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Die beste Fernsehserie aller Zeiten kommt ins Kino

Die Serie «Nummer 6» («The Prisoner») wurde in Deutschland einst als «zu verstörend» zensuriert. Der kürzlich verstorbene Hauptdarsteller Patrick McGoohan musste wegen ihr sogar ins Ausland fliehen. Nun kommt der kafkaeske Albtraum ins Kino.

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In «Nummer 6» wird ein Geheimagent (Patrick McGoohan) von einer namenlosen Organisation entführt, weil er seinen Job an den Nagel gehängt hat. Er wacht in einem Ort namens «The Village» auf.

   

So kann man sich die Hölle vorstellen. Ein ehemaliger Secret-Service-Agent wird nach seinem Rücktritt entführt und auf einer alptraumhaften Insel gefangen gehalten. Die Menschen dort haben keine Namen, sondern Nummern, der Agent (gespielt vom gestern verstorbenen Patrick McGoohan) ist «Nummer 6». Gedanken und Handlungen der Inselbewohner werden von einer geheimnisvollen Macht kontrolliert, deren Sprachrohr «Nummer 2» ist. Wer aber ist «Nummer 1» – der grosse Unbekannte im Hintergrund?

Dies ist nur eines von vielen Geheimnissen, die die Insel bereithält. Wagt Nummer 6 etwa einen Fluchtversuch, kommen gewaltige fliegende Kugeln zum Einsatz, die aus den Fluten auftauchen und den Flüchtling an Land zwingen. Und was hat es mit der Vergangenheit von Nummer 6 auf sich? Früher ein hochrangiger Agent, hatte er kurz vor seiner Entführung seinen Job gekündigt. Nun versucht Nummer 2 (in jeder Folge ein anderer Darsteller) herauszufinden, warum er gekündigt hat. Diese Grundsituation zieht sich durch sämtliche 17 Folgen.

Kafka trifft auf Batman

Entfremdung und Ohnmacht gegenüber eines bürokratischen Apparats: Anleihen von «Nummer 6» bei Kafka sind offensichtlich. Gewisse Szenen sind denn auch eindeutige Referenzen an Orson Welles’ Kakfa-Verfilmung «Der Prozess». Die Serie nahm aber auch ihrerseits Einfluss auf andere Künstler. Nicht nur die «Simpsons» verweisen immer wieder auf «Nummer 6», auch Science-Fiction-Serien greifen das Thema der existenziellen Verlorenheit immer wieder auf. Und die Serie «Lost», wo Überlebende eines Flugzeugabsturzes sich auf einer unheimlichen Insel mit allerlei metaphysischen Ereignissen herumschlagen, dürfte direkt von «Nummer 6» abstammen. Gut möglich, dass auch die «Matrix»-Macher die eine oder andere Episode von Goohan im Kopf hatten.

Für viele Fernsehkritiker gilt «Nummer 6» als eine der grössten Leistungen des Mediums, die mit ihrer Rätselhaftigkeit und Originalität ein Phänomen produzierte, das höchstens noch mit «Twin Peaks» vergleichbar ist. Prominentester Fan der Serie ist wohl Christopher Nolan. Der «Dark Knight»-Regisseur hat bereits in seinem Thriller «Memento» die gleiche philosophische Frage gestellt, wie «Nummer 6»: Wird unsere Wirklichkeit nur durch das definiert, was wir wahrnehmen und woran wir uns erinnern? Und wie sehr können wir dem trauen?

Mordrohungen gegen Hauptdarsteller

Nolan will sich nun auch an ein Remake der Kultserie wagen. Gerüchten zufolge hat er den Stoff seit längerem im Auge und plant eine Spielfilm-Adaption im Jahr 2012. Bleibt zu hoffen, dass er sich den Schluss der mysteriösen Geschichte gut überlegt. Die unbefriedigende Auflösung von «Nummer 6» sorgte in Grossbritannien in den 60ern für einen Skandal – in Zuge dessen Patrick McGoohan auswanderte, weil er nach Morddrohungen um sein Leben fürchtete. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.01.2009, 14:07 Uhr

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