Kultur
Für zehn Minuten ins Jahr 1980
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Die Zeitmaschine der Kaserne Basel
Do. 2.9., Fr. 3.9, 19 bis 02 Uhr. Orchesterkaraoke: Sa., 4. 9., 20 Uhr. Jede Veranstaltung kostet 5 Franken Eintritt. www.kaserne-basel.ch
Die Kaserne feiert ihren 30. Geburtstag mit einer Gartenparty. In der Reithalle sitzt man für einmal auf Campingstühlen im Grünen statt im dunklen Zuschauerraum. Das Festessen besteht aus Kartoffelsalat, Fleischkäse und Performance-Happen. Letztere werden an zwei Tagen auf drei Bühnen angeboten und führen bis ins Jahr 1980 zurück. «Zeitmaschine» heisst diese Folge von zehnminütigen Auftritten, für die sich dreissig Künstlerinnen und Künstler je ein Jahr als Thema ausgewählt haben.
«Grüsse aus Tschernobyl»
Der Musiker und Regisseur Tom Lutz zum Beispiel reist ins Jahr 1982 und präsentiert eine «kurze Gedenkfeier zu den Anfängen der elektronischen Partnervermittlung». Matterhorn Produktionen schicken aus dem Jahr 1986 «Grüsse aus Tschernobyl», Capri Connection befasst sich im Bezug auf das Jahr 2008 mit dem Teilchenbeschleuniger am Cern und die Performance-Gruppe Les Reines Prochaines gedenkt dem Jahr 1990 unter dem Titel «Tiere als Frisur».
Sechs Stunden dauert die theatrale Reise von 1980 bis 2010. Klingt anstrengend, soll es aber laut Kasernenleiterin Carena Schlewitt nicht werden: Das Publikum kann sich in einer Gartenlounge erholen und aus der Zeitmaschine nach Belieben aussteigen und wieder zurückkommen. Vor dem Eingang der Reithalle zeigt eine Leuchtschrift den Partygästen, in welchem Jahr man sich drinnen gerade befindet.
Party und Peinlichkeit
Bis man mit der Breakdance-Gruppe Ruff’N’X im Jahr 2010 ankommt, wird es 2 Uhr morgens sein. Da dann nicht mehr alle Zuschauer an Bord sein werden, lässt die Kaserne die Zeitmaschine am zweiten Festabend einfach noch einmal laufen – in umgekehrter Richtung. Wer selbst Hits aus vergangenen Jahren zum Besten geben will, ist am Samstag zum Orchesterkaraoke geladen. Das Jugendsymfonieorchster der Regio Basiliensis spielt live die Songs, die das Publikum singen will. Mal singt man gemeinsam, mal allein. Der Songtext läuft dabei auf einer Leinwand mit. Vor Peinlichkeit bewahrt das nicht, aber das ist bei Karaoke ja auch nicht unbedingt die Absicht. (Basler Zeitung)
Erstellt: 02.09.2010, 16:14 Uhr
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