Kultur
Quoteneinbruch bei «Wetten, dass…?»: Wann setzt SF die Show ab?
Von David Vonplon. Aktualisiert am 03.03.2009 42 Kommentare
Schweizer Zuschauer bei «Wetten dass…?»
Boris Beckers Enthüllung, er werde seine Freundin Lilly Kerssenberg heiraten, nützte ebenso wenig wie der Umstand, dass Jennifer Aniston an Hundekuchen knabberte: Die Einschaltquote von «Wetten, dass…?» erreichte am letzten Samstag einen historischen Tiefststand. In Deutschland schauten zum dritten Mal in Folge weniger als 10 Millionen Zuschauer die Sendung – das gab es noch nie.
Auch in der Schweiz läuft Showmaster Thomas Gottschalk das Publikum davon: Weniger als eine halbe Million Zuschauer verfolgten die Show - ein Allzeit-Minusrekord. Wie schnell «Wetten, dass…?» die Einschaltquote wegbricht, zeigt ein Blick in die SF-Statistik: Im Jahr 2008 erreichte «Wetten, dass…?» im Durchschnitt einen Marktanteil von 39 Prozent, was 639'000 Zuschauern entspricht, 2007 waren es 45 Prozent, respektive 739'000 Zuschauer. In den besten Zeiten verfolgte auch in der Schweiz über eine Million Zuschauer die Sendung.
«Gewisse Ermüdung beim Publikum»
Beim Schweizer Fernsehen zeigt man sich besorgt über die Publikumserosion beim einstigen Quotengaranten. «‹Wetten, dass…?› war viele Jahre lang eine der erfolgreichsten Sendungen im Programm. Möglich ist, dass eine gewisse Ermüdung beim Publikum eingetreten ist», erklärt SF-Sprecher David Affentranger auf Anfrage von baz.ch/Newsnet. Man wolle nun prüfen, ob der Quotentaucher am letzten Samstag nur ein «Ausrutscher» gewesen sei.
Brisantes Detail am Rande: Aufgrund gleich schlechter Zuschauerwerte liess das Schweizer Fernsehen auch schon das Fallbeil nieder: Im März 2006 lief auf SF 1 letztmals die Samstagabendkiste «Ein roter Teppich für…». Die von TV-Profi Kurt Felix entwickelte Sendung hatte wie «Wetten, dass...?» am letzten Samstag bloss eine Einschaltquote von 28 Prozent erreicht. Zu wenig, wie SF-Unterhaltungschefin Gabriela Amgarten fand. Sie kippte daraufhin die Show aus dem Programm.
Trotzdem macht man sich in der SF-Unterhaltungsabteilung laut Affentranger (noch) keine Gedanken über eine Absetzung der Sendung: «Es ist zu früh, darüber zu beraten, ob wir die Show aus dem Programm nehmen wollen.» Man werde aber die weitere Entwicklung genau verfolgen. Was immerhin für die Beibehaltung spricht: Verglichen mit einem Showformat aus dem eigenen Haus, betragen die Übertragungskosten der ZDF-Produktion laut Affentranger nur einen Bruchteil.
Junges Publikum schaut lieber «DSDS»
Auch in Deutschland rätselt man nun über die Zukunft der einstigen Erfolgskiste. Was Showmaster Gottschalk zu schaffen macht: Das junge Publikum zieht dem TV-Klassiker die Casting-Sendungen der privaten Konkurrenz vor. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen verlor Gottschalk das Duell gegen Dieter Bohlen mit der Sendung «Deutschland sucht den Superstar» klar. Und schon im Januar hatte Gottschalk den Kürzeren gegen das «Dschungelcamp»-Finale gezogen – dies obwohl auch der Showmaster mit einer Tierkot-Wette in die unterste Schublade langte.
Kommendes Jahr läuft Gottschalks Vertrag mit dem ZDF aus. Was danach sein wird, ist noch unklar. Fest steht: Der deutsche Sender geht davon aus, dass der 58-Jährige, bereits seit 1987 Showmaster der Sendung, noch ein paar Jahre anhängen wird. Denn trotz sinkendem Zuspruch beim Publikum ist «Wetten dass…?» auch heute noch die wichtigste Talkshow im deutschsprachigen Raum.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.03.2009, 11:40 Uhr
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42 Kommentare
Wer will schon Boris Becker sehen oder andere, völlig uninteressante und langweilige Menschen. Ich schaue die Show schon lange nicht mehr. Die Aufgaben, die die "Stars", wenn sie beim Ausgang der Wette falsch getippt haben, lösen müssen, sind lächerlich und völlig witzlos. Früher ging es noch um eine gute Sache, heute geht es doch nur noch um Selbstinzenierung von Gottschalk und Co. Antworten
welche sendung erreicht denn im zeitalter vom internet, zatoo etc. noch einschaltquoten von einer halben million?! diese zahl ist beileibe nicht schlecht und ein marktanteil von über 30% zeugt davon, dass jeder 3!! den samstagabend damit verbringt jennifer aniston beim hundekese-essen zuzuschauen. wetten dass sich unter diesen 30% auch einige befinden, die sich nun negativ äüssern?! erbärmlich! Antworten
Bitte verschont uns künftig von solchen langfädigen Sendungen. Diese verschlingen nur Konzessionsgeld und bieten nichts neues Attraktives. Es soll auch kein Verkündigungsinstitut für altgediente Stars dienen, dazu eignet sich besser der Blick und ähnlich Medien! Antworten
Die Öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten können mit ihren Shows gegen die Shows der Privatsender wie DSDS, Hilfe ich bin ein Star, Supertalent, oder Schlag den Raab sowie die anderen Raab Shows längst nicht mehr mithalten. Ich ziehe die Shows der privaten vor, die sind unterhaltsamer, da nehme ich sogar die Werbung in Kauf. Wieso müssen wir für Nachahmer Shows auf SF noch Gebühren zahlen? Antworten
Es braucht auf SF1 gar keine Samstagabendschau mehr, denn SF1 ist selbst schon Unterhaltung genug. Und wenn's mal nicht reichen sollte, ruft Leutschenbach einfach die SRG herbei, dann ist Unterhaltung auf hohem Niveau garantiert: Einfach die SF- und SRG-Leute ("Macher") zeigen, wie sie arbeiten, dann kann man sich totlachen. Aber nur als Schwarzseher, denn sonst vergeht einem das Lachen. Antworten
Obwohl einige Wetten ganz unterhaltsam sind, hat sich das Format todgelaufen, wer will schon die 147. Gabelstaplerwette sehen? Das Schlimmste aber sind die ellenlangen Pallavereien irgendwelcher Promis, auch durch einige Showblocks kann das kaum aufgewertet werden. Es fragt sich aber mit was man bessere Quoten hinkriegt ? Patentrezept gibt es wohl Keines. Antworten
Mmmh, also wisst ihr, ich glaube es interessiert einem relativ wenig ob das Sf jetzt Wetten Dass absetzt oder nicht. Es läuft ja gelichzeitig noch auf Orf und ZDF. Da könnt ihr so lange darüber diskutieren wie ihr wollt. Wenn SF es absetzt dann schauen die, die es auch wollen, die Show ganz einfach auf dem ZDF and und die anderen können sich ja Luftaufnhamen auf HD suisse anschauen. wäre doch was! Antworten
Ich finde Sendung und Moderator nach wie vor einzigartig, zappe aber sofort dauerhaft weg, wenn ein Wettpate auftrittt, dessen Geschichten und Äusserungen mir schon in der Regenbogenpresse auf die Nerven gegangen sind. Würde jeder Gast nach Vollzug "seiner" Wette wieder entlassen, so wie beispielsweise bei Raab, würde ich eher bis zum Ende durchhalten. Antworten
Stimmt, hat sich schon rein gefühlsmässig ziemilch abgenützt. Ich glaube auch, dass die Zeit der grossen Samstagsabends-Shows vorbei ist. Dennoch ist WD immer noch etwas, was die ganze Familie - auch mit kleinen Kindern - kucken kann und weit spektakulärer als Bennissimo oder Deal-or-no-Deal. Wenn's nicht viel kostet und doch immer noch 500'000 kucken - und man auch keine bessere Idee hat ...? Antworten
Die "Show" ist längst zu einer Werbeveranstatlung verkommen. Dämmliche Wetten, dämliche Wortbegleitung vom Moderator, dämliche Interviews mit den sagenhaft dämlichen Promis (Becker). Wer ums Himmelwillen geht schon in eine Fernsehsendung und gibt seine Hochzeit bekannt!! Und wenn das SF die Sendung kippen sollte, dann bitte Bennissimo auch gleich. Danke Antworten
Die Sendung ist doch schon längst zu einer rein deutschen Schau geworden, wo die Gäste für den eigenen Film, das eigene Buch, die eigene Hochzeit werben oder sonst irgendwelche Eigenwerbung betreiben; auch brauchen wir keine Werbung mit deutschen Sportlern für die deutsche Sporthilfe; und das alles mit unseren CH-Billag-Gebühren. Seit langem keine internationale Schau mehr, also sofort absetzen! Antworten
dumme wetten, noch dümmlicher, oberflächlicher moderator. langweile gastacts. abspielen bereits bekannter hits. wie bei den lokalradios, dort sind doch die dauerhitabspielungen gekauft, wetten? auf ganzer linie keine innovationen, fast wie bei der baz, oder kommt hier und dort doch noch was umwälzendes? der existenzielle leidensdruck ist hier wie dort noch zuwenig gross. Antworten
Bei den Einschaltquoten kann es ja nur abwärts gehen. Im Gegensatz zu früher ist das TV- und Unterhaltungs-Angebot heute immens grösser; die Leute sehen sehr individuell. Bei der Diskussion wird nicht erwähnt, dass «Wetten, dass..?» nach wie vor eine tolle Samstagabendshow ist. Nicht zuletzt dank dem tollen Thomas Gottschalk. SF ist gut bedient, nicht auszusteigen. Wäre ja extrem peinlich. Antworten
Vielleicht mal wieder CH-Promis, CH-Wetten, Musik aus allen Sparten, US-Gäste bis zum Schluss auf der Couch, die Saalwette wieder aktivieren, nicht immer unter der Gürtellinie diskutieren, zu Sitte und Anstand Hr. Gottschalk verpflichten. Die beste Attraktivitätsidee, Wetten dass aus dem Programm kippen (Fr. Amgarten gleich dazu) und dafür einen schönen spannenden Film zeigen. Antworten
Man darf aber ruhig auch anmerken, dass Wetten dass auf seine Art "heimelig" ist... ein so verstaubtes Format erinnert an vergangene TV-Jahrzehnte... keine Samstagabend-Sendung kann es sich sonst erlauben, solche seichte "Unterhaltung" zu bieten... das ist doch herrlich. Nur nicht zu negativ sein. Antworten
Ich glaube nicht, dass das SF den Mut hat diese langsam äusserst peinliche Sendung aus dem Programm zu kippen. Ein Vorschlag: Schickt die Bilag und Benissimo zum Teufel und die gewonnenen Millionen reichen vielleicht ,die Fantasie der SF- Gestalter für eine neue Sendung zu aktivieren. Antworten
DAS waren noch Zeiten, als Testbilder gesendet wurden. Das war ehrlich. Heute hingegen füllt man die 24h mit Kitt jeglicher Art. Ein sehr interessantes Alternativ-Programm ist zu sehen auf AEG 40° mit Vorwaschen. Das bildet wenigstens noch ein wenig. Und ist etwa gleich spannend und auslaugend wie Television. "Liebe WEGschauer; wir begrüssen Sie herzlich zu unserem Abendprogramm...". Antworten
Wenn ich eine Talk Sendung sehen will, habe ich an den Nachmittagen genug Gelegenheit. Seit nur noch die Promis und das Blabla wichtig sind und die Wetten nettes Beigemüse, gehen auch die Quoten in den Keller! Vielleicht sollte man den Moderator wechseln und back to the roots der ersten Sendungen gehen... Antworten
gottschalk ist ein selbstdarsteller, aber als "gesprächsleiter" ist er eine völlige null. über seine gäste erfährt man praktisch nichts ausser dass sie eine neue cd, einen neuen film oder ein neues buch im angebot haben. hochzeitsankündigungen bestätigen die regel. Antworten
Die grossen Samstagabendshows sind im US-Fernsehen schon vor langem gestorben und darum war diese Entwicklung vorauszusehen. Die Jungen hatten um diese Uhrzeit schon immer andere Sachen vor, doch auch die älteren Semster nutzen heutzutage vermehrt andere Möglichkeiten, um sich am Wochenende unterhalten zu lassen. Antworten
Es wird bei Wetten dass...? keiner zu irgendetwas gewungen! Die Wetteinsätze sind schon vorher abgesprochen und es soll in der Show nur so aussehen, als wären sie überrascht! Ich finde solche Beiträge wie den von Ben etwas übertrieben und geschmacklos! OK, die Show hat etwas an Format verloren und gehört DRINGEND saniert, dann klappt es auch wieder mit der Quote! Antworten
Das Hauptproblem ist nicht Gottschalk (im Gegenteil), sondern die Gäste, die meistens niemand kennt oder interessiert (USA etc.) und langweilig sind. Nur vier Wetten war mehr als mager. Ich finde mind. Sechs sollten es schon sein. Wetten-dass ist und bleibt ein Klassiker - es sollte einfach mit neuen Ideen aufgepeppt werden. Den Super-Moderator haben wir ja. Antworten
Bitte verschont uns in Zukunft mit "Wette dass...?"!! Auf 3 Sendern gleichzeitig Langeweile. SF könnte sich absetzen und was anständiges bringen. Obwohl, ob das besser wäre.... Wenn ich da an Musikstar und diese Röbi Koller Wunschsendung oder so denke, lässt das auch nicht unbedingt hoffen. Dann lieber TV ausschalten und ein Buch lesen! Der Wehrmutstropfen die TV-Gebühren dafür zahle ich trotzdem Antworten
Interessanterweise bezeichnet der Tagesanzeiger "Wetten dass...?" als Talkshow, was eigentlich sehr zutreffend ist, denn die Wetten selbst sind ja eher nur noch Beiwerk. Uebrigens scheinen die Fernsehverantwortlichen nur eine massgebende Zielgruppe zu kennen: Die 14 - 49-Jährigen. Vielleicht ist es an der Zeit, diese Einteilung zu hinterfragen. Antworten



Trudy Pajarola
Gottschalk mit seiner Sendung hat sich totgelaufen. Es fehlen interessante Gäste, tolle Wetten oder eben eine neue Samstagabendkiste. Antworten