Kultur
Allahu akbar! Minarett-Kunst erhitzt die Gemüter
Von Rico Bandle. Aktualisiert am 04.09.2008
Artikel zum Thema
Info-Box
Die Ausstellung mit dem Minarett
Das Minarett von Gianni Motti ist Teil der Ausstellung «Average» im Kunsthaus Langenthal. Darin untersuchen 15 Künstler und Künstlergruppen aus dem In- und Ausland den Alltag, die Norm, das Mittelmass.
bis 2. November
www.kunsthauslangenthal.ch
Geht es nach der islamischen Glaubensgemeinschaft Xhamia e Langenthalit, steht in Langenthal bald ein Minarett. Das Baugesuch wurde vor zwei Jahren eingereicht, der Gemeinderat hatte es bewilligt. Der Widerstand war enorm: 80 Einsprachen und eine Petition mit über 1000 Unterschriften wurden eingereicht. Der Beitrag des Künstlers Gianni Motti zu diesem Konflikt: Er baut kurzerhand selbst ein Minarett auf das Dach des örtlichen Kunsthauses. Die Folge: Ein verärgerter Stadtpräsident, erboste Reaktionen, volle Leserbriefspalten.
In Langenthal wird nun um zwei Minarette gestritten. Um das echte, das noch nicht steht, und um das falsche, das mitten in der Stadt auf dem historischen Gebäude aufgebaut ist.
Ruf des Muezzin vom Kirchturm
Gianni Motti ist nicht der erste Schweizer Künstler, der sich an das Thema Islam und Minarette wagt. Johannes Gees hatte vor einem Jahr auf Kirchtürmen in der Schweiz heimlich Lautsprecheranlagen versteckt und per Timer zur Gebetszeit den Ruf des Muezzin ertönen lassen. Hier das Video von Zürich:
Die Aktion hatte eine Strafanzeige wegen Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit zur Folge, das Strafverfahren wurde aber eingestellt. Eine für das Museum angepasste Version des Werks steht zurzeit im Kunsthaus Zürich, dort mixt Gees den Ruf des Muezzin mit einem innerschweizer Sennen-Betruf.
Beschäftigung mit sich selbst
Motti und Gees beschäftigen sich in ihren Aktionen weniger mit dem Islam, als damit, wie man hierzulande auf die fremde Religion und die Menschen aus islamischen Ländern reagiert. Entsprechend kommen die Proteste nicht aus islamischen Kreisen, sondern vorwiegend von Schweizern.
Heikler kann es werden, wenn ein Künstler den Islam an sich zum Thema macht. Im Jahr 2006 stellte die Schweizerin Fleur Stoecklin in Düsseldorf eine Skulptur Namens «Aggression» aus: Eine Moschee, deren Minarette die Form von Raketen hatten. Nach einigen Tagen wurde die Skulptur entfernt – aus Angst vor Reaktionen aus islamistischen Kreisen. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.09.2008, 11:12 Uhr
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Grandioses Berg-Erleben.
Weltberühmte Berge und 100 Jahre Jungfraubahn: Sommerurlaub vor der schönsten Kulisse der Welt!
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!








