Kultur

Europa aus der Sicht des Bünzli

Von Linus Schöpfer. Aktualisiert am 04.03.2013 50 Kommentare

Wenn Klischees zu Karten werden: Der «Atlas der Vorurteile» zeigt amüsant, wie Europa in den Köpfen von Chauvinisten aussieht.

1/7 Europa aus der Sicht der Schweiz (zum Vergrössern aufs Bild klicken).

   

Yanko Tsvetkov: Atlas der Vorurteile. Knesbeck-Verlag 2013. 79 S., 27.90 Fr. ISBN 978-3-86873-592-5.

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Deutschland? Steuerland. Österreich? Dummies. Italien? Dritte Welt. In Yanko Tsvetkovs neuem Bildband werden die geheimen Gedanken des Schweizer Bünzli kartografiert.

Der bulgarische Designer verblüfft mit einer ungewöhnlichen Kombination von fiesen Vorurteilen und Länderkarten. Tsvetkov, der seine Anregungen von vielen Reisen und vielen Freunden hat, zeigt Europa aus der klischierten Sicht von Deutschen, Franzosen, Amerikanern und Schweizern, aber auch aus der Sicht von Berlusconi oder von Schwulen.

«Nebensächlicher Witz»

Er reichert seine Karten mit kleinen witzigen Texten an, die die Entstehung und die Entwicklung seiner simplen, grenzgenialen Idee dokumentieren.

«Es war Januar», erzählt Tsvetkov vom Beginn seines Projekts «Mapping Stereotypes». «Alles war mit Schnee bedeckt, die Wäsche, die auf dem Balkon meiner Mutter hing, war komplett eingefroren, und ein Schlüpfer, der vom starken Wind herumgestossen wurde, traf mit alarmierender Frequenz gegen die Scheibe: klopf, kopf, klopf...» Es war jener Januar 2009, in dem Wladimir Putin Osteuropa den Gashahn zugedreht hatte. Freunde aus ganz Europa erkundigten sich besorgt, wie es Tsvetkov so gehe. Der merkte, wie wenig Ahnung seine Bekannten von der Politik im Osten hatten – und entwarf eine erste satirische Karte für seine Foto-Sharing-Website. Ohne Hintergedanken, wie er betont. Ein «nebensächlicher Witz» sei es gewesen.

Eineinhalb Jahre später gab der Bulgare auf der Station der Londoner BBC Auskunft über seine bitterbösen Zeichnungen, «Mapping Stereotypes» war zum Selbstläufer geworden. Leicht zu lesen, hübsch anzuschauen und vergnüglich zu vergleichen sind die nun auch auf Deutsch erschienenen Karten. Und sie laden gleichermassen zum Spott wie zur Selbstironie ein, denn veräppelt wird in diesem kuriosen Buch jedes Land, und alle kommen schlecht weg. Fast ist man versucht, Tsvetkovs Atlas exakt deshalb eine völkerverbindende Qualität zuzugestehen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.03.2013, 12:21 Uhr

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50 Kommentare

Peter G. Haamans

04.03.2013, 14:48 Uhr
Melden 235 Empfehlung 42

Einfach nur Witzig, aber wissen die USA eigentlich wo Europa ist????? Antworten


Justin Kramer

04.03.2013, 13:53 Uhr
Melden 203 Empfehlung 24

Europa - gesehen durchs Fübüskop. Ich lache immer noch! Antworten



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