Kultur

Maurer-Interview: SF entschuldigt sich

Aktualisiert am 01.12.2008 86 Kommentare

Die Unterstellungen gegen Ueli Maurer in der Sendung «10vor10» sind den SF-Chefs nicht recht: Nun rügt Chefredaktor Ueli Haldimann den verantwortlichen Journalisten in seinem Weblog.

Quelle: SF.

«Eindruck eines unflätigen Verhaltens»: Ueli Haldimann (rechts) und  Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre (links) entschuldigen sich fürs «10vor10»-Interview. In der Mitte «10vor10»-Moderator Stephan Klapproth.

«Eindruck eines unflätigen Verhaltens»: Ueli Haldimann (rechts) und Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre (links) entschuldigen sich fürs «10vor10»-Interview. In der Mitte «10vor10»-Moderator Stephan Klapproth.

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«Das kleine Gespräch, entstanden im Gedränge vor dem Sitzungs-Saal der SVP in Oberbuchsiten, ist missglückt», schreibt Ueli Haldimann. Er muss sich furchtbar aufgeregt haben über die Fragen von SF-Bundeshausredaktor Hans Bärenbold. Dem 55-Jährigen Journalisten las der Chefredaktor am Freitagmorgen die Leviten. Danach hatte sich der fehlbare Journalist umgehend bei Maurer zu entschuldigen. Ihm taten es Haldimann und auch Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre im Verlauf des Tages nach. Ein seltener Bückling des Schweizer Fernsehens, wie selbst Ueli Maurer im «Sonntagsblick» staunte.

Das kurze Interview liess aber nicht nur SVP-Politikern die Galle hochkommen, es löste auch beim TV-Publikum Kopfschütteln aus. Haldimann: «Bei den Zuschauern, die sich zahlreich meldeten, entstand durch die Art und den Ton der Befragung der Eindruck eines unflätigen Verhaltens.» Was offensichtlich war: Bärenbold war von Beginn des Gesprächs darauf aus, seine Gesprächspartner mit gezielten Provokationen aus der Reserve zu locken: «Ueli Maurer, ist es nicht demütigend, mit einem Zwei am Rücken an den Start zu gehen?», frotzelte er zu Beginn des Interviews. Nach Dafürhalten Haldimanns der erste Missgriff: Denn Maurer und Blocher hätten danach «zugemacht und auf Abwehr» geschaltet.

Lästig sein, aber nicht im Ton

Das Fass zum Überlaufen brachte Bärenbold gegen Ende des Gesprächs: «Und Ihre Dossiers, landen die dann immer auf dem Tisch von Christoph Blocher?», fragte der Bundeshausredaktor. Maurer gab zurück, dass nur dem Schweizer Fernsehen solch dumme Fragen in den Sinn kommen würden. Haldimann gibt Maurer recht: «Hier unterstellte der Befrager dem Bundesratskandidaten ein gesetzwidriges Verhalten». Der SF-Mann schreibt, er habe nichts gegen harte Fragen: Man wolle den Politikern lästig fallen – «aber nicht im Ton», sondern mit «unbequemen, fakten-unterlegten Fragen.»

Muss Bärenbold nach seinem Faux-Pas Konsequenzen fürchten: Wird er intern sanktioniert? Auf Anfrage von baz.ch/Newsnethält sich Haldimann bedeckt: «Der Inhalt meiner Gespräche mit Mitarbeitenden ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.» (dvp)

Erstellt: 01.12.2008, 15:20 Uhr

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86 Kommentare

Tom Kuhn

01.12.2008, 12:12 Uhr
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Es gibt keine dummen Fragen nur dumme Antworten. Maurer und Co haben doch auch provoziert! Politiker können sich alles leisten und sonst niemand? Maurer wusste wohl nicht, wie sich von Blocher distanzieren. Angriff ist die beste Verteidigung. Bärenbold hat eine berechtigte Frage gestellt. Der Bürger will wissen, was Maurer anders machen würde. Wo ist der Unterschied zw. C.B. und U.M.? Dumme Frage! Antworten


Peter Hausammann

01.12.2008, 13:21 Uhr
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Das Bärenbold-Interview ist lediglich ein Höhepunkt in der Berichterstattung über die SVP und ihre Exponenten. Im Verbund haben praktisch alle Medien, nicht nur SFDRS, mit zunehmender Intensität auf die SVP(ler) eingedroschen. Der Journalisten-Wettbewerb nach dem Motto "du darfst" war lanciert. Mit journalistischer Redlichkeit hatte das nichts zu tun. Die Pofessionelität blieb auf der Strecke. Antworten




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