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«DJ Bobo ist doch schon so bekannt wie Coca Cola»

DJ Bobo hat eine Imagestudie über sich selbst in Auftrag gegeben. Und betritt damit in der Schweiz Neuland. Marketingexperten aus der Branche bezweifeln jedoch, dass die Aktion etwas bringt.

Konstant bekannt: Die Grafik zur Image-Studie der Gfk über DJ Bobo.

Konstant bekannt: Die Grafik zur Image-Studie der Gfk über DJ Bobo.
Bild: Gfk

In aller Köpfe: DJ Bobo startet im Mai seine «Fantasy»-Tour. (Bild: Keystone )

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Novität

Für Schweizer Verhältnisse ist die Marketing-Aktion von DJ Bobo exorbitant: 2003 wurde die Studie erstmals in Auftrag gegeben und seitdem insgesamt fünfmal durchgeführt. Für alle anderen Schweizer Künstler wären solche Image-Studien viel zu aufwändig.

Praktisch jeder Schweizer kennt DJ Bobo. Der ehemalige Aargauer Bäcker gehört zum Land wie Ricola und Toblerone. Doch offenbar ist das dem Künstler zu wenig. Er hat beim Marktforschungsinstitut Gfk eine Imagestudie in Auftrag gegeben, die seinen Bekanntheitsgrad und seine Beliebtheit in der Schweiz abklären sollte.

«Mit der letzten Tour und Platte (Thema «Vampires») schien die Marke DJ BoBo im Jahre 2008 massiv an Beliebtheit eingebüsst zu haben», schreibt Marcel Oberholzer von Bobos Management Yes Music in einer Mitteilung an die Medien. Jetzt sei DJ BoBo jedoch gestärkt aus der Krise zurück, und die Marke stark wie zu Chihuahua-Zeiten.

Konstanter Bekanntheitsgrad

Tatsächlich weist die Studie ihrem Auftraggeber in den letzten sieben Jahren einen konstanten Bekanntheitsgrad auf: In der Deutschschweiz kennen ihn rund 95 Prozent aller Einwohner. 51 Prozent aller befragten Schweizer zwischen 14 und 74 Jahren mögen ihn. Die Adjektive natürlich, schweizerisch, auf dem Boden geblieben und sympathisch würden ihm häufig zugewiesen, so das Fazit der Umfrage.

Also alles bestens – wozu dann überhaupt die Umfrage? Will sich DJ Bobo neu erfinden? Oder will er einfach nur wissen, wie stark sein Ruf in der Heimat nach dem Eurovision-Debakel gelitten hat? Diese Fragen lässt sein Management unbeantwortet. Experten sind jedoch erstaunt über die Wahl des für die Musikbranche ungewöhnlichen Marketinginstruments.

«Imagestudien für Künstler sind in der Schweiz nicht üblich, zumal sie teuer sind», sagt Maurizio Dottore, Marketingmanager von Sony Music Schweiz. In Deutschland seien solche Umfragen schon eher geläufig. Wenn ein Künstler sich neu positionieren wolle, könne eine solche Umfrage aber durchaus Sinn machen. Im Fall von DJ Bobo jedoch ist Dottore der Beweggrund für die Studie nicht ersichtlich. Und: «Mit einer Sichtprobengrösse von gerade mal 500 Personen ist die Umfrage ohnehin nicht sehr repräsentativ.»

«Schaden kann es nicht»

Auch Eric Kramer, Manager von Schweizer Künstlern wie Stress oder Baschi ist erstaunt. «Von einem Schweizer Künstler habe ich so etwas noch nie gehört», so der Experte. «Marketingtechnisch ist das aber ein spannender Ansatz.» Ob es dem Künstler DJ Bobo etwas bringt, könne er nicht beurteilen, doch: «Schaden tut es sicher nicht.»

Ebenfalls nichts gewusst von Bobos Studie hat Marcus von Lier, Marketing Director bei Warner Music Switzerland. Da Warner Music nur internationale Künstler promotet, ist von Lier jedoch mit Imagestudien vertraut: «Entertainment hat jede Menge mit Image zu tun.» Dennoch ist auch er auf Anhieb überrascht über den Marketingschritt: «DJ Bobo hat doch hierzulande schon den Bekanntheitsgrad von Coca Cola.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.04.2010, 16:31 Uhr

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