Kultur

Künstlerin Hanny Fries ist tot

Aktualisiert am 08.12.2009

Die Malerin und Illustratorin Hanny Fries starb am Montag kurz nach ihrem 91. Geburtstag in einem Zürcher Spital. Über 30 Jahre lang hatte sie das Zürcher Theater dokumentiert.

Bis zuletzt im Atelier: Hanny Fries vor einem Jahr.

Bis zuletzt im Atelier: Hanny Fries vor einem Jahr.
Bild: Thomas Burla

Bekannt wurde Fries als Chronistin der Zürcher Theaterbühnen. 1981 erhielt sie den Kunstpreis der Stadt Zürich. Sie bezeichnete sich als Vertreterin des «malerischen Realismus».

Bis ins hohe Alter sei Fries «witzig und frivol» gewesen, sagte Guido Magnaguagno, ehemaliger Zürcher Kunsthaus-Vizedirektor, gegenüber der SDA. Er war mit Fries befreundet. 1998 hatte Magnaguagno mit einer grossen Retrospektive im Zürcher Kunsthaus das Werk von Hanny Fries gewürdigt.

Malen hatte in Familie Tradition

Geboren wurde Hanny Fries am 27. November 1918 in Zürich. Malen hatte in der Familie Tradition: Vater Willy Fries (1881-1964) und Grossvater Sigismund Righini (1870-1937) waren Landschaftsmaler, Porträtisten und Zeichner. Nach der Volksschule besuchte Fries die Kunstgewerbeschule Zürich, wo sie ihr Lehrer Ernst Gubler zur Malerei und Illustration hinführte. Sie hielt überall ihre Beobachtungen auf dem Skizzenblock fest. Später entstanden daraus Bilder in Öl oder Wasserfarbe.

1940 trat Fries in Genf als Schülerin von Alexandre Blanchet in die Ecole des Beaux Arts ein. In diese Zeit fielen die Verbindung mit dem Schriftsteller Ludwig Hohl und Kontakte zu Emigranten- und Künstlerkreisen. Es fanden auch Ausstellungen von Kompositionen, Landschafts- und Figurenbildern statt. In Genf begann Fries auch mit Illustrationen für die grossen Deutschschweizer Zeitungen. 1949 kehrte sie nach Zürich zurück. Sie arbeitete zeitweise auch in Paris. Und zahlreiche Reisen in Europa und den USA dokumentierte sie mit Zeichnungen und Bilder.

Tausende von Theaterskizzen

Während 30 Jahren sass die Künstlerin vor allem in Theaterproben im Schauspielhaus Zürich und schuf Tausende von Theaterskizzen. Ihre Illustrationen zu den Premieren erschienen im «Tages-Anzeiger», in der «Neuen Zürcher Zeitung», in der «Weltwoche» und in der «Tat». 1978 wurde ein Buch mit Theaterzeichnungen - darunter viele Dürrenmatt-Stücke - publiziert. Mit Friedrich Dürrenmatt und anderen Autoren war sie befreundet.

Ihre grösste Ehrung erfuhr Fries 1981, als sie für ihr malerisches Werk mit dem Kunstpreis der Stadt Zürich ausgezeichnet wurde. Das Kunsthaus Zürich widmete ihr darauf eine Einzelausstellung. Zum 80. Geburtstag vor elf Jahren gab es eine Retrospektive im Kunsthaus, eine Monografie (Ludmilla Vachtova) und einen Film (Peter K. Wehrli). Fries spielte auch kunstpolitisch eine wichtige Rolle. Sie gehörte zahlreichen Jurys an, war Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission und in der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten (GSMBA) aktiv. (rb/sda)

Erstellt: 08.12.2009, 17:02 Uhr


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