Kultur
"Welthund" läuft im Kino
Von Jolanda Eggenberger. Aktualisiert am 20.08.2008 8 Kommentare
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Die Idee zum Film stammt aus der Feder von Barbara Saladin. Die 32-jährige Autorin und Journalistin schrieb 2004 einen Fortsetzungsroman in der Oberbaselbieter Zeitung "Volksstimme". Wenig später erschien die Geschichte unter dem Titel "Bachpfattli" als Buch. Um Bachpfattli (oder je nach Dorf auch Welthund, Landhund oder Bachwätsch genannt) dreht sich der Film. Die Story ist folgende: Nach Jahrzehnten kehrt Sarah Hirt ins Oberbaselbieter Dorf Rauringen, den Ort ihrer Kindheit zurück. Doch keine Spur von ländlicher Idylle erwartet sie, sondern eine mysteriöse Ekzemkrankheit. Viele im Dorf sind betroffen davon. Niemand kann sich erklären, woher die Krankheit kommt. Der Gemeinderat ist überfordert. Die Bevölkerung schwankt zwischen Sensationslüsternheit und Todesangst. Erst allmählich wird klar: Gestalten aus alten Volkssagen sind ins Hier und Jetzt zurück gekehrt. Bachpfattli treibt sein Unwesen...
"Welthund" ist eine Produktion, deren Kapital vor allem aus Herzblut, Goodwill und Naturalien besteht. Autorin Barbara Saladin: "Der Film "Welthund" ist eine Produktion mit der Baselbieter Bevölkerung. Wir wurden überall mit offenen Armen empfangen. Die Leute hatten sehr viel Vertrauen in uns. Eine Wirtin zeigte uns in ihrer Beiz, wo was ist. Dann hinterliess sie uns für alle Fälle ihre Telefonnummer und liess uns gewähren." Regisseur Ueli Ackermann ergänzt: "Das Interesse und die Gastfreundschaft der lokalen Bevölkerung waren einzigartig. Da wir zum Teil mitten in den Dörfern drehten, waren wir für etliche auch eine Art "Hollywood zum Anfassen". Wer darf denn sonst schon auf einem Filmset zuschauen, ohne gleich fortgeschickt zu werden." Von Sponsoren, Gemeinden und der Kulturförderung der Kantone erhielten die Filmemacher gerade mal 80'000 Franken. Bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler wie Florian Schneider, Bea Schneider, Roland Herrmann, Sylvia Bossart, Urs Bosshardt, Léonie Wieland und Charlotte Heinimann sowie zahlreiche Laiendarsteller stellten sich alle gratis zur Verfügung. Erst wenn der Film jetzt im Verleih Geld einbringt, erhalten sie eine Gage.
Der Film lebt von seiner Einbettung ins Baselbiet. Das Viadukt von Rümlingen sowie der Dorfkern von Böckten kommen prominent vor. Die Crew drehte zudem in den Gemeinden Häfelfingen, Läufelfingen, Gelterkinden, Sissach, Allschwil, Dittingen, Eptingen, Diegten und Liestal. Sogar Basel kam zum Zug. Barbara Saladin: "Beim Schauen des Filmes werden die Zuschauerinnen und Zuschauer immer wieder Schauplätze und Orte erkennen. Oder sich fragen, wo diese und jene Einstellung gefilmt wurde."
Drei Jahre lang hat Barbara Saladin für diesen Film gearbeitet. Jetzt ist sie sehr erleichtert: "Es war sehr spannend, diesen Film zu realisieren. Immer wieder neue Arbeiten kamen auf mich zu. Auch jetzt komme ich kaum zum Ausruhen." Ueli Ackermann verspürt eine grosse Genugtuung: "Das schwierigste war, bis zum Schluss durchzuhalten. Es war ein beschwerlicher Weg bis hierher. Mangels Geld wussten wir nie, ob wir überhaupt weitermachen können oder nicht. Ich bin jetzt einfach wahnsinnig glücklich."
"Welthund" ist gut angelaufen. Der Film soll jetzt zuerst regional in den Kinos ausgewertet werden. Die Filmemacher haben jedoch bereits Anfragen von Kinos aus den Kantonen St. Gallen, Schaffhausen und Appenzell Ausserrhoden auf dem Pult. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.08.2008, 10:04 Uhr
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