Der Dampfer Depeche Mode

Das erste von zwei ausverkauften Zürcher Konzerten zeigte die britische Band in bestechender Form. Nostalgiker wurden dabei ebenso gut bedient wie junge Fans.

2009 ist ein gutes Jahr für Depeche Mode. Und für deren Sänger Dave Gahan, der auch schon ganz unten war.

2009 ist ein gutes Jahr für Depeche Mode. Und für deren Sänger Dave Gahan, der auch schon ganz unten war.

Die tiefen Klüfte der Vergangenheit scheinen endgültig geschlossen. Die englische Band Depeche Mode demonstrierte am ersten ihrer beiden komplett ausverkauften Konzerte im Zürcher Hallenstadion Einheit und Leidenschaft. Kaum vorstellbar, was diese Band in den letzten 29 Jahren durchlitten hat: Zwist, Drogensucht, Nahtoderfahrungen, heftigste interne Differenzen. Doch 2009 scheint ein gutes Jahr zu sein. Haupt-Songschreiber Martin Gore und Frontmann Dave Gahan wirkten in ihren musikalischen Bemühungen gestern vereint. Vereint und eigenwillig: Wer so viele Hits und Erfolgsalben im Repertoire hat, wie das Trio aus der britischen Provinz, steht für gewöhnlich vor dem Problem, wie man diese adäquat in einer zweistündigen Show verpacken soll. Doch auf solche strategischen Überlegungen liess sich die um einen Schlagzeuger und einen Keyboarder ergänzte Truppe gar nicht ein. Kreuz und quer und doch irgendwie schlüssig führten die fünf Musiker durch das 12 Alben umfassende Repertoire der Band.

Sie begannen ohne grosse Gesten: Aus der Halbkugel über der Bühne trat Rauch aus, ein düsteres Grummeln kündigte das Anlegen eines schweren Dampfers an. Freundlich winkend, betraten die Endvierziger dann die Bühne und stiegen mit dem Opener ihres aktuellen Albums «Sounds Of The Universe» eher gemächlich ein. Mit dem 12 Jahre alten Stück «It’s No Good» nahmen sie Fahrt auf, legten dann eine sehr rockige Version von ihrem frühen Werk «A Question Of Time» hin, ehe es wieder elektronischer wurde. Vom astreinen Synthiepop von «World In My Eyes» ging es dann hin zum Folkigen und Balladesken. Die ganz grossen Hits sparte sich Depeche Mode vor einem begeisterten Publikum für das Ende auf.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.12.2009, 06:21 Uhr

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