Kultur

Analog ist tot – oder doch nicht?

Von Claudia Salzmann. Aktualisiert am 22.11.2011 10 Kommentare

Wann haben Sie das letzte Mal Fotos entwickeln lassen? Lomografen entwickeln ihre Bilder, auch wenn sie verwackelt und unscharf sind, denn manchmal war genau das ihr Ziel.

1/13 Die Lomografie spielt damit, technisch nicht ausgereift zu sein.
Bild: zvg/Dominique Eugster

   

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Lomografie

Diese Art von Schnappschussfotographie ist dem russischen Geheimdienst KGB zu verdanken. Er gab 1982 den Auftrag, die japanische Kompaktkamera Cosina CX-1 zu kopieren, um sie zu Spionagezwecke einzusetzen. So entstand die erste Lomo-Kamera (LC-A - LOMO Compact Automat). Ab 1983 wurde die Kleinbildkamera LC-A, das bekannteste Modell in der Lomographie, produziert. Darauf entwickelten sich unzählige andere, ausgeklügelte Kameras wie das Fischauge oder Weitwinkelkameras.

Die Lomographie begann 1991 mit zwei Wiener Studierenden, die auf einer Reise nach Prag die Kamera entdeckten. Ein Jahr später wurden die «Zehn Goldenen Regeln» entwickelt. Beispielsweise lautet die Regel Nr. 10: Vergiss die Regeln. Sie tragen ihre Kamera immer auf sich, benutzen sie zu jeder Tages- und Nachtzeit und schiessen auf Hüfthöhe ihre Bilder, um andere Perspektiven einzunehmen. cls

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Während die digitale Fotografie floriert, kehren einige wieder zur analogen Technik zurück. Sie praktizieren aber nicht die klassische Fotografie, sondern Lomografie, die damit spielt, technisch nicht ausgereift zu sein.

Die Schnappschüsse sind gewollt unscharf, verwackelt, überbelichtet und mit speziellen Techniken entwickelt.

Bern ganz anders

Auch Berns Gassen werden so abgelichtet, von Touristen wie auch Einheimischen. Sara Farjoud ist eine von ihnen, die gebürtige Bernerin wohnt heute in Paraguay und schaut die Stadt Bern aus dem touristischen Blickwinkel an.

Die 23-Jährige nimmt ihre Kamera, eine Diana F+, überall hin mit, schreibt sie auf Anfrage von baz.ch/Newsnet. «Die Leute schauen mich manchmal komisch an», gibt sie zu. In Bern findet sie die Aussicht vom Rosengarten inspirierend, aber sie finde jeden Winkel wegen dem mittelalterlichen Flair schön.

Das Überraschungsmoment

Auch Michael Fankhauser ist Lomografe. Er wohnt seit 2006 in Bern und erklärt, warum er wieder auf analoge Technik umgestiegen ist: «Technische Spielereien mit den Filmen, Belichtungszeiten und Techniken sind für mich spannend. Aber die Überraschung macht es aus, dass ich nicht weiss, wie das Bild werden wird.»

Der 26-Jährige macht seit einem Jahr Bilder mit seiner Analogkamera, einer Diana-Kamera. In die Ferien nimmt er aber auch seine Digitalkamera mit. «Das Gute an Lomographie ist, dass jeder darauf los schiessen kann. Ein gutes Bild pro Film ist sicher dabei und dann kann man sich steigern.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.11.2011, 16:56 Uhr

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10 Kommentare

Susanne Beerli

22.11.2011, 19:02 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Ach je, Fotoeinsteiger "entdecken" Lomo und Cross-Processing schon ist es einen Beitrag wert. Diese Greenhorns sollten sich mal in die Fotografie vertiefen und werden dann feststellen, dass ihre Werke am ehesten in die Schublade "grässlich" gehören. Antworten


Urs Brunner

22.11.2011, 18:27 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Jeder wie er mag. Aber man kann auch jede Menge ganz ähnliche Effekte erzielen, wenn man einfach mal ein bisschen mit den Filtern und Effekten in einem beliebigen Grafikprogramm herumspielt. Antworten




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