Kultur

Der Mann mit dem schärfsten Strich

Von Rico Bandle. Aktualisiert am 11.12.2010 1 Kommentar

Was für Zeichnungen, was für ein Mensch! Das Kulturmagazin «Du» beschäftigt sich mit dem Karikaturisten und Kinderbuchautor Tomi Ungerer. Wir bieten einen Einblick.

1/10 Charakterstarker Mensch als Urheber charakterstarker Zeichnungen: Tomi Ungerer. Nachfolgend Werke des Künstlers aus der Dezemberausgabe der Kulturzeitschrift «Du».
Bild: Stephan Vanfleteren für «Du»

   

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Tomi Ungerer

Tomi Ungerer
Einblick in die Welt des genialen Zeichners.

Das Heft

Du, «Tomi Ungerer – Der schärfste Strich der westlichen Welt». Erhältlich für 20 Franken am Kiosk, im Buchhandel oder unter www.du-magazin.ch.

Wer ist dieser Mensch, der gleichzeitig umwerfende Kinderbücher, politische Karikaturen und absonderliche Erotikbilder zeichnet? Die aktuelle Ausgabe des «Du» widmet sich dem elsässischen Künstler Tomi Ungerer, der von sich sagt: «Ich werde nie in die Kindheit zurückfallen, weil ich immer ein Kind geblieben bin.»

Als Ungerer dreieinhalb Jahre alt war, starb sein Vater an einer Blutvergiftung. Eine prägende Erfahrung, die sich auch in seinem Werk niederschlägt. So meinte er in einem Interview: «Werden sie [die Kinder] nicht schon in jungen Jahren durch die Wirklichkeit traumatisiert, geben sie irgendwann auf, passen sich an, ihre unglaublichen Fähigkeiten verkümmern, sie werden statt zu blühenden Gärten zu Wüsten.» Die Bilder sind zwar liebevoll und raffiniert gemacht, lieblich sind sie aber nicht, in den USA standen sie zum Teil auch auf der Schwarzen Liste. Eltern sollten die Kinderbücher Ungerers ihren Sprösslingen aber deswegen keinesfalls vorenthalten: Sie sprühen nur so vor Fantasie, sind immer voller überraschender Motive.

Enorme Schaffenskraft

Mit seinem ersten Kinderbuch «Mr. Mellops baut ein Flugzeug» wurde Ungerer 1957 schlagartig bekannt. Seither hat er rund siebzig weitere Kinderbücher veröffentlicht, die in rund dreissig Sprachen übersetzt wurden. Dazu kommen unzählige Arbeiten für Erwachsene und Plakatentwürfe.

Den Tod seines Vaters hat er im Buch «Es war einmal mein Vater» (2003) verarbeitet. Darin heisst es unter anderem: «Es war kein Ende, sondern ein Anfang, denn der Tod meines Vaters hat mir die Fähigkeit geschenkt, zu leben.» Leben bedeutet bei Ungerer in erster Linie: arbeiten. Sein Lebenswerk ist enorm, kaum zu überblicken – und es ist noch lange nicht am Ende. Seine Schaffenskraft ist auch im Alter von 79 Jahren ungebrochen.

Seit den 1970er-Jahren wohnt Ungerer mit seiner Familie an der Südwestspitze Irlands. Allein die Reportage aus Irland mit den grossartigen Fotos von Stephan Vanfleteren sind das «Du» wert. Sie zeigen einen Menschen voller Furchen in einer rauen Umgebung. Kein Wunder, dass hier das entsteht, dem das aktuelle «Du» den Untertitel verleiht: «Der schärfste Strich der westlichen Welt.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.12.2010, 15:27 Uhr

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1 Kommentar

nicolas kirsten

10.12.2010, 22:00 Uhr
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ein wunderbarer zeichner! Antworten




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