Kultur

Iron Maiden verzücken Metal-Fans in Basel

Von Joel Gernet. Aktualisiert am 25.06.2011 44 Kommentare

Am zweiten Tag des Sonisphere-Festivals feierten am Freitag über 20'000 Heavy-Metal-Fans den Auftritt der britischen Metal-Legenden Iron Maiden im Leichtathletikstadion St. Jakob.

1/46 Höhepunkt des Basler Sonisphere-Festivals: Iron Maiden im Leichtathletikstadion St. Jakob.
Bild: Dirk Wetzel

Iron Maiden verzücken Metal-Fans in Basel

   

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Harter Rock am Sonisphere in Basel

Harter Rock am Sonisphere in Basel
Am Donnerstagabend eröffnete im Basler St. Jakob das zweitägige Sonisphere-Festival.

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«Das musst du erlebt haben», sagt ein Metal-Fan mit glänzenden Augen zu seinem Göttibub und zeigt vom Parkhausdach auf die grosse Bühne im angrenzenden Leichtathletikstadion. Es ist kurz nach elf Uhr abends, seit gut einer Stunde spielt die britische Heavy-Metal-Band Iron Maiden auf der Hauptbühne. Nun erklingen die ersten Töne des Klassikers «Fear Of The Dark» aus dem Jahr '92. Als hätte das Publikum Angst im Dunkeln, werden Feuerzeuge und leuchtende Handys in die Luft gestreckt – was vom Parkhausdach aus betrachtet ein besonders tolles Bild ergibt. Die Plätze hier oben, wo am Donnerstag noch ein Sichtschutz hing, sind der Geheimtipp des Tages: Die Aussicht ist einzigartig – und gratis.

«Schau, jetzt gehen sie ab – oder sie sollten zumindest», kriegt der Göttibub zu hören, als nach dem zweiminütigen Vorspiel von «Fear Of The Dark» der rasante Teil des Songs einsetzt. Es scheint, als hätte der stolze Maiden-Fan dem Teenager gerne ein noch wilderes Publikum präsentiert. «In der Halle wäre das abgegangen wie ein Messer», meint er und schwärmt vom Maiden-Konzert in der St. Jakobshalle (2008). Dem neutralen Betrachter scheint die Stimmung allerdings auch während dieses Konzerts ganz ordentlich zu sein. Rund 25'000 Zuschauer sollen am Freitag am Sonisphere gewesen sein – das sind mehr als erwartet.

Fit wie ein Turnschuh

Die Herren von Iron Maiden – dem Aushängeschild des Festivals, ja eines ganzen Musikstils – präsentieren sich den Fans in Basel in bester Spiellaune. Und topfit. Es ist beeindruckend, welchen Elan das Sextett auch nach dreissig Jahren Bandgeschichte noch auf der Bühne versprüht (Kritiker würden hier wohl von Routine reden). Insbesondere Sänger Bruce Dickinson, der am 7. August 53 Jahre alt wird, sprintet und hüpft auf der Bühne herum wie ein junges Reh – sehr zur Freude des Göttis nebenan.

«Scream for me, Basel!», schmettert Dickinson nach «Fear Of The Dark» dem johlenden Publikum entgegen. Der Mann weiss, wie man den wohlverdienten Applaus einfordert. Wenige Minuten später schildert der Iron-Maiden-Frontmann – ein passionierter Pilot, berüchtigt dafür, dass er seine Band in der Welt umherfliegt – was ihm bei der Ankunft in Basel aufgefallen ist: «We landed in France and after we passed the bridge we read: welcome to Switzerland». Willkommen im Dreiland, Bruce.

Denkwürdige Momente

Gegen 23:20 Uhr verschwinden Dickinson und seine Mannen ein erstes Mal von der Bühne – natürlich nur pro forma, schliesslich sind die Metal-Stars aus England dem Publikum noch einige Hits schuldig. «The Number Of The Beast» etwa, die erste Zugabe. Der Song aus dem Jahr 1982 gehört nach bald drei Dekaden immer noch zu den meist gefeierten Maiden-Songs. Auch in Basel: «Zieh dr das yyne – das goht in d'Gschicht yy», kriegt der Göttibub diesmal zu hören. Ein solches Biest von einem Song zusammen mit über 20'000 Zuschauern live und unter freiem Himmel in Basel mitzubekommen – das ist in der Tat ein bleibendes Erlebnis. Wenige Minuten später ist es dann endlich soweit: Das Maiden-Mascottchen Eddie erscheint auf der Bühne in Form eines überdimensionalen giftgrünen Monsterschädels mit blutroten Augen, die fies ins Publikum leuchten. Geisterbahnflavour – irgendwie kindisch, vor allem aber auch kultig. Mit «Running Free» stimmen Iron Maiden kurz nach halb zwölf Uhr ihren letztem Song an.

Danach werden die Sechs mit einem frenetischen Applaus aus Basel verabschiedet – leider ohne zuvor den von Fans geliebten Song «Run To The Hills» gespielt zu haben. Als letztes Bandmitglied verlässt Drummer Nicko McBrian die Bühne, zuvor entledigt er sich aber in bester Waggis-Manier seiner Schlagzeug-Utensilien – sehr zur Freude des Publikums. Nach Mitternacht kehrt dann langsam wieder Ruhe ein in der sternklaren, kühlen Nacht auf der Brüglinger Ebene. Das Gegröle der Metal-Anhänger hat sich inzwischen in die St. Jakobshalle verlagert, wo das zweite Schweizer Sonisphere-Festival noch bis in die Morgenstunden weitergeht.

Mehr zum Sonisphere in der BaZ von Samstag. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.06.2011, 05:11 Uhr

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44 Kommentare

Andi Ackermann

25.06.2011, 10:20 Uhr
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Lärmklage,ermüdung?Dabei war kurz nach halb 12 Schluss zudem ist solch ein Anlass nicht jedes Wochenende. Aber Hauptsach die"Jammeri " haben ihre Plattform...Dabei haben wir hier viel zu wenig"Top-"Konzerte...trotz grossem St Jakobsstadion! Aber schlaf weiter Basel...und blockier dich selber...schade...Hoffe aus Sonisphere 2012 und endlich mehr Konzerte in Basel!! Antworten


Jörg Müller

25.06.2011, 11:06 Uhr
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Ich gehe häufig am Wochenende im Bereich Dorneck und Schwarzbubenland wandern. Leider wird im Sommer die Ruhe des Waldes oft gegen abend durch Alphörner oder "Jodler Obis" empfindlich gestört. Wo bleibt da mein Recht auf Ruhe? Oder gibt es das überhaupt?
Gefällt einem die Musik, so ist es Kultur. Mag man sie nicht, so ist es störender Lärm.
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