Nicht immer nur die erste Geige spielen

Aktualisiert am 27.02.2010

Ein neuartiges Unterrichtskonzept in Zürich zeigt, dass gemeinsames Musizieren dazu geeignet ist, Führungskräften spielend grundlegende Management-Fähigkeiten beizubringen.

Harmonisches Miteinander: Erst im Zusammenspiel wird Musik für den Einzelnen zum Erlebnis.

Harmonisches Miteinander: Erst im Zusammenspiel wird Musik für den Einzelnen zum Erlebnis.
Bild: Keystone

Zusammen mit dem renommierten Ensemble Collegium Novum bietet eine Unternehmensberatungsfirma ein- bis zweitägige Workshops an, für die nicht einmal die Kenntnis der Notenschrift notwendig ist. Zentral sind dabei die Teambildung und die «Führung ohne formelle Autorität», wie Firmenchefin Christina Kuenzle der Nachrichtenagentur SDA erläuterte.

Die Kursteilnehmer erarbeiten in Kleingruppen zusammen mit jeweils einem Collegium-Novum-Musiker ein Stück, das sie schliesslich dem Plenum präsentieren. Der Profi nimmt dabei nur eine «halbdirektive» Stellung ein. Die Führung übernimmt laut Kuenzle «jeweils der, der gerade das Beste beizutragen hat».

Das Loslassen erlernen

Dass viele Chefs es nicht schaffen, die Führungsrolle zeitweise aufzugeben, ist laut Kuenzle nämlich «eines der Hauptprobleme in der Wirtschaft». Im Kurs mit den Musikern, die ja auch ohne Dirigent auskommen, lernten die Manager, zwanglos den fliessenden Wechsel zwischen führen und folgen, brillieren und unterstützen, Autorität und Partnerschaft.

Nachdem das Collegium Novum bereits erfolgreich mehrere solcher Workshops im Auftrag von Firmen durchgeführt hatte, werden die Kurse nun neu öffentlich ausgeschrieben. (raa/sda)

Erstellt: 27.02.2010, 18:11 Uhr

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