Kultur
Doch keine Hardrock-Konzerte im «Joggeli»
Von Andreas Schneitter. Aktualisiert am 11.05.2011 19 Kommentare
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Diesen Sommer sollte der St.-Jakob-Park wieder wegen der Töne, nicht nur wegen der Tore erzittern. Für den 24. Juni war das Festival Sonisphere vorgesehen, verteilt auf das Stadion und die St. Jakobshalle auf der anderen Strassenseite. Fünf bis sechs Hardrock-Bands sollten das «Joggeli» vor 45 000 Leuten rocken, angeführt von den Briten Iron Maiden.
Daraus wird nun nichts. Der Spielort St.-Jakob-Park wird gestrichen, als Ersatz rückt das Leichtathletikstadion hinter der St. Jakobshalle auf Münchensteiner Boden ins Programm. Ursache der Verschiebung: der Vorverkauf. Stefan Matthey von der Agentur Free & Virgin rechnet aufgrund der bisherigen Verkaufszahlen mit einem Publikumsaufmarsch von maximal 30 000 Personen – weit unter der notwendigen Menge.
Konkurrenz aus den eigenen Reihen
Die Gründe sind vielfältig: Vor einem Jahr, als die Festivaltournee seine Schweizer Premiere im sankt-gallischen Jonschwil erlebte, kamen über 50 000 Besucher – und erlebten aufgrund des Dauerregens eine Schlammschlacht. Das hinterliess einen negativen Eindruck. Kommt hinzu, dass das Programm vor einem Jahr mit den sogenannten Big Four des Heavy Metal – Metallica, Anthrax, Slayer und Megadeth – einiges hochkarätiger bestückt war als die diesjährige Ausgabe. Zudem sind die Big Four auch diesen Sommer auf einem anderen Sonisphere-Ableger unterwegs: im Osten Frankreichs, 250 Kilometer jenseits der Schweizer Grenze, nur eine Woche nach dem Sonisphere Basel.
Ein anderer Grund ist das Stadion selbst. In Basel berechnet die Kantonspolizei möglichen Veranstaltern im St.-Jakob-Park für ihr Sicherheitsaufgebot pro Besucher eine Gebühr von 2.40 Franken – ein Mehrfaches zu alternativen Standorten wie dem Zürcher Letzigrund oder dem Stade de Suisse in Bern. Grosse Konzertveranstalter wie Act Entertainment Basel oder Good News Zürich meiden das FCB-Stadion daher seit Jahren. «Über diese Gebühren waren wir uns im Klaren», sagt Stefan Matthey von Free & Virgin, «und haben auf Risiko gespielt. Nun müssen wir reagieren.» Das Leichtathletikstadion mit einem rund ein Drittel tieferen Fassungsvermögen habe als Ausweichstandort auch seine Vorteile, sagt Matthey: «Das Festivalgelände ist nun kompakter, weil die St. Jakobsstrasse nun nicht mehr die beiden Konzertorte Halle und Fussballstadion trennt.»
Gespräche für Joggeli-Konzerte
Auf der Verliererseite stehen die Fans, die bereits eine Sitzplatzkarte für den St.-Jakob-Park gekauft haben und im Leichtathletikstadion nun mit einem Stehplatz vorliebnehmen müssen. «Ihnen offerieren wir Getränkebons und einen abgesperrten Sonderbereich», sagt Matthey. Und ebenso in den Schatten gestellt ist die Basel United AG, Betreiberfirma des Fussballstadions. «Ja, wir sind enttäuscht», sagt Andrea Roth, Mediensprecherin der Basel United AG. «Aber die Hauptsache ist, dass das Festival in der Region stattfinden kann.»
Im St.-Jakob-Park, der von Anfang an auch als Konzertort konzipiert war, bleibt es somit ein weiteres Mal still – allerdings nicht mehr für lange, hofft sie: «Wir sind mit Veranstaltern in positiven Gesprächen», sagt Roth, ohne Namen zu nennen. Einer davon dürfte Thomas Dürr, Geschäftsführer von Act Entertainment, sein: 2004 veranstaltete er mit Herbert Grönemeyer das letzte Konzert im Fussballstadion. «Ein Konzert pro Jahr» könne er sich vorstellen, bestätigt Dürr der BaZ. «Dafür braucht es aber ein spürbareres Entgegenkommen von Basel United und dem Kanton.» Denn die Voraussetzungen für Grosskonzerte in der Schweiz haben sich in den vergangenen acht Jahren stark verändert, sagt Dürr: «Seit der Euro 2008 haben wir mehrere multifunktionale Stadien.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 11.05.2011, 16:43 Uhr
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19 Kommentare
Wenn ich mich an die 1980er Jahre erinnere. Da war jedes Jahr etwas los im alten Joggeli. Rolling Stones,
Pink Floyd, Tina Turner, Jo Cocker etc etc. damals ging es auch und die grössten Gigs waren alle in Basel und
noch nicht in Zürich. Die Basler Politik hat Basel abgemeldet und Zürich hat sich mittlerweile etabliert.
Schade, dieser Zug ist abgefahren, für immer. Schlaf weiter Basel. :-(((
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Hat schon jemand der Veranstalter darüber nachgedacht, dass eine fast 70%-ige Preissteigerung von der Mehrheit der Fans schlichtweg abgelehnt wird? In Jonschwil war ich dabei und es kostete umgerechnet ca. 85 Euro. Dieses Jahr soll ich 140 Euro bezahlen. Neuerdings bezahlt man auch Gebühren für print-at-home-Tickets. Schlichtweg verzockt haben sich die Veranstalter! Antworten

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