Kultur

«Lasst uns diese Nacht niemals vergessen»

Von Adrian Schräder. Aktualisiert am 17.05.2011 19 Kommentare

Sängerin Sade stellte ihre Eleganz im Hallenstadion unter Beweis – nachdem sie ihre Fans einige Minuten warten liess.

1/13 Perfekt zur Musik passende, minimalistische Inszenierung: Sade gestern im Hallenstadion Zürich.

Schöne, rätselhafte Soul-Göttin

   

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Das Konzert von Sade am Montagabend im Zürcher Hallenstadion begann zu spät. 17 Minuten zu spät, um genau zu sein. 17 Minuten, die reichten, um die 7600 Zuschauer in der bestuhlten Halle zu einem ungeduldigen Pfeifen zu verleiten. Doch für Helen Folasade Adu, die englische Sängerin mit nigerianischem Vater, scheinen die Gesetze der Zeit nicht zu gelten: Zehn Jahre lagen zwischen der Veröffentlichung ihres fünften und sechsten Albums, 17 Jahre sind seit ihrem letzten Besuch in Zürich vergangen. Zeitabstände, die 99 Prozent aller anderen Künstler die Karriere kosten würden.

Doch sie taucht einfach wieder auf und macht da weiter, wo sie eine Dekade vorher aufgehört hatte. Alterung scheint weder ihre Musik noch ihre Stimme noch ihr Körper zu kennen. Ihre 52 Jahre sieht man ihr nicht an.

Eine unvergessliche Nacht

«Ich bin leider nur für einen einzigen Abend hier. Deshalb lasst uns diese Nacht zu einer Nacht machen, die wir niemals vergessen werden», rief sie dem Publikum nach dem ersten Song, dem Titelstück ihres aktuellen Albums «Soldier of Love», auffordernd zu. Zuvor war sie in einer perfekt zur Musik passenden, minimalistischen Inszenierung aus Licht und Videoproduktionen aus dem Bühnenboden emporgeschritten und hatte sich, ganz in Schwarz gewandet, mit dem ersten Ton in der Halle installiert.

Jene Stimme, scheinbar harmlos und meist mit Hall unterlegt, war denn auch der Star des Abends. Sparsam instrumentiert, nur mit kleinen Melodiefragmenten ausgeschmückt, lassen die Stücke Sades Stimme die grösstmögliche Entfaltungsmöglichkeit. An ihrem Konzert in Zürich, an dem neben der vierköpfigen Kernband vier weitere Musiker um die Hervorhebung ihrer Stimme besorgt waren, präsentierte sie ihr einzigartiges Timbre in verschiedenen Kontexten: Von der klassischen Ballade über den Softpop bis hin zu modernen elektronischen, von harter Rockgitarre aufgebrochenen Klängen war fast alles dabei. Am schönsten vielleicht die Inszenierung von «Smooth Operator»: Eingefasst in ein nur sanft angedeutetes Grossstadtszenario, tauchte die Band ihren mit Latin-Elementen aufgeladenen Klassiker ins Licht der Dreissigerjahre.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.05.2011, 07:59 Uhr

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19 Kommentare

This Lüscher

17.05.2011, 09:41 Uhr
Melden 53 Empfehlung

Wer wegen 17 Minuten Verspätung pfeift, sollte nicht an ein Konzert gehen und wer mit diesen 17 Minuten einen Artikel im Kulturteil beginnt, sollte nicht in der Zeitung schreiben. Antworten


Sabine Fischer

17.05.2011, 09:08 Uhr
Melden 12 Empfehlung

"Your love is King" Grossartige Sade! Danke für das unvergessliche Konzert, es war, als seien keine 17 Jahre vergangen seit dem letzten Mal in Zürich, sondern nur eine Sekunde der Ewigkeit. Antworten




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