Kultur

TV-Kritik: Der märchenhafte Aufstieg einer Nachtclubtänzerin

Von Rico Bandle. Aktualisiert am 19.11.2009 10 Kommentare

Sie kam aus ärmsten russischen Verhältnissen und residiert nun in einer Luxusvilla am Zürichberg. «Reporter» befasste sich mit der Zürcher Hotelkönigin Ljuba Manz.

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Von der Nachtclub-Tänzerin zur Hotelkönigin von Zürich: Ljuba Manz.
Bild: SF/Reporter

   

Wiederholungen

Donnerstag, 19. November 2009, 14.35 Uhr auf SF1; Sonntag, 22. November 2009, 07.30 / 09.20 Uhr auf SFinfo.

Noch immer gibt sie gerne eine Tanzeinlage im sexy Kleid, zumindest an der legendären russischen Neujahrsparty in ihrem Hotel St. Gotthard an der Zürcher Bahnofstrasse. Das ordentliche Pensionsalter hat Ljuba Manz längst überschritten, was man ihr aber keineswegs ansieht. Kürzlich, anlässlich des 120-Jahr-Jubiläum des Hotels St. Gottard, wurde der märchenhaften Aufstieg der Ljuba Manz in den Medien wieder ausgebreitet, was wohl SF-Moderator Reto Brennwald auf die Idee brachte, diese aussergewöhnliche Frau für die Sendung «Reporter» zu porträtieren.

Manz wuchs in bescheidenen Verhältnissen in Russland und Wien auf, wurde Nachtclubtänzerin, trat auch in Genf und Zürich auf, heiratete erst in der Schweiz einen Fischhändler, dann zog sie aber den ganz grossen Fisch an Land: Hotelier Caspar Manz verliebte sich in sie. Die beiden heirateten, er übergab ihr die Leitung seines Imperiums, sie wurde zu einer der schillerndsten Figuren des Zürcher Jet-Sets. Die Manz-Gruppe ist mittlerweile stark geschrumpft und umfasst noch vier Luxushotels und andere Immobilien.

Die Mutter und ihre Muttersöhnchen

Ljuba Manz wird als extravagante Jet-Setterin gezeigt, als knallharte Chefin, als überehrgeizige Mutter. Ehrgeizig ist auch das Unterfangen Brennwalds, innerhalb von nur 30 Minuten eine Geschichte zu erzählen, die einen ganzen Groschenroman füllen könnte. Mehr als das bisher Bekannte erfährt man in diesem «Reporter» jedoch kaum, doch allein die Bilder aus einer Welt, die Normalsterbliche sonst nur aus Klatschmagazinen kennen, macht die Reportage sehenswert. Da sieht man zum Beispiel, wie bei ihrer Villa auf der Insel Ischia die Partygäste per Helikopter anreisen – nur Jürg Marquard lässt sich beim Aussteigen filmen. Wenn sich die Zwillingssöhne Mischa und Sascha wie Muttersöhnchen schüchtern über die Kleidung ihrer Mutter äussern, so ist das fast rührend. Sieben Sprachen lernten die beiden, erhielten eine Ausbildung als Konzertpianisten, für alles Mögliche stellte ihnen die Mutter Privatlehrer zu Verfügung. Mit 26 übernahmen sie die operative Führung des elterlichen Betriebs, wobei unverkennbar ist, wer weiterhin das Sagen hat.

Was das Geschäftliche angeht, hätte man vom ausgewiesenen Journalisten Reto Brennwald mehr erwarten dürfen, als dass einfach die Sichtweise der Familie dargelegt wird. Über den Führungsstil der Hausherrin kursieren die wildesten Gerüchte, die Schrumpfung des Manz-Imperiums unter ihrer Führung hätte zusätzlicher Erklärung bedarft. Brennwald liefert sie nicht, genausowenig geht er dem devoten Verhältnis der Kinder zur Mutter näher auf den Grund. Dafür hören wir schlüpfrige Sprüche, die aus ihrem Mund nicht nur charmant klingen, sondern auch voller Wahrheit stecken. Um nur einen zu zitieren: «Die Beine sind die besten Kameraden einer Frau, auch wenn sie einmal auseinander gehen.» Ljuba Manz ist mit ihren jedenfalls sehr weit gekommen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.11.2009, 11:08 Uhr

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10 Kommentare

günther sammer

19.11.2009, 11:46 Uhr
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wenn sie mit ihrem imperium erfolgreicher gewesen wäre, hätte das ganze einen anderen charakter, so sieht man nur wie weit man mit zwei beinen kommen kann Antworten


Bruno Jufer

19.11.2009, 11:23 Uhr
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Das Format "Reporter" ist schwach. Es wird versucht zu viele Facetten in kürzester Zeit abzulichten, fast wie das die deutschen Privatsender mit unterbelichteten "VIPs" machen. Das Thema: Ljuba Manz ist wie ihr eigenes Wesen auch sehr oberflächlich gewählt. Mich hätte es mehr interessiert etwas über jemanden zu erfahren, der nicht wegen den auseinandergehenden Beine zu Geld und Ehre gekommen ist. Antworten




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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.