Kultur

Ende einer Ehe wegen einer Sexszene

Sam Mendes und Kate Winslet galten als Vorzeige-Paar im Film-Business. Nachdem sie die Trennung bekannt gegeben haben, spekuliert man über die Gründe.

1/5 Kate Winslet und Sam Mendes haben sich getrennt. Das Bild zeigt bei den Bafta-Awards in London vergangenen Februar. Mendes bei einem Besuch in Madrid vergangenes Jahr.

   

Kate Winslet und Sam Mendes, das Power-Paar der Traumindustrie trennt sich. Über die Gründe lässt sich wie immer in einem solchen Fall nur spekulieren. Es sei keine dritte Partei involviert, sagen Freunde. Das stimmt vielleicht, sofern mit dritte Partei allfällige Liebhaber gemeint sind. Eine Partei war allerdings von Anfang an Teil ihrer Ehe: der Erfolg. Wie man weiss, ist dies ein launischer Gefährte und wer damit eine Ménage à trois eingeht, baut seine Beziehung auf einem wackeligen Fundament.

Die Ironie will es, dass Winslet und Mendes sich zwei Jahre nach dem gemeinsamen Film «Revolutionary Road» nun ihrerseits trennen. Im Film, der für Winslet ein grosser Erfolg war, geht es darum, dass ein Paar, anstatt seine Träume getrennt zu verfolgen, sich gegenseitig zerfleischt. Und nun ist auch die Ehe des Regisseurs und der Hauptdarstellerin am Ende - natürlich sucht man da nach Parallelen. Und noch mehr Ironie: Erstmals seit ihrem Supererfolg «Titanic», stand Winslet wieder als Liebende mit Leonardo di Caprio vor der Kamera, oder vielmehr lag sie da, denn natürlich sah das Drehbuch eine heisse Sexszene vor – wohl auch für Filmprofessionelle wie Winslet/Mendes eine absurde Situation.

Pack ihr Gesicht!

Tatsächlich sei die gemeinsame Arbeit am Film ein Wendepunkt ihrer Ehe gewesen, haben Insider der «New York Daily News» verraten. Bei der Promotion für den Film spielten die beiden die Situation noch herunter, obschon damals schon eine gewisse Irritation spürbar war. Winslet sagte damals in einem Interview: «Ich hatte nie den Eindruck, dass die Sexszene Sam besonders peinlich war. Eher im Gegenteil: Er rief beispielsweise aus dem Raum nebenan, Leo soll seine Hand etwas härter in meinen Rücken drücken. Und wenn du ihr Gesicht anfasst, pack sie richtig!»

Hinter verschlossenen Türen habe Kate aber eingestanden, dass der Film eine grosse Belastung für ihre Ehe gewesen sei. Beide hätten durch die Dreharbeiten bislang verborgene Seiten am anderen entdeckt. Und dass Kate schliesslich bereut habe, mit ihrem Mann zusammen zu arbeiten.

Häusliche Natur

Ob es nun der Film war, oder eher Mendes' häusliche Natur, die der ausgehfreudigen Kate auf die Nerven ging, wie Freunde des Paares wissen wollen. Tatsache bleibt, dass Kate in den letzten Jahren erfolgreicher war als Mendes. Vergangenes Jahr war sie für sechs Oscars nominiert und gewann schliesslich einen für ihre Rolle in «The Reader» und einen Golden Globe für ihre Rolle in «Revolutionary Road». Mendes hatte im Jahr 2001 mit seinem Film «American Beauty» einen Oscar gewonnen, konnte aber in den vergangenen Jahren nicht mehr so richtig an diesen Erfolg anschliessen. Dennoch erschienen die beiden vor Jahresfrist in trauter Eintracht an der Oscarverleihung. Dieses Jahr kam Kate alleine.

Nun trennen sie sich also, «in gegenseitigem Einvernehmen», wie es so schön heisst. Man wolle in Zukunft auch die Sorge für die Kinder teilen, die Trennung sei «freundschaftlich, zivilisiert, sehr britisch», sagen gemeinsame Freunde. Hoffen wir, dass es so bleibt, auch wenn allenfalls trotzdem noch eine dritte Partei auftauchen sollte. (mcb)

Erstellt: 16.03.2010, 12:24 Uhr

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