Debakel für Whitney Houston
Tour
Im Frühjahr soll die heisse Phase ihrer Tournée beginnen, am 9. Mai 2010 gastiert Houston im Hallenstadion Zürich.
Whitney Houston in Moskau
Ihre von Drogenexzessen schwer gezeichnete Stimme erreichte nur für wenige Augenblicke den Glanz früherer Jahre - und liess viele Fans ernüchtert zurück. «Whitney, Dawai!» (Na los doch, Whitney!) riefen einige Russen, viele um die 40, aber auch Kinder und Grosseltern.
Ihre aus dem Film «Bodyguard» bekannte Hymne «I Will Always Love You» fiel klar hinter die Erwartungen und den Glamour der Kino-Version zurück. Immer wieder brach die 46 Jahre alte Diva in Tränen aus, als ob sie selbst ihrem einstigen Ruhm und ihren früher von der Kritik gerühmten drei Oktaven hinterherweinte. «My voice is lost in tears», räumte die Soul-Legende ein.
Zum Gotterbarmen
Sie dankte immer wieder «Gott» und ihren Anhängern, dass sie überhaupt zurück ist und die «Schmerzen ihres Lebens» überstanden habe. Gemeint sind die Drogenskandale und die Trennung von ihrem Mann Bobby Brown. Das Thema ihres neuen Albums ist das Wiederfinden von Kraft und Stärke in Gott: «In You I Can be Strong», singt sie im Refrain des Album-Titelsongs.
Auf der Bühne einer Halle mit hunderten leeren Stühlen stand eine gestürzte Popkönigin. Ihre Stimme ist tiefer, reifer und rauer, fast heiser und kratzig. In ihrem Paillettenkleid unter dem Pelz, später in einem schwarzen schulterfreien Oberteil und enger Hose, suchte sie immer wieder nach Halt im Publikum. Auch Swetlana Medwedewa, Frau des russischen Präsidenten, schaute zu. «We love you, Whitney!» riefen Fans. «You are the queen of the night!»
Vor kurzem noch hatte US-Moderatorin Oprah Winfrey die Stimme der Soul-Diva als «Nationalerbe» bezeichnet. Doch in Moskau fiel vor allem ihre Kurzatmigkeit auf.
Dem Chor sei Dank
Der Abend wurde vor allem von den vier Background-Sängerinnen mit ihren starken Stimmen getragen, so dass Houston selbst kaum einen Song vom Anfang bis zum Ende singen musste. Meistens setzte die Sängerin nur die Akzente, mit ihrem weiter unverkennbar markanten Timbre.
Der Beginn der «Whitney Houston Show», wie sie den Abend selbst nannte, verzögerte sich um gut eine Stunde. Die Sängerin machte den Moskauer Verkehr verantwortlich. Doch vermittelte der Abend mit dem Charme einer Generalprobe den Eindruck einer improvisierten Show, bei der Houston auch ihre Band mit immer neuen Änderungen irritierte und insgesamt eine Linie vermissen liess.
Einmal dankte sie einer Modeschöpferin für den grünen und schwarzen Pelzmantel aus Fuchs und Chinchilla. Einmal erinnerte sie mit einem Gospel - einem gesungenen Gebet - an die etwa 130 Toten der Feuerkatastrophe in einem Nachtclub der russischen Stadt Perm. Einmal widmete sie, auf einem Barhocker sitzend, ihrer 16 Jahre alte Tochter Bobbi Kristina einen Liebessong. Houston erinnerte auch mit Liedern wie «Man In The Mirror» an Michael Jackson. (bazonline.ch/Newsnetz)
Erstellt: 10.12.2009, 14:22 Uhr
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