Autos gehen ab wie eine Rakete

«Fast & Furious 8» legt den erfolgreichsten Kinostart der Geschichte hin und plant jetzt ein nächstes Rennen – im All.

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Es sind nur ein paar Männer – und eine Frau –, die Auto fahren, aber sie tun es mit gigantischem Erfolg: 532 Millionen Dollar spielte der achte Teil der «Fast & Furious»-Reihe über das Osterwochenende ein. Das ist der erfolgreichste Filmstart der Geschichte, 3 Millionen Dollar besser als derjenige von «Star Wars: The Force Awakens» im Dezember 2015.

Was für ein Erfolg für eine Serie, die vor 16 Jahren als billiger B-Movie-Abklatsch des Surfthrillers «Point Break» begonnen hatte. Und sich seither immer wieder neu erfindet. Selbst der Unfalltod des Hauptdarstellers, Paul Walker, konnte ihr nichts anhaben. Im aktuellen, achten Teil gibt es eine rührende Schluss-Hommage an ihn. Sein Rennpartner (und Kopf der Serie) Vin Diesel beschäftigt sich darin aber auch mit den Oscargewinnerinnen Charlize Theron (sie ist die Bösewichtin) und Helen Mirren (sie hat einen fulminanten Kurzauftritt als böse Mama). Und es gibt actiongeladene Höhepunkte wie ein Rennen mit einem Atom-U-Boot über russisches Packeis.

Auch in der Schweiz Spitze: Trailer zu «Fast & Furious 8».

Das ist Teil des Erfolges. Es geht nicht nur um Motoren und Muskeln. Klar spielen Kraftprotze wie Dwayne «The Rock» Johnson und Jason Statham eine wichtige Rolle. Aber die Frauen werden nicht für dumm verkauft. Und die ethnische Durchmischung ist seit Jahren selbstverständlicher als in allen Filmreihen, die das jetzt gross propagieren und – den Märkten sei dank – immer mehr asiatische und schwarze Darsteller in Hauptrollen besetzen. Das machen die Autohelden schon lange.

An die Spitze gekommen ist «Fast & Furious 8» bezeichnenderweise dank China. 192,1 Millionen Dollar hat der Film allein dort eingespielt, fast doppelt so viel wie in den USA (98,8 Millionen). Im Produktionsland kam er so nicht an die 147 Millionen heran, die der Vorgänger «Furious 7» (der letzte Film mit Paul Walker) erreicht hatte. Aber weil der achte Teil in 19 weiteren Ländern auf Platz 1 preschte, eroberte er weltweit doch die Spitze.

In nur 12 Tagen eine Milliarde Dollar eingespielt

Klar sind solche Statistiken immer mit Vorsicht zu lesen: «Star Wars: The Force Awakens» startete zum Beispiel nicht gleichzeitig in China, hatte also diese Einnahmen am ersten Wochenende nicht. Potenzielle Kinohits laufen – nicht zuletzt aus Furcht vor Piraterie – in immer mehr Ländern gleichzeitig an. Und auch weil bei den Einnahmen die Inflation nicht berücksichtig wird, sind die neusten Filme gerne die erfolgreichsten.

Vollgas im April: Vin Diesel hat Benzin im Blut. Foto: Universal Pictures

Die britische Filmzeitschrift «Screen» hat diesbezüglich eine interessante Statistik veröffentlicht. Es geht darum, wie schnell die Blockbuster die Schallmauer von weltweit einer Milliarde Dollar Einnahmen durchbrechen (29 Filmen ist das bis jetzt gelungen). Am schnellsten war «Star Wars: The Force Awakens», der im Dezember 2015 genau 12 Tage dafür brauchte, gefolgt von zwei weiteren Filmen aus dem Jahr 2015: «Jurassic World» (13 Tage) und «Furious 7» (17 Tage). «Avatar», der immer noch erfolgreichste Film der Geschichte, brauchte im Jahr 2009 noch 19 Tage. Und «Titanic», der zweiterfolgreichste Film, taucht in dieser Statistik gar nicht auf – das sinkende Schiff konnte sich 1998 noch sehr viel mehr Zeit lassen, um auf die Zahlen zu kommen.

Auto bald in die grosse Garage im Himmel stellen?

«Fast & Furious 8» hat die halbe Milliarde also bereits am ersten Wochenende erreicht und wird bestimmt in zwei Wochen in dieser Liste auftauchen. Das schreit natürlich nach Fortsetzungen: Teil 9 (fürs Jahr 2019) und Teil 10 (für 2021) sind geplant, auch wenn es Experten gibt, die warnen und sagen, man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist. Brent Lang erinnert in der Fachzeitschrift «Variety» an Serien wie «Die Hard», «Lethal Weapon» und «Indiana Jones», die sich im Kino zu Tode gelaufen haben. Und empfiehlt Vin Diesel deshalb, seinen Wagen bald «in die grosse Garage im Himmel» zu stellen.

Dieser denkt aber nicht daran. Oder nur im übertragenen Sinn, denn eine Idee geistert schon lange herum: «Fast & Furious» soll ins All abheben. Stimmt, ein Autorennen auf dem Mond – so etwas kann nur bei Vin Diesel und seiner verrückten Truppe funktionieren.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.04.2017, 18:36 Uhr

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