Kultur

Die Lovebugs und das Sinfonieorchester begeistern Basel

Von Joel Gernet. Aktualisiert am 05.02.2011 6 Kommentare

Am Freitagabend zelebrierten die Lovebugs und das Sinfonieorchester Basel das erste ihrer drei gemeinsamen Konzerte. Das Publikum bekam eine einmalige Show zu sehen.

1/33 Soundfusion im Stadtcasino: Robert Emery dirigiert das Konzert von Lovebugs und Sinfonieorchester Basel. (Video: Joël Gernet)

   

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Ein mit 1'300 Leuten voll besetzter Musiksaal vor sich, ein 80-köpfiges Orchester im Rücken und einen barfüssigen Dirigenten zur Seite – das ist auch für einen Lovebugs-Musiker etwas ganz besonderes. «Siebzehn Jahre haben wir für diesen Moment geübt», meint Lovebugs-Sänger Adrian Sieber dann auch schmunzelnd in einer seiner ersten Wortmeldungen auf der Bühne. «Dem Sinfonieorchester genügten vier Proben.»

Dass die Rockband und das Profi-Orchester sich unterschiedlich lange auf die drei gemeinsamen Konzerte im Stadtcasino vorbereitet haben, ist dem Ensemble auf der Bühne nicht anzumerken. Unter der Leitung des Londoner Dirigenten Robert Emery stimmt das Orchester kurz nach acht Uhr zuerst klassische Töne an. Nach einem mehrminütigen Intro stossen dann die Lovebugs zum Orchester. Die Fans der Band feiern ihre Helden, geben sich zu Beginn aber noch etwas verhalten. Sie sind es sich wohl nicht gewohnt, an einem Konzert zu sitzen.

Standing ovations und ein ESC-Seitenhieb

Dies scheint auch Adrian Sieber aufzufallen: «An alle, die nicht wissen, wie man sich in so einem Rahmen verhält – wir wissen es auch nicht», lacht er. Dann appelliert Sieber an den Ehrgeiz der Lovebugs-Anhänger: «Das Sinfonieorchester hat noch nie vor einem Lovebugs-Publikum gespielt, also zeigt es ihnen.» Natürlich könnte es auch sein, dass man auf den Rängen zuerst erfassen und verarbeiten muss, was da auf der Bühne vor sich geht – nämlich einiges. Band und Orchester harmonieren von Beginn an gut miteinander und es scheint, als habe die Musik der beiden nie getrennt voneinander existiert. Kurz darauf gibt es beim fünften Song «Angelheart» die ersten stehenden Ovationen.

Ein paar Songs später folgt dann «The Highest Hights», mit dem die Lovebugs am Eurovision Song Contest 2009 Null Punkte für die Schweiz verbuchten. Das interessiert nun aber niemanden mehr: Bevor es das Publikum von den Sitzen reisst, platziert Adrian Sieber einen kleinen ESC-Seitenhieb: «Der Song ist viel besser, als seine Geschichte». Das findet auch das Publikum und singt am Songende aus voller Kehle mit.

«It's gonna be great»

Besonders hervorgehoben werden muss an dieser Stelle auch der erst 27-jährige Dirigent Robert Emery, der die über 80 Musiker unter vollem Einsatz seines zarten Körpers und mit einem unglaublichen Enthusiasmus durch den Abend lotst. «Trust me, it's gonna be great», soll gemäss Sieber in den vergangenen Wochen einer seiner häufigsten Sätze gewesen sein – und «ich gehe heim».

Nach dem gelungenen Premierenabend ist die Chance, dass Emery beim Samstagskonzert zu Hause bleibt, allerdings wohl sehr gering. Zu beeindruckend dieser Abend mit dem Sinfonieorchester Basel, den Lovebugs und einem begeisterten Publikum, das nach fast hundert Minuten Musik inklusive Zugaben noch immer nicht genug hat. Und genau an diese Leute wendet sich Lovebugs-Sänger Sieber gegen Ende des Abends: «Heute ausverkauft, morgen ausverkauft…alle, die wollen, können am Sonntag nochmals kommen.» Für das Abschlusskonzert sind nämlich noch Tickets zu haben.

Mehr zum Thema in der Basler Zeitung von Montag. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.02.2011, 09:22 Uhr

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6 Kommentare

Dany Blaettler

07.02.2011, 11:29 Uhr
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@Marco Lardi: Waren Sie an einem der grossartigen Konzerte dabei oder wollten Sie uns hier einfach nur mal Ihren ganz persönlichen Musikgeschmack mitteilen ??? Sämtliche Personen auf der Bühne sind nicht nur grossartige Musiker, sondern waren da auch mit ganz viel Herzblut dabei. Vielen Dank für dieses grosse Erlebnis ! Antworten


Lucy Fuchs

06.02.2011, 20:18 Uhr
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Ich war am Samstag an diesem genialen Konzert. Von Anfangs bis zum Schluss war einfach alles grandios. Ein Konzert der Superklasse. Antworten



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