohne grosses Firlefanz. Es freut mich für die Musik, dass der schweizer Beitrag im Finale ist. Antworten
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Grandioses Berg-Erleben.
Weltberühmte Berge und 100 Jahre Jungfraubahn: Sommerurlaub vor der schönsten Kulisse der Welt!
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Bitte warten







