«La La Land» schlägt Golden-Globe-Rekord

In Hollywood wurden im Beverly Hilton Hotel die begehrten Golden Globes verliehen. Der Animationsfilm «Ma vie de Courgette» des Schweizers Claude Barras ging leer aus.

Golden Globe für Emma Stone: die Schauspielerin ist zu Tränen gerührt. Video: Tamedia/Reuters

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Sieben Mal nominiert, sieben Mal gewonnen: Das Musical «La La Land» ist in der Nacht auf Montag bei den Golden Globes seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Die Romanze gewann so viele Trophäen wie noch kein Film zuvor bei den Golden Globes.

«La La Land», eine Hommage an das goldene Zeitalter des Musicals von Regisseur Damien Chazelle, gewann unter anderem die Preise in der Sparte Musical/Komödie, für die Hauptdarsteller sowie für die beste Regie. Bislang hielten «One Flew Over the Cuckoo's Nest» und «Midnight Express» den Globe-Rekord. Beide waren in den 1970er Jahren mit je sechs Trophäen geehrt worden.

In der Kategorie «Bestes Musical/Komödie» setzte sich «La La Land» gegen «20th Century Women», «Deadpool», «Florence Foster Jenkins» und «Sing Street» durch. Chazelle wurde als bester Regisseur geehrt und setzte sich damit gegen Mel Gibson («Hacksaw Ridge»), Barry Jenkins («Moonlight»), Kenneth Lonergan («Manchester by the Sea») und Tom Ford («Nocturnal Animals») durch.

Gosling setzte sich in der Kategorie bester Schauspieler in einer Komödie oder einem Musical gegen Colin Farrell («The Lobster»), Hugh Grant («Florence Foster Jenkins»), Jonah Hill («War Dogs») und Ryan Reynolds («Deadpool») durch.

Stone gewann gegen Annette Bening («20th Century Women»), Lily Collins («Rules Don't Apply»), Hailee Steinfeld («The Edge of Seventeen») und Meryl Streep («Florence Foster Jenkins»).

Ausserdem bekam der Streifen die Preise für das beste Drehbuch, die beste Filmmusik und den besten Song.

Hauptpreis für «Moonlight»

Enttäuschend verlief der Abend für die Macher von «Moonlight». Obwohl sechsmal nominiert, schaute nur gerade eine einzige Auszeichnung für den Film von Regisseur Barry Jenkins heraus, immerhin aber in der Hauptkategorie als bestes Filmdrama. Das berührende Werk erzählt von einem jungen, schwulen Afroamerikaner.

Als bester Drama-Schauspieler wurde Casey Affleck ausgezeichnet. Für seine Leistung im Familiendrama «Manchester by the Sea» erhielt er seinen ersten Golden Globe.

Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert ist für «Elle» mit dem Golden Globe als beste Schauspielerin ausgezeichnet worden. Sie holte die begehrte Trophäe mit ihrer Rolle als Vergewaltigungsopfer im Film von Paul Verhoeven. Auch für sie ist es der erste Globe.

«Ma vie de Courgette» ging leer aus

Leer ging der schweizerisch-französische Animationsfilm «Ma vie de Courgette» des Walliser Regisseurs Claude Barras aus. Das Werk musste sich der Disney-Produktion «Zootopia» geschlagen gegeben. Schon die Nomination galt aber als Sensation. Noch nie in der über 70 Jahre währenden Geschichte des Wettbewerbs war ein Schweizer Regisseur nominiert.

Der Film hatte erst in der vergangenen Woche in der Westschweiz die Marke von 100'000 Kinoeintritten überschritten. Nach Angaben des Verleihs Praesens-Film schafften das bisher nur Animationsfilme der grossen US-Studios. In der Romandie ist der Film demnach der erfolgreichste seit 2000.

Eine Preisträgerin stand vorab schon fest: Schauspielerin Meryl Streep sollte den Cecil B. DeMille-Ehrenpreis für ihr Lebenswerk erhalten. Aus Schweizer Sicht sind die Blicke auf die Auszeichnung als bester Animationsfilm gerichtet: Dort ist Claude Barras' «Ma vie de Courgette» nominiert.

Jimmy Fallon scherzt über Trump

US-Moderator Jimmy Fallon hat in seinem Eröffnungsmonolog bei den Golden Globes gleich mehrfach den künftigen US-Präsidenten Donald Trump auf die Schippe genommen. Unter anderem machte er sich lustig darüber, dass viele Stars Trumps Amtseinführungsfeier meiden wollen.

Die Hauptfigur in der Komödie «Florence Foster Jenkins» sei die schlechteste Opernsängerin aller Zeiten gewesen, sagte Fallon am Sonntag in Los Angeles. «Und selbst sie hat es abgelehnt, bei Donald Trumps Amtseinführung aufzutreten.»

Jimmy Fallon mit einem Seitenhieb gegen Donald Trump. (Video: Youtube/People)

Die Verleihung sei «einer der wenigen verbleibenden Orte, an denen Amerika das direkte Wahlergebnis würdigt», scherzte Fallon über die Tatsache, dass Hillary Clinton trotz knapp drei Millionen Stimmen mehr wegen des Wahlsystems verlor. Zuschauer bräuchten sich aber nicht über eine korrekte Auszählung zu sorgen, sagte Fallon weiter. «Alle Ergebnisse wurden zertifiziert von (der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) Ernst und Young und Putin.»

Auch Streep äusserte sich politisch. Ohne Trump beim Namen zu nennen erklärte sie, Journalisten und Prominente aus Hollywood würden verunglimpft. Wenn die Mächtigen ihre Position nutzten, um andere zu mobben, würden alle verlieren. Hollywood sei ein Platz, in dem Menschen aus verschiedenen Orten vereint seien, um Zuschauer fühlen zu lassen, was sie fühlten. «Wenn man sie alle tötet, hat man nichts mehr ausser Fussball und Kunst-Kampfsport zu sehen - was keine richtige Kunst ist», sagte sie.

Jimmy Fallon ist der Moderator der 74. Golden Globes. (Video: Youtube/The Tonight Show Starring Jimmy Fallon)

Die seit 1944 vergebenen Golden Globe Awards sind die wichtigsten Filmpreise nach den Oscars und gelten als Stimmungstest für diese. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von knapp 100 internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten. Die Verleihungszeremonie findet traditionell bei einem lockeren Gala-Dinner statt.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Die Sicherheitsvorkehrungen vor der Verleihung der 74. Golden Globes waren so hoch wie nie. Die Polizei von Beverly Hills stellte am Sonntag in langen Reihen Einsatzfahrzeuge auf, zig Beamte sicherten das Beverly Hilton Hotel ab. Hintergrund sind die jüngsten Terroranschläge in Europa sowie die tödlichen Schüsse im Flughafen von Fort Lauderdale am Freitag. (chk/sda/AP)

Erstellt: 09.01.2017, 02:50 Uhr

Die Golden-Globe-Gewinner

Die 74. Golden Globes sind verliehen worden. Gross abgeräumt hat vor allem «La La Land». Ein Überblick über die diesjährigen Globe-Gewinner, die am Sonntagabend in Beverly Hills ausgezeichnet wurden:

Film

- Bestes Filmdrama: «Moonlight»

- Bestes Komödie oder Bestes Musical: «La La Land»

- Bester Darsteller, Drama: Casey Affleck, «Manchester By the Sea»

- Beste Darstellerin, Drama: Isabelle Huppert, «Elle»

- Beste Regie: Damien Chazelle, «La La Land»

- Bester Darsteller, Komödie oder Musical: Ryan Gosling, «La La Land»

- Beste Darstellerin, Komödie oder Musical: Emma Stone, «La La Land»

- Bester Nebendarsteller: Aaron Taylor-Johnson, «Nocturnal Animals»

- Beste Nebendarstellerin: Viola Davis, «Fences»

- Bester Animationsfilm: «Zootopia»

- Bestes Drehbuch: Damien Chazelle, «La La Land»

- Bester Soundtrack: Justin Hurwitz, «La La Land»

- Bester Song: «City of Stars» aus «La La Land»

- Bester fremdsprachiger Film: «Elle» aus Frankreich

Fernsehen

- Beste Serie, Drama: «The Crown»

- Bester Darsteller, Drama: Billy Bob Thornton, «Goliath»

- Beste Darstellerin, Drama: Claire Foy, «The Crown»

- Beste Serie, Musical oder Komödie: «Atlanta»

- Beste Darstellerin, Musical oder Komödie: Tracee Ellis Ross, «black-ish»

- Bester Darsteller, Musical oder Komödie: Donald Glover, «Atlanta»

- Beste Miniserie oder bester Fernsehfilm: «The People v. O.J. Simpson: American Crime Story»

- Beste Darstellerin, Miniserie oder Fernsehfilm: Sarah Paulson, «The People v. O.J. Simpson: American Crime Story»

- Bester Darsteller, Miniserie oder Fernsehfilm: Tom Hiddleston, «The Night Manager»

- Beste Nebendarstellerin, Serie, Miniserie oder Fernsehfilm: Olivia Colman, «The Night Manager»

- Bester Nebendarsteller, Serie, Miniserie oder Fernsehfilm: Hugh Laurie, «The Night Manager»


- Cecil B. DeMille Award fürs Lebenswerk: Meryl Streep

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