Kultur
Eric Clapton aus der Routine gelockt
Von Stefan Strittmatter. Aktualisiert am 02.06.2010 23 Kommentare
Eric Clapton und Steve Winwood: Dieses Gespann zerbrach Ende der 60er-Jahre nach nur 18 Monaten. Clapton hatte soeben Cream aufgelöst, Winwood war bei Traffic ausgestiegen. In Blind Faith fanden die beiden Frontmänner ein temporäres Zuhause. Vierzig Jahre später blicken die Briten auf erfolgreiche Solokarrieren zurück.
Dass sie es gemeinsam tun, ist kein Versuch, sinkende Ticketverkäufe zu kompensieren, sondern es ist die Lust an der musikalischen Interaktion, am Duell. Winwood ist sich diese Rolle als langjähriger und gefragter Sessionsmusiker ohnehin gewohnt, doch auch Clapton blüht erst an der Seite eines ebenbürtigen Sparringspartners richtig auf.
Schon der Opener, die Blind-Faith-Nummer «Had To Cry Today», macht deutlich, dass Winwood und Clapton hier als ebenbürtige Partner auf der Bühne stehen. Ersterer singt sich die Seele aus dem Leib, dass man ihm seine 62 Jahre kaum glauben mag, der drei Jahre ältere Clapton doppelt im Gitarrensolo nach. Im Outro des Songs liefern sich die beiden ein erstes Gitarrenduell. Vermochte Clapton bei seinem Konzert im Zürcher Hallenstadion vor zwei Jahren erst im Zugabeblock zu punkten, so wirkt er jetzt bereits vom ersten Ton an inspiriert.
Genüsslich zelebrierte Strophen
Über die Dauer von mehr als zwei Stunden profitiert das Konzert insbesondere davon, dass Clapton gänzlich auf sein poppiges Material aus den späten Achtzigern verzichtet. Besonders erfreut zeigt sich das Publikum, als Winwood eine wuchtige Version des Spencer-Davies-Group-Klassikers «Gimme Some Loving» intoniert.
Der Höhepunkt des Abends kommt spät, aber ausgedehnt: in Form einer mehr als viertelstündigen Version von Jimi Hendrix’ «Voodoo Child». Zum schweren Shuffle-Beat lässt Winwood die Hammond kreischen und singt sich mit Inbrunst durch die genüsslich zelebrierten Strophen. Clapton lässt in Fills und langen Soli seinem Spiel freien Lauf, zieht dabei die Saiten seiner um einen Ganzton tiefer gestimmten Stratocaster zuweilen weit übers Ziel hinaus und agiert auch sonst deutlich impulsiver als in den vergangenen Jahren.
Der wahre Star des Abends aber bleibt Winwood. Seines beseelten Gesanges und seines Hammond-Spiels wegen. Vor allem aber, weil er Clapton so weit aus der Routine herauszulocken vermochte. (Basler Zeitung)
Erstellt: 27.05.2010, 10:53 Uhr
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23 Kommentare
Ich habe das Konzert zusammen mit meiner Mutter genossen. Die Musik war nicht zulaut. (Ich war auch schon an Konzerte, wo die Ohrenstöpsel keinen Schutz mehr gaben). Am Anfang war es nicht so gut abgemischt, aber nach dem zweiten Lied, war es in Ordnung. Die Qualität von den Liedern (gespielt und gesungen) war hoch. Das einzige wo ich bemängeln musste, war die Luftqualität. Das Konzert war super! Antworten








