«Mein Kommentar war abgeklärt»

Interview: Philippe Zweifel. Aktualisiert am 16.11.2009 94 Kommentare

Ein begeisterter Dani Wyler kommentierte den Sieg der Schweizer U17-Nationalmannschaft. Der SF-Mann über seine Gefühlsausbrüche und was einen guten Kommentator ausmacht.

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Euphorie herrscht: Die Schweizer U-17-Nationalmannschaft wird Weltmeister.
Bild: Keystone

   
«Die Zuschauer wollen Emotionen spüren»: SF-Kommentator Dani Wyler.

«Die Zuschauer wollen Emotionen spüren»: SF-Kommentator Dani Wyler.

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Wylers Worte

Dani Wylers Begeisterung über die Leistung der Schweizer U-17-Fussballnationalmannschaft kannte gestern keine Grenzen. Hörbar angespannt kommentierte er zuerst das Geschehen. Nach dem Spielende überbot er sich dann mit Superlativen: «Gigantisch. Super. Weltklasse. Spitze. Das Wunder von Nigeria – es fehlen mir die Worte!». Und: «Ich werde verrückt – wir träumen nicht!»

Sie kommentierten den Final von Zürich aus am Fernseher. Ist es nicht schwierig, sich so zu begeistern?
Das war eine ungewöhnliche Situation. Und natürlich nicht ideal, weil die Nähe zum Geschehen fehlte…

…trotzdem bekamen wir den emotionalsten Kommentar Ihrer Karriere zu hören.
Ist das so? Ich habe schon ähnlich emotionale Kommentare gehabt. Etwa beim CL-Final zwischen Liverpool-Milan, als die Engländer einen 3:0-Rückstand aufholten und dann im Penaltyschiessen gewannen.

Ein spezielles Spiel erfordert einen speziellen Kommentar?
Genau. Man muss als Kommentator stets dem emotionalen Pegel des Spiels Rechnung tragen. Ich bin als Kommentator ja auch Beobachter, der die Gefühle des Zuschauers teilt und wiedergibt. Und gestern war nun mal ein sporthistorisches Ereignis – zumindest aus Schweizer Sicht.

Es wurden bereits Stimmen laut, die Ihren Kommentar als übertrieben laut bezeichnen.
Meiner Meinung nach war mein Kommentar abgeklärt. Aber natürlich habe ich auch mitgelitten und mich mitgefreut. Aber dafür kann ich mir keine Vorwürfe machen, die Zuschauer wollen schliesslich bei einem solchen Ereignis Emotionen spüren.

Wer ist für Sie der bessere Fussballkommentator: Der nüchterne Deutsche oder der Südamerikaner, der minutenlang «Gooooal» schreit?
Das sind Extreme. Wie gesagt, ist die Emotionalität vom Spiel abhängig. Für mich muss ein guter Kommentator primär kompetent sein. Ausserdem sollte er nicht gekünstelt herüberkommen.

Gibts eine Direktive beim SF, die Begeisterungsausbrüche während eines Live-Kommentars betreffend?
Das müssen Sie die SF-Leitung fragen. Wir Kommentatoren diskutieren unsere Leistungen untereinander. Die Analyse des gestrigen Spiels steht allerdings noch aus.

Haben Sie in Sachen Begeisterung noch Raum gegen oben - wenn etwa die Schweizer A-Nationalmannschaft Weltmeister wird?
Die Frage stellt sich nicht: Die WM in Südafrika kommentieren andere.

Was halten Sie von Dani Wylers Kommentar? Meinungen bitte unten eintragen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.11.2009, 21:31 Uhr

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94 Kommentare

Christoph Hauser

16.11.2009, 14:21 Uhr
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Es ist sicher schwierig ein Spiel vor dem Fernseher zu kommentieren, der Ton (Stadionatmosphäre und Kommentator) vermischt sich nicht, das befremdet einfach. Ich muss aber auch sagen, dass ich Spiele lieber auf ARD oder ZDF schaue, die Kommentatoren sind einfach orgineller, irgendwie professioneller. Um dies in der Schweiz zu verbessern, würde ich es gerne sehen, wenn auf Dialekt kommentiert würde Antworten


Matthias Steiner

16.11.2009, 14:45 Uhr
Melden

Schon kurios, wie sich gewisse Schweizer immer gleich der Emotionalität anderer Schweizer schämen. Ich fände es befremdend, wenn ein solch epochales Ereignis, wie der sensationell erspielte WM-Titel einer Schweizer Auswahl, den Kommentator kalt liesse. Zum Glück ist Dani Wyler geflippt.! Das war wunderbar, und das erste Mal, dass ich seinen Kommentar wirklich geschätzt habe. Antworten



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