Kultur

Klassiker der Woche: Richard Nixon, Pianist

Von Susanne Kübler. Aktualisiert am 25.02.2016 12 Kommentare

Bei den amerikanischen Präsidenten gabs immer wieder musikalische Talente. Richard Nixon hat sogar komponiert.

Demokratische Geigen für den Republikaner: Richard Nixon (r.) mit Moderator Jack Paar. (Video: Youtube/Ken Houghton)

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Teilen und kommentieren

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Stichworte

Klassiker der Woche

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Teilen und kommentieren

Gut, die Gattungsbezeichnung Klavierkonzert ist vielleicht ein bisschen hoch gegriffen. Es gibt in diesem Stück zwar ein Klavier, und es gibt (im Off) fünfzehn demokratische Geigen, wie der Moderator Jack Paar süffisant ankündigt. Aber musikalisch würde man es doch eher in einer Bar als in einem Konzertsaal ansiedeln.

Aber es geht hier ja nicht um die Musik, sondern um ihren Schöpfer und Interpreten: Um den Republikaner Richard Nixon also, den damals noch zukünftigen 37. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Sein kulturelles Interesse war schon immer gross gewesen; er konnte lange Passagen aus Shakespeare-Stücken auswendig rezitieren, seine Frau hatte er bei einer universitären Theatertruppe kennen gelernt. Und am Klavier, das sieht man hier, trifft er mit einer gewissen rhythmischen Lockerheit durchaus die richtigen Töne – wenn auch mit ziemlich klammen Fingern (ein Klavierlehrer würde zumindest die Haltung von Ringfinger und kleinem Finger sofort korrigieren).

Die Aufnahme entstand 1963, zu einer Zeit, als Nixon seine politische Karriere nach einer Niederlage bei den kalifornischen Gouverneurswahlen eigentlich offiziell beendet hatte. Dass er seine Zukunft nicht am Klavier sah, wird hier dennoch klar – nur schon in der Bemerkung zum Pianisten im Weissen Haus, mit der er sich auf Harry S. Truman bezog.

Bernie Sanders, Dirigent

Auch Truman hatte Klavier gespielt, er war wohl der musikalischste der bisherigen amerikanischen Präsidenten. Bill Clinton zeigte sich gern mit Saxophon. Und wenn Sarah Palin die Wahl geschafft hätte, hätte sie den Triumphmarsch auf der Querflöte begleiten können.

Bei den derzeitigen Kandidaten scheint es dagegen keine derartigen Ambitionen zu geben – oder doch? Schaut man sich Bernie Sanders Reden an, die er mit geradezu dirigentenhafter Gestik zu untermalen pflegt, erstaunt es jedenfalls nicht, dass da bereits Collagen mit Musikunterlegungen kursieren. Wer weiss, wenns nicht klappt mit dem Weissen Haus, läge da vielleicht noch etwas drin.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.02.2016, 11:11 Uhr

12

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.
Werbung

12 Kommentare

Ike Conix

25.02.2016, 11:46 Uhr
Melden 13 Empfehlung 0

Ist nicht auch die Adaption von Händels Wassermusik "Watergate" aus den frühen 1970er-Jahren von ihm? Antworten


Alain Burky

25.02.2016, 14:40 Uhr
Melden 3 Empfehlung 0

Donald Trump bläst dann zum Radetzkymarsch. Als die Cowboys noch schneidig, und die Cowgirls noch fesch waren ... Antworten