Kultur
«Täglich klingelt der Fed-Ex-Bote und bringt neue DVDs»
Von Rico Bandle. Aktualisiert am 04.01.2011 2 Kommentare
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Der Schweizer Oscarmacher: Reto Caffi. (Bild: Keystone )
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Die 5755 Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts erhielten letzte Woche eingeschriebene Post: Die Stimmzettel für die Nomination der Oscars 2011. Auch am Wohnort des Schweizer Filmemachers Reto Caffi in Köln klingelte ein Kurier. Caffi gehört zu den wenigen Schweizern Academy-Mitgliedern. Ausgefüllt hat er den Zettel allerdings noch nicht. «Ich war in den Ferien und konnte den Brief nicht entgegennehmen», so Caffi. Das wird er in den nächsten Tagen noch nachholen, er hat noch bis zum 14. Januar Zeit, bis dann müssen die Stimmzettel ausgefüllt zurückgeschickt werden.
Caffi war 2009 mit seinem Kurzfilm «Auf der Strecke» selbst für einen Oscar nominiert, in der Folge wurde er in die Academy aufgenommen. Eine grosse Ehre, die ihm keiner mehr nehmen kann: Die Mitgliedschaft ist auf Lebzeiten. Nebst der Möglichkeit, mitzubestimmen, bringt die Mitgliedschaft weitere Annehmlichkeiten mit sich. «Allein in den letzten Tagen habe ich 40 DVDs erhalten, die meisten von Filmen, die noch nicht im Kino waren», sagt er. «Täglich klingelt ein Fed-Ex-Bote und bringt neue Filme, das ist für einen Filmfanatiker das höchste aller Gefühle.»
Heisse Partys
Bei den Nominationen ist Caffi berechtigt, seine Favoriten für den Besten Film sowie für die Kategorien Kurzfilm und Animation einzugeben, bei der eigentlichen Wahl, die im Februar stattfindet, ist er in allen Kategorien stimmberechtigt, ausser bei der Kategorie bester fremdsprachiger Film. Welche Filmtitel er auf den Zettel schreibt, darf er nicht verraten, das verstösst gegen das Reglement.
Gibt es bei der Wahl auch Bestechungsversuche? Caffi hat bisher noch nie grössere Geschenke von Filmstudios angeboten bekommen. «In Hollywood, so heisst es, werben die Studios mit extravaganten Partys. Ein geflügeltes Wort unter Academy-Mitgliedern lautet darum ‹I havent seen the film but the party was great›.» Selber war er aber noch nie dabei, deshalb wisse er auch nicht, ob dies bloss eine Legende sei. Vor zwei Jahren allerdings schritt Caffi mit seiner Schweizer Crew, darunter der baz.ch/Newsnet-Filmredaktor und Co-Drehbuchautor Philippe Zweifel, noch selbst inmitten von Hollywood-Stars über den roten Teppich ins Kodak Theatre. Der Kurzfilm-Oscar stand in Griffweite.
Wer dieses Jahr die Oscars gewinnen wird, entscheidet sich an der 83. Academy-Award-Verleihung am 27. Februar in Los Angeles. Moderiert wird die Gala von den Schauspielern Anne Hathaway und James Franco. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.01.2011, 14:36 Uhr
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2 Kommentare
Was für ein tolles Privileg, freu mich schon auf die Oscars (hier müsste man glaub ich noch ein R/Registered setzen ;-) ) Weil es viel zu lange geht, bis viele Filme im Kino landen oder überhaupt erst garnicht anlaufen, kann man sich immerhin auf vielen tollen Blogs wie sennhausersfilmblog.ch und Webseiten wie Groarr.ch informieren. Antworten
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