Kultur

Kurzfilm der Woche: Lakonisches Kammerspiel

Aktualisiert am 24.08.2012 1 Kommentar

Grégoire trifft seine Verlobte und ihre Eltern im Restaurant. Die Atmosphäre ist angespannt. «Au café romand» zeigt, wie daraus ein Drama entsteht.

Unbehagen im Restaurant: Am Tisch mit den Schwiegereltern.

Film

«Au café romand», 8 Minuten. Regie: Richard Szotyori. Drehbuch: Matthias Urban. Kamera: Hans Meier. Produktion: Louise Productions. Schweiz 2008.

Kurzfilm der Woche

Der Kurzfilm gilt als die offenste, schnellste und oft auch mutigste Filmkunstform. Obs an der schnelllebigen Zeit liegt, in der wir leben? Auf jeden Fall erfreuen sich die Minifilme gerade an Festivals einer immer grösseren Beliebtheit – auch in der Schweiz, wo es eine lebendige Kurzfilmszene gibt. Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigt in Zusammenarbeit mit der Filmpromotionsagentur Swiss Films jeden Freitag einen exklusiven Schweizer Kurzfilm. Die Produktionen sind jeweils mindestens 24 Stunden online.

Die Stiftung Swiss Films ist die Promotionsagentur des Schweizer Filmschaffens. Als Partnerin der Filmschaffenden verstärkt sie die Sichtbarkeit und positive Wahrnehmung der helvetischen Filmkultur im Ausland und in der Schweiz. Kernaufgaben der Stiftung sind Verbreitung, kulturelle Vermittlung und Vernetzung des Schweizer Filmschaffens.

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Grégoire kommt zu spät zum Essen mit seiner Verlobten und seinen zukünftigen Schwiegereltern. Die Atmosphäre ist angespannt, das Gespräch wirkt gezwungen. Dann bestellt der Schwiegervater ein Menü mit Hirn für alle und ist herablassend zum zukünftigen Mann seiner Tochter. Als Grégoire auf die Toilette flüchtet, findet er eine Pistole – geladen und mit Schalldämpfer. Und das Drama nimmt seinen Lauf.

«Au café romand» ist ein verdichtetes Kammerspiel mit unerwarteten Wendungen. Die Hauptperson kommt ohne eigenes Verschulden unter die Räder. Lakonisch lässt der Film, an Jarmusch und Kaurismäki erinnernd, die Geschichte passieren.

Regisseur Richard Szotyori wurde 1972 in Bern geboren. Er studierte an der Filmakademie in Budapest und arbeitet als Forscher im Schweizerischen Filmarchiv in Lausanne. «Au café romand» wurde auf verschiedenen Festivals gezeigt und gewann in Locarno einen Preis. (lmm)

Erstellt: 24.08.2012, 12:40 Uhr

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1 Kommentar

Martina Puls

29.08.2012, 20:10 Uhr
Melden 1 Empfehlung 0

Spannend bis zur letzten Sequenz...uff! Mit so wenig Mitteln ein Gedankenlabyrinth inszeniert das seinesgleichen suchen darf im Schweizer Filmschaffen. Kann es Zufall sein, dass dieser bemerkenswerte Kurzfilm wieder aus der Suisse Romande kam....?! Ich wage es zu bezweifeln und sage: 'Vraiment excellent, mes amis!' Antworten



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