Kultur

Teurere Tickets für Deutsche?

Von Daniel Arnet. Aktualisiert am 02.03.2011 60 Kommentare

In Basel diskutieren Politiker darüber, ob Theaterticketpreise für auswärtige Besucher erhöht werden sollen. Eine Strategie auch für andere Schweizer Städte?

«Bei uns ist jeder Besucher gleich viel wert»: Im Opernhaus Zürich sind Ticketpreise nach Herkunft kein Thema.

«Bei uns ist jeder Besucher gleich viel wert»: Im Opernhaus Zürich sind Ticketpreise nach Herkunft kein Thema.

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Am Rheinknie tat sich der Stadt-Land-Graben auf: Die Stimmbürger des Kantons Baselland lehnten im Februar eine Erhöhung der Subventionen für das Theater Basel um 4,25 Millionen Franken ab. Das, obwohl rund die Hälfte der Besucher aus Liestal und Umgebung kommen, von den Subventionsgeldern aber weniger als ein Fünftel in die Stadt fliessen. Dieses Ungleichgewicht empfinden manche SP- und SVP-Politiker aus der Stadt als ungerecht und denken laut darüber nach, von den ausserkantonalen Besuchern höhere Eintrittspreise zu fordern.

Ist das ein probates Mittel, um die drohenden Defizite der Theaterhäuser zu verhindern? Auch das Zürcher Opernhaus könnte nach dem im Januar vermeldeten Fehlbetrag von fünf Millionen Franken zusätzliche Gelder gebrauchen. Mit seiner grossen Ausstrahlungskraft zieht das Opernhaus jährlich Tausende reicher Aargauer, Zuger und Schwyzer an – eine zusätzliche Einnahmequelle?

Besucher zweiter und dritter Klasse

Zumindest in der Intendanz von Alexander Pereira ist keine Differenzierung von Billettpreisen für Zürcher und Nicht-Zürcher geplant. «Das wäre unfair», sagt Opernhaus-Mediensprecher Luka Kalas, «bei uns ist jeder Besucher gleich viel wert.» Und Adrian Balmer, Verwaltungsdirektor des Luzerner Theaters, sagt: «Obwohl wir das fürchterlich finden, haben auch wir im Zusammenhang mit dem Kanton Obwalden über unterschiedliche Billettpreise diskutiert, uns dann aber gütlich geeinigt.» Als Präsident des Schweizerischen Bühnenverbands ist Balmer um einvernehmliche Lösungen bemüht. Den Kulturlastenausgleich, den die Innerschweizer Kantone mit Zürich erarbeitet haben, erachtet er für die Basler als mustergültig.

Luka Kalas vom Opernhaus wirft zudem die Frage auf, wie mit ausländischen Zuschauern umzugehen sei, da von dort gar keine staatlichen Subventionen zu erwarten sind. «Müssten wir dann von deutschen Besuchern noch höhere Ticketpreise verlangen als von ausserkantonalen? Dann hätten wir nicht bloss Zuschauer erster und zweiter, sondern auch dritter Klasse», sagt Kalas. In der Grenzstadt Basel würde sich dieses Problem sogar noch verschärfen.

Weitere Diskussionen

Das mag mitunter ein Grund sein, weshalb auch die Verantwortlichen am Rhein vorerst nichts von einer Erhöhung der Ticketpreise für Auswärtige wissen wollen: Um das Loch in der Kasse des Theaters Basel zu stopfen, hat der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt einer Erhöhung der Subventionen um 1,5 Millionen Franken zugestimmt. Dadurch wird das Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land allerdings noch grösser – und für weiteren Diskussionsstoff ist gesorgt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.03.2011, 12:33 Uhr

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60 Kommentare

Laurent Bertrandt

02.03.2011, 21:33 Uhr
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@Andreas Bächle: Das provokante Sprüche nun immer öfters von uns Deutschen gegen Euch Schweizer kommen, habt Ihr Euch selber zuzuschreiben. Wie oft wird hier von Schweizern gegen Deutsche gehetzt und geschimpft. Das jetzt öfters die Retourkutsche kommt, erklärt sich von selbst. Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Antworten


Thomas Läubli

02.03.2011, 21:30 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Das Wort "elitär" ist kein Schimpfwort, sondern zeigt, wo grosse Kunst gemacht wird. Daher ist das Theater die Subventionen absolut wert. Das Theater lässt sich wegen dem kognitiven Mehrwert sicher nicht mit Fussball vergleichen. Wer behauptet, das Theater sei nur für die Oberschicht, diskreditiert zudem eine interessierte Unterschicht, die nicht dem Geistessozialismus verfallen ist. Antworten




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