Kultur

Sender aus der Türkei und dem Balkan grösste Konkurrenz für SF

Der Marktanteil des Schweizer Fernsehen ging im letzten Jahr leicht zurück. Grösste Mitstreiter um die Aufmerksamkeit waren die Sender aus den Heimatländern der ausländischen Bevölkerung.

Insgesamt zufrieden: Fernsehdirektor Ueli Haldimann an der Jahrespressekonferenz.

Insgesamt zufrieden: Fernsehdirektor Ueli Haldimann an der Jahrespressekonferenz.
Bild: Keystone

Verglichen mit 2008 steht SF im letzten Jahr zwar um 0,9 Prozentpunkte schlechter da. Das liege aber in erster Linie an sportlichen Grossereignissen wie der Fussball-EM und den Olympischen Spielen in Peking. Diese hätten im Vorjahr besonders gute Zahlen geliefert, erklärte der neue Fernsehdirektor Ueli Haldimann am Dienstag vor den Medien. «Verglichen mit 2007, dem letzten Jahr ohne grosse Sportereignisse, haben wir nur 0,2 Prozentpunkte verloren.»

Im Grossen und Ganzen haben Informationsprogramme am meisten eingebüsst, so etwa die Hauptausgabe der «Tagesschau». Im Jahr 2008 erreichte sie einen Marktanteil von 55,5 Prozent. Im letzten Jahr waren es noch 53 Prozent. Vor zehn Jahren erreichte das Flaggschiff noch einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Auch die «Arena» erfreute sich 2009 weniger grosser Beliebtheit und musste ein Minus von 1,5 Prozent auf 25,3 Prozent Marktanteil hinnehmen.

Insgesamt ist Haldimann dennoch zufrieden. Es sei eine gute Leistung, dass sich die SF-Sender über die Jahre hinweg einigermassen stabil hielten. Diese Leistung sei umso besser, wenn man die wachsende Konkurrenz von privater Seite und aus dem Ausland berücksichtige.

Grösste Konkurrenz: «Sender aus der Heimat»

Grösste Mitstreiter um die Aufmerksamkeit waren im letzten Jahr aber nicht etwa die deutschen Privatsender der RTL- oder der ProSiebenSat.1-Gruppe, sondern Sender aus den Heimatländern der ausländischen Bevölkerung. Programme aus der Türkei beispielsweise oder aus Ländern des Balkans belegten im letzten Jahr zusammengerechnet bereits 16,1 Prozent Marktanteil. Das ist mehr als die RTL-Gruppe mit 15,7 Prozent und die ProSiebenSat.1-Gruppe mit 12 Prozent.

Innerhalb von fünf Jahren haben diese «Sender aus der Heimat» rund 6 Prozent Marktanteil gewonnen. Eine Entwicklung, die laut Haldimann wahrscheinlich weitergehen wird. Pläne, wie man Ausländer als SF-Zuschauer gewinnen könnte, gibt es bei SF aber nicht.

«Des Schweizers liebste Freizeitbeschäftigung»

Was für Haldimann aber ebenfalls nicht aufhören wird, ist die Liebe der Schweizerinnen und Schweizer zu ihrem TV-Gerät. «Auch in zehn Jahren wird das Fernsehschauen noch des Schweizers liebste Freizeitbeschäftigung sein.» Im letzten Jahr sassen die Deutschschweizer jeden Tag durchschnittlich 2 Stunden und 25 Minuten vor dem Fernseher, das sind vier Minuten mehr als 2008. Haldimann führt diesen Zuwachs nicht zuletzt auf die Wirtschaftskrise zurück, welche die Leute «eher mal auf dem Sofa bleiben lässt».

Dass das traditionelle Fernsehschauen schon bald von der Programmgestaltung am Computer abgelöst wird, glaubt Haldimann nicht. Natürlich würden jüngere Generationen vermehrt per Internet auf Sendungen zugreifen. «Dass man sich hin und wieder gerne als Couchpotato unterhalten lässt, wird sich aber nie ändern.» (rb/sda/)

Erstellt: 16.03.2010, 16:02 Uhr

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10 Kommentare

Marco Keller

17.03.2010, 11:59 Uhr
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Der Markanteil wird von knapp 5000 Personen auf 7.7 Milionen hochgerechnet, was meines Errachtens nicht aussagefähig ist....erstaunlich wie fest sich SF an diese Quote klammert. Antworten


Heinz Hauer

16.03.2010, 20:43 Uhr
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Jaja, die Statistiken...von welchen unabhängigen Institut wurden diese durchgeführt?Oder waren's eigene Statistiken?... Höchste Zeit dass die mal von hohen Ross absteigen,die Realität ins Augen schauen,und etwas bezüglich Programmangebote tun! Wäre interessant welche Altersgruppen schauen überhaupt noch SF, wann und wie lange?!... Gähn. Antworten


Bojan Antonovic

16.03.2010, 19:24 Uhr
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Dass die «Sender aus der Heimat» die grösste Konkurrenz darstellen, ist schlecht und gut. Schlecht, weil soziale Getthobildung entsteht. Gut, weil dies ein Signal ist, dass man sich die -immer öftere- Ablehnung der "Balkaner" nicht mehr gefallen lässt. Meine grösste Konkurrenz zum TV sind Internet und Bezahlformate, wozu die DVD auch gehört. Das normale Fernsehen ist mir zu fade. Antworten


Hella Ziegler

16.03.2010, 18:34 Uhr
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Wenn SF DRS ihr Signal verschlüsslen würde und die Konsumenten direkt entweder per Abo oder per Pay per View das Gesehene bezahlen würde, dann könnte SF DRS auch besser auf Ihre Zuschauer eingehen und viel massgeschneidertere Programme machen. Aber wahrscheinlich schläft das SF Management inkl. Herr Haldimann. Antworten


Jean Monnet

16.03.2010, 18:19 Uhr
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Wenn eine einzige Informationsquelle eine solche Marktmacht hat, kann eine Gesellschaft nur Schaden nehmen. 55.5% der Fernsehzuschauer schauen identische Nachrichten. Staatliche Sender sollten m.E. nicht existieren und bei privaten Sendern sollte die Unabhängigkeit gesichert werden. Das gilt für alle Länder. Bei einer solchen Medienkonzentration kann eine Demokratie nicht dauerhaft funktionieren. Antworten


Fritz Nussbaumer

16.03.2010, 17:46 Uhr
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Wie sollen sich Menschen in der Schweiz integrieren, wenn sie vom Morgen bis in die Nacht die Fernsehsender aus ihren Heimatländern schauen. Aber ich habe Verständnis dafür. SF DRS kann nicht einmal mir als Schweizer eine Identität vermitteln, eben: Staatsversehen. Antworten


Stefan Heimers

16.03.2010, 17:27 Uhr
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Es ist schon seltsam die Zahlen sämtlicher Türkischer und Balkanischer Sender zusammen mit der einer einzelnen Sendegruppe aus Deutschland zu vergleichen. Schon nur RTL und Pro7 zusammen haben ja mehr Zuschauer in der Schweiz und dann gibt's ja noch ARD und ZDF. Antworten


Markus Stutz

16.03.2010, 17:10 Uhr
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Durch die möglichkeit heimisches Fernsehen zu schauen wird die Integration in die CH-Gesellschaft immer unwichtiger und somit spalten sie die sogenannten Migranten noch mehr vom CH-Volk ab. Wurde in einer in England durchgeführten Studie so bewiesen. Antworten


Jens Bayer

16.03.2010, 17:06 Uhr
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Des Schweizer seine Lieblingsbeschäftigung ist nichts anderes als das Spiegelbild der Verblödung der Welt. Antworten


Stefan Meier

16.03.2010, 16:07 Uhr
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Dient ja sicher der Integration, wenn man die Kinder vor dem Satellitenfernseher parkieren kann. Wir wollen unseren talentierten Schätzchen sicher nicht noch zumuten, Deutsch zu lernen. Wo kämen wir denn da hin. Antworten



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