Kultur

Überschätzte SF die SVP?

Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 25.10.2011 55 Kommentare

«Die SVP-Schweiz» lautet der SF-Dokfilm vom nächsten Donnerstag. Nach dem Sieg der Mitte ein etwas unglücklicher Titel.

1/4 «Keine Partei mobilisiert stärker»: Ausschnitt aus dem Dokfilm «Die SVP-Schweiz». (Copyright SRF)

   

TV-Tipp

«DOK»: Die SVP-Schweiz. Ein Dokumentarfilm von Karin Bauer. Donnerstag, 27. Oktober 2011, 20.05 Uhr, SF 1.

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Am Donnerstagabend zeigt das Schweizer Fernsehen einen Film über die SVP, Titel: «Die SVP-Schweiz». Beschrieb: «Über die Hälfte der Schweizer Stimmbürger steht inzwischen hinter der restriktiven Ausländerpolitik der SVP. Wer aber sind die Überzeugungstäter an der Basis, die den Nährboden der Partei ausmachen?» Wo harte Parolen auf Plakaten im Rapsfeld spriessten, treffe die Crew auf «Arbeiter, Hausfrauen und Unternehmer, die den Mikrokosmos Schweiz retten wollen».

Klingt nach einem spannenden Film. Bloss: Aktuell wird nach den Wahlen die neue Mitte gefeiert – und mit ihr eine neue Vernunft im Land. Steht eine Doku über die «SVP-Schweiz» nach der Wahlniederlage ebendieser Partei nicht etwas schräg in der Landschaft? «Das Drehbuch des Films sah von Anfang an vor, die SVP durch den Wahlkampf und die Wahlen zu begleiten», so SF-Chefredaktor Diego Yanez. «Unabhängig davon, ob die Partei nach dem Wahltag als Siegerin oder Verliererin dasteht.» Der Film werde derzeit wie vorgesehen mit dem Material vom Wahltag fertiggestellt.

Wenigstens keine Linkslastigkeit

Zu viel SVP tut uns nicht gut, befand das Volk am Sonntag. Das SF sieht das offenbar anders. Neben dem Dokfilm «Die SVP-Schweiz» hatte man am Montag nach den Wahlen in der Talkshow «Schawinski» Christoph Mörgeli eingeladen. Yanez dazu: «Christoph Mörgeli ist seit 14 Jahren gewählter Volksvertreter der SVP und hat die Partei in dieser Zeit entscheidend geprägt. Gerade in einer für die SVP schwierigen Situation ist es interessant, seine Position und seine Einschätzungen kritisch zu befragen.»

So kann man es auch sehen. Doch natürlich musste man sich auch hier schon im Vorfeld auf einen Talkgast festlegen. So legt der Dokfilm und auch die Einladung Mörgelis nahe, dass man beim SF die Möglichkeit einer SVP-Schlappe nicht ernsthaft in Betracht zog. Nicht dass man dem SF mangelnde Planung oder gar eine journalistische Fehlleistung vorwerfen könnte – auch viele Politbeobachter raunten vor den Wahlen noch von der 30-Prozent-Marke, die die SVP knacken könnte.

Seltsam muten da schon eher die Argumente an, die man nun vom Leutschenbach zu hören bekommt. «Die SVP hat die Schweizer Politik in den vergangen 20 Jahren geprägt wie kaum eine andere Kraft, und sie wird als stärkste Partei auch künftig einflussreich bleiben», so Yanez – und klingt dabei wie Toni Brunner bei seiner Stellungnahme nach der Wahlschlappe. Dabei sollte man das unglückliche Timing sportlich nehmen. Immerhin muss sich das Fernsehen so keine Linkslastigkeit vorwerfen lassen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.10.2011, 15:00 Uhr

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55 Kommentare

Mike Vonlamthen

25.10.2011, 15:28 Uhr
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Und dieser Artikel hier wurde wohl vor Bekanntwerden der endgültigen Abstimmungsresultate verfasst. Der Verlust der SVP ist mit 2.2 statt 3.6% relativ gering. Die an die BDP verlorenen Stimmen konnten sogar überkompensiert werden und die SVP ist nach wie vor die weitaus stärkste Partei im Lande. Es gibt also keinen Grund, in diesem tendenziösen Artikel von einer "Wahlschlappe" der SVP zu sprechen. Antworten


Xaveer Inderbitzin

25.10.2011, 15:47 Uhr
Melden 77 Empfehlung

soviel zum angeblich linken Schweizer Fernsehen. Aber jammern und vom linken Staatsfernsehen chlönen: Wer könnte das besser als die missverstandene und unterdückte SVP, welche regelmässig Opfer von Verschwörungen der unechten Schweizer und der falschen Parteien wird? Antworten




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