Kultur

Wenn Frauen talken

Aktualisiert am 09.09.2011 66 Kommentare

Der «Club» wird neu von zwei Frauen moderiert. Führen sie besser durch eine Gesprächssendung?

1/6 «Wenn es zwei Männer gewesen wären, hätte das niemanden gestört»: Die designierte «Club»-Leiterin Karin Frei.
Bild: SRF

   

Umfrage

Macht es einen Unterschied, ob eine Frau oder ein Mann den «Club» moderiert?




Umfrage

Packt Mona Vetsch die «Club»-Moderation?

Ja, sie bringt frischen Wind in die Sendung

 
58.7%

Nein, sie ist zu quirlig

 
41.3%

1885 Stimmen


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Der «Club» hat mit Karin Frei und Mona Vetsch neu zwei Frauen als Moderatorinnen. Da liegt die Frage auf der Hand, ob dies ein bewusster Entscheid seitens SF war. Oder anders gefragt: Sind Frauen die besseren Gesprächsleiterinnen? Ein Blick nach Deutschland, wo eben Anne Will von Günther Jauch von der Talk-Poleposition am Sonntagabend verdrängt wurde, lässt zwar die umgekehrte Vermutung zu. Doch natürlich entschied man sich für Jauch, weil er der mit Abstand prominenteste Moderator ist.

«Auf ihre Art gut gemacht»

Über Günther Jauch sagte Deutschlands andere grosse Talkerin, Sabine Christiansen, kürzlich: «Ich glaube, dass er das gut machen wird, keine Frage. Nur sollten wir uns nicht mehr der Illusion hingeben, dass jemand die Talkshow neu erfindet. Günther Jauch wird das mit seiner netten, jovialen Art sehr gut machen, Anne Will hat es auf ihre Art genauso gut gemacht.»

Was heisst «auf ihre Art»? Gibt es so etwas wie eine weibliche Handschrift beim Moderieren? Unterscheiden sich Männer und Frauen als Gesprächsleiter? Diego Yanez, Chefredaktor SF, sagt: «Was die Gesprächsführung angeht, sind nicht das Geschlecht, sondern die Persönlichkeit und die handwerklichen Fähigkeiten eines Moderierenden entscheidend.» Das Geschlecht habe bei der Auswahl für die neue «Club»-Moderation keine Rolle gespielt: «Für die Nachfolge der ‹Club›-Leitung und -Moderation haben wir sehr breit gecastet. Aus den vielen Bewerberinnen und Bewerbern haben wir mit Karin Frei und Mona Vetsch die beiden besten und geeignetsten Journalistinnen ausgewählt.»

Eine Träne mitvergossen

Die Konsumenten von Talksendungen sehen die Gender-Thematik offenbar anders. Weit über 80 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage auf baz.ch/Newsnet gaben an, dass «es einen Unterschied macht, ob eine Frau oder ein Mann den ‹Club› moderiert». Bis jetzt hatte man mit Christine Maier und Röbi Koller ja ein gemischtgeschlechtliches Gespann. Bloss wollen bei ihnen die klassischen soziolinguistischen Kommunikationsmerkmale (Männer verhalten sich kompetitiv, Frauen unterstützend) nicht passen: Christine Maier ist die ungeduldigere Moderatorin von den zweien. Auch Mona Vetsch dürfte im Vergleich zu einem Röbi Koller oder Ueli Heiniger den Gästen häufiger ins Wort fallen.

Vielleicht denkt die Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer bei weiblichen Talkerinnen gleich an die berühmteste Talkerin der Fernsehgeschichte: Oprah Winfrey. Die bestätigte in der Tat weibliche Klischees. Unbefangen quasselte sie vor einem Millionenpublikum über sich, Gott und die Welt. Wobei sie bei traurigen Anekdoten ihrer Gäste natürlich auch eine Träne mitvergoss. Mona Vetsch will den «Club» zwar auch bei ernsten Themen «lustvoll» moderieren. Doch genderbedingt ist das für sie nicht. Dass die Wahl der neuen «Club»-Moderation auf zwei Frauen fiel, ist für Vetsch wie Frei irrelevant. In den letzten 50 Jahren seien es meistens Männer gewesen, geben sie gegenüber an, nun habe man sich halt für zwei Frauen entschieden. «Die übliche Gender-Frage», so Karin Frei, «wenn es zwei Männer gewesen wären, hätte es niemanden gestört.» (phz)

Erstellt: 09.09.2011, 13:06 Uhr

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66 Kommentare

Yvette Fuchs

07.09.2011, 14:15 Uhr
Melden 52 Empfehlung

"Fernweh" im Schweizer Fernsehen. Man sieht: Mona Vetsch auf einem Schnellboot. Mona Vetsch vor Palmen. Mona Vetsch im Fond eines Autos. Mona Vetsch an einem Umzug. Mona Vetsch und ein schwarzes Kleinkind. Mona Vetsch am Steuer eines Autos. Mona Vetsch im Dschungel. Mona Vetsch am Strand. Mehr wäre weniger.
M.Vetsch sollte sich weniger in Szene setzen. Ich werde mir den Club mit M.V. nicht antun.
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Christian Loetscher

07.09.2011, 14:11 Uhr
Melden 49 Empfehlung

Mona Vetsch? Als Reiseanimateurin irgendwo auf der Welt, wo sie Auto fährt, frühstückt, einkauft und man nebenbei noch etwas vom bereisten Land erfährt, das mag ja noch erträglich sein. Aber den Club moderieren? Wäre sie doch bloss auf ihrem kleinen Bauernhof im Thurgau geblieben... Antworten




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