Kultur

Play it like Cantona: Die zehn besten Fussballfilme

Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 12.11.2009 9 Kommentare

Heute kommt «Looking for Eric» mit Eric Cantona ins Kino. Ein grosser Spass, zumal gelungene Fussballfilme selten sind. Wir erklären weshalb - und präsentieren Werke, die zu schauen sich lohnt.

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Fussballer auf Abwegen: Eric Cantona (r.) spielt in «Looking for Eric» sich selbst (Filmkritik siehe Spalte links).

   

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«Looking for Eric»

Der britische Postbote Eric (Steve Evets) ist in der Krise: Seine Frau hat längst ein neues Leben angefangen, daheim gammeln seine Stiefsöhne herum und im Schrank stapeln sich die Briefe, die Eric austragen sollte. Als er in der Not mit seinem Idol redet, das als Poster an der Wand hängt, steht dieses plötzlich leibhaftig im Zimmer: Eric Cantona, der einstige Taktgeber von Manchester United, im Fussballerleben ein Mann zwischen herausragenden spielerischen Qualitäten und unschönen Aussetzern.

Fortan begleitet der berühmte Eric seinen Schützling wie ein imaginärer Coach durch den Alltag. Mit selbstironischen Kalendersprüchen macht Cantona den Pöstler wieder fit fürs Leben. Altmeister Ken Loach, sonst das filmische Gewissen der Arbeiterklasse, hat mit «Looking for Eric» ein erfrischendes Feelgood-Movie gedreht - ohne dabei den genauen Blick für die Nöte der Unterschicht zu verlieren. Sein ständiger Drehbuchautor Paul Laverty hat die nicht ganz uneitle Filmidee von Eric Cantona in einen Plot gepackt, der ungezwungen zwischen bodenständiger Komödie und sozialem Drama pendelt. Sogar der Schlenker ins Gangstermilieu wirkt nicht aufgesetzt, und umwerfend ist der Showdown, als der Pöstler seine Fussballkumpels zur «Operation Cantona» aufbietet: Diesen Stosstrupp muss man gesehen haben. (flo)

Die meisten Fussballfilme sind etwa so spannend wie ein verregnetes Unentschieden in der Schweizer Super League. Bis auf wenige Ausnahmen erwiesen sich viele Produktionen denn auch als Kassengift («Libero», «Flucht oder Sieg», «Eine andere Liga»). Dabei haben Fussball und Film, die beiden grossen Phänomene der modernen Unterhaltungskultur, vieles gemeinsam: Helden, überraschende Wendungen und die Botschaft, dass der Bessere gewinnt. Sogar die Spieldauer von 90 Minuten ist ihnen gemein.

Dass Fussball und Film dennoch inkompatibel sind, liegt wohl an der Erzählstruktur des kommerziellen Spielfilms. Erstens ist dessen Ausgang trotz raffiniert gesetzten Twists meistens vorhersehbar. Oder um eines von Sepp Herbergers berühmten Axiomen zu zitieren: «Die Leute gehen zum Fussball, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht.» Weiter stellt der Film immer nur einen einzigen Protagonisten in den Mittelpunkt - ein ganzes Team eignet sich als Identifikationsfigur schlecht. Der Boxer als Einzelkämpfer, der sich seinem Gegner im Ring stellt, passt da viel besser ins populäre Spielfilmmuster.

Serien und Dokumentationen

Über diese Wahrheit vermag auch «Kick it like Beckham», einer der gelungensten Fussballfilme der letzten Jahre, nicht hinwegzutäuschen. In der Produktion aus dem Jahr 2002 setzt ein indisch-britisches Mädchen alles daran, im örtlichen Fussballteam mitzuspielen - gegen den Willen ihrer konservativen Familie. Der Fussball, obwohl omnipräsent, dient hier nur als Rahmenhandlung. Im Zentrum steht die Figur des Mädchens, das sich mit Gender- und Migrationsthemen herumschlagen muss. Es ist paradox: In einem guten Fussballfilm kommt möglichst wenig Fussball vor.

In Form einer Serie funktioniert Fussball ebenfalls. Denn eine Serie baut nicht nur auf einem einzigen Protagonisten auf, sondern spielt mit einem Ensemble an Charakteren. Die ausgezeichnete britische Serie «Footballer's Wives» etwa dokumentiert den fiktionalen Fussballklub «Earls Park F.C.», seine Spieler und deren Frauen. Auch Dokumentationen müssen sich nicht dem Diktat einer Spielfilmdramaturgie beugen. Dokus wie «Deutschland - Ein Sommermärchen» oder «Zidane, un portrait du 21e siècle» feiern konsequenterweise grössere Erfolge als fiktive Werke.

Kick it like Stallone

Den Publikumserfolg einmal beiseite gelassen, gibt es aus der Fan-Perspektive freilich immer wieder interessante Fussballfilme. Sei es, weil darin ein kickender Sylvester Stallone vorkommt («Flucht oder Sieg») oder weil die Hauptdarstellerin schlichtweg grossartig ist («Eine andere Liga»). In der Bildstrecke stellen wir zehn solche Beispiele vor.

Welches ist Ihr Favorit? Haben wir einen Film vergessen? Meinungen bitte unten eintragen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.11.2009, 12:41 Uhr

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9 Kommentare

Patricia Suter

12.11.2009, 11:24 Uhr
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Die Filme die man aufgelistet hat, sind wirklich gelungen. Allerdings frage ich mich was "Football Factory" in dieser Liste sucht. Im Film geht es Hauptsächlich um Prügeleien und Drogen. Fussballszenen? Wenn überhaupt nur am Rande. Ansonsten absolut gelungene Filme. "Männer wie wir" ist übrigens auch eine super Fussballkomödie. Antworten


Raphael Baumann

12.11.2009, 11:35 Uhr
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Der imho mit Abstand beste Film ist "Romeo And Juliet Get Married", ein absolutes muss!! Antworten




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