«Da Vinci Code»-Filmer tricksen Vatikan aus

Aktualisiert am 29.04.2009

Weil «Der Da Vinci Code» ein blasphemisches Machwerk sei, verbot der Vatikan den Produzenten jegliche Filmaufnahmen in Rom. Doch diese filmten trotzdem – verkleidet als Touristen.

Szenenbild aus «Angels and Demons».

Szenenbild aus «Angels and Demons».

Der Film

«Angels and Demons», Ron Howard, 2009, startet bei uns Ende Mai.
Mit Ewan McGregor, Stellan Skarsgard, Tom Hanks.

Einen «Angriff auf Gott» stellt man sich gemeinhin anders vor. Doch der Vatikan liess nicht mit sich diskutieren. Als es um die Erlaubnis ging für den geplanten Film «Angels and Demons» im Vatikan Aufnahmen zu machen, lehnte er kategorisch ab. Normalerweise lese man das Drehbuch bei solchen Anfragen, sagte Pater Marco Fibbi, ein Sprecher der päpstlichen Diözese. Aber in diesem Fall habe der Name Dan Brown genügt. Den Produzenten wurde untersagt, innerhalb des Vatikans oder in irgend einer Kirche in Rom zu filmen. Und das, obwohl die Schlüsselszene des Films im Vatikan spielt.

Doch die Kleriker haben nicht mit dem Erfinderreichtum der Filmer gerechnet. Diese schickten nämlich kurzerhand als Touristen verkleidete Kameramänner in die heilige Stadt. Und diese schossen dort über 250'000 Bilder und filmten stundenlang in Kirchen wie Santa Maria del Popolo und Santa Maria della Vittoria.

Der Film beruht auf einer Vorlage von Dan Brown und erzählt die Vorgeschichte zum Da Vinci Code, der mit Tom Hanks verfilmt wurde. Das gefilmte Material wird nun dazu verwendet, eine möglichst echte digitale Version all der historischen Bauwerke und Monumente rund um den St. Petersplatz zu erstellen. Ryan Cook, verantwortlich für die Spezialeffekte erzählte dem Filmmagazin «Ciak», das Verbot hätte sie zunächst in grosse Verlegenheit gebracht. Um das Setting möglichst wirklichkeitsgetreu zu rekonstruieren sind nämlich Tausende von Fotos nötig, welche die als Touristen verkleideten Filmer nun lieferten.

Der Vatikan gab im März bekannt, dass er einen Boykott des Films erwägt. Der Da Vinci Code wurde von Offiziellen des Vatikans scharf angegriffen und die Katholiken zu einem Boykott aufgerufen. Der einzige Hinderungsgrund für ein Boykott gegen «Angels and Demons», so heisst es aus dem Vatikan, sei der befürchtete Werbe-Effekt, den ein solches Verbot haben könnte.

Erstellt: 29.04.2009, 16:20 Uhr

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