Kultur
«Volta8» gibt den Startschuss zur Art-Woche
Von Joel Gernet. Aktualisiert am 11.06.2012
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Mit der Eröffnung der «Volta8» hat heute Nachmittag die Art-Basel-Woche begonnen. 81 Aussteller aus aller Welt, vereint unter dem Dach der Dreispitzhalle. Der erste Künstler, den man im Kontext dieser ersten Nebenmesse zu sehen bekommt, ist allerdings ein Basler: Smash137, bekanntester Sprayer der Stadt und inzwischen regelmässig in Galerien zu sehen, bemalt diese Woche für die «Volta8» grossflächig eine Hausfassade an der Dreispitz-Kreuzung. Seine Farbzeichen weisen den Volta-Besuchern den Weg zur Dreispitzhalle. Am Montagmorgen kommt die Arbeit des Baslers allerdings ins Stocken: Die fahrbare Hebebühne steckt im nassen Erdreich fest.
Eigentlich sei das fast schon symbolisch, meint Smash137: «Bis heute habe ich wegen der vielen Ausstellungen das ganze Jahr lang indoor gearbeitet – jetzt male ich das erste Mal wieder draussen – und prompt bleibt das Ding im Sand stecken». Er nimmts mit Humor, genauso wie die Bemerkung des Passanten, der wissen will, ob er hier Kunst mache – oder ob das Bild nun weggeputzt werde. Während Smash137 und sein Gehilfe das Vehikel erfolgreich aus dem Dreck befreien, strömen und stöckeln die ersten Volta-Besucher vorbei.
Nackte Frau mit Hasenkopf
Wenige hundert Meter weiter ist die Kunstmesse zur Mittagszeit bereits in vollem Gang. Wer die Dreispitzhalle betritt, könnte meinen, er wird von einem viereinhalb Meter hohen Kissenstapel erschlagen, der sich links bei der Jiri Svestka Gallery (Prag/Berlin) in die Höhe schraubt. «Memorial of the One Thousand and One Nights» heisst die 2011 erschaffene Skultpur von Kristof Kintera.
Nun geht es der Ohrfeige nach – also im Gegenuhrzeigersinn – durch die «Volta8». Nach wenigen Metern werden die Besucher von den offenen Schenkeln einer nackten Frau mit Hasenkopf begrüsst. Daneben hängt Hitler. Beides Bilder des deutschen Künstlers Thomas Palme. Bei der spanischen Galerie ADN gibts von Carlos Aires einen ausgestopften Stierkopf mit Mini-Bildschirm im Maul zu sehen – im Maul-Kino stehen Schmuddelfilme auf dem Programm. Daneben schwebt eine Ufo-artige Skultptur vor der Koje der Frankfurter Ausstellerin Heike Strelow. Ein Ungetüm von einem Werk mit streitbarem Aussehen.
Eine unfreiwillige Performance
Ähnlich grosse Skultpturen gibts bei Lawrie Shabibi aus Dubai im hintersten Zipfel der Dreispitz-Halle zu sehen – Zylinder, die in der Luft schweben und aussehen wie eine Mischung aus Rakete und Laterne. Hier wurde 2011 mit dem verkohlten Kronleuchter eines der eindrücklichsten Exponate der damaligen Voltashow gezeigt. Weiter gibt es Motocross-Szenen, erschaffen aus tausenden Bostitch-Klammern, oder zusammengenähte amerikanische Portraits zu sehen. Es sind nicht die einzigen Bilder, bei denen sich die nähere Betrachtung ob all der raffinierten Details geradezu aufzwingen.
Auf dem Weg zurück in dies Stadt gehts wieder vorbei an Smash137 und dessen Wandbild. Viel weiter ist der Basler Sprayer noch nicht. Kurz nachdem die Hebebühne erfolgreich aus dem Dreck gezogen wurde, hat der Künstler sein Vehikel erneut ins Abseits manövriert. Dabei gibts Performance-Kunst zum Auftakt der Art Woche doch normalerweise bei der «Liste – The Young Art Fair» im Kleinbasel zu sehen. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.06.2012, 17:16 Uhr
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