Kultur

Bligg liess sich im Zürcher Volkshaus feiern

Von Adrian Schräder. Aktualisiert am 19.12.2009

Mit seinem Gemisch aus Rap, Volksmusik, Rock und Pop hat Bligg den Nerv des Schweizer Publikums getroffen. Er überzeugt auch auf der Bühne.

Viel geklatscht wurde an diesem Donnerstagabend im Zürcher Volkshaus. Zuerst vor allem während der Lieder, die der stolze Lokalmatador Marco «Bligg» Bliggensdorfer mit seiner achtköpfigen Begleittruppe beim ersten seiner beiden restlos ausverkauften Konzerte anstimmte. Songs, zu deren zügigen Tempi und beschwingten Zeilen sich hervorragend klatschen lässt. Songs, die in ihrer grossen Mehrheit bereits ausgiebig ihre Poptauglichkeit unter Beweis gestellt haben: Zum Beispiel «Volksmusigg», mit dem der 32-Jährige nach einem pathetischen, blau ausgeleuchteten Intro die Show eröffnete und das vor etwa 15 Monaten seine unglaubliche Erfolgsgeschichte begründet hatte.

So sah man vor den Türen des Saals denn auch den glücklichen Marketingleiter seiner Plattenfirma Universal herumschleichen, der mit den Worten «Wer hätte das damals gedacht? Niemand! Wirklich niemand!» die Unberechenbarkeit des Musikgeschäfts passend artikulierte. Dieses Jahr sorgten beim Schweizer Ableger des grössten Majorlabels nämlich vor allem einheimische Künstler wie Bligg, Stress und Heinzmann für Umsatz. Von den internationalen Superstars konnte niemand grosse Gewinne erzielen. Der grosse Sieger aber heisst Bligg: Mit seinem speziellen, live zuweilen etwas sonderbaren Gemisch aus Rap, Schweizer Volksmusik, Rock und Pop hat er dieses Jahr den Nerv des Schweizer Publikums exakt getroffen.

Hochmotiviert

Auf der Bühne gab er sich von Anfang an hochmotiviert und übertünchte mit seiner Energie und seinem Animationsgebaren die meisten jener Momente, in denen sich Akkordeon, Hackbrett, Slädus immergleiche Rockgitarre und die Stimme der Backgroundsängerin nicht so gut finden wollten. Zwischendurch wechselte die Band ins Crossover-Fach und gesellte sich mit einem kurzen Medley in die Nähe jener, die griffige Rockakkorde und satteste Hiphop-Beats vereinen. Am eifrigsten klatschte das bunt gemischte Publikum aber am Schluss, als Bligg nach gut eineinhalb Stunden für 120'000 verkaufte Einheiten seines Albums «08/16» Vierfach-Platin überreicht bekam. Eine unglaubliche Zahl. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.12.2009, 17:05 Uhr


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