Kultur
Munteres Rätselraten für Bob-Dylan-Fans in Basel
Aktualisiert am 15.04.2009 9 Kommentare
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Wie bereits Legende - Dylan verzichtete auch am Dienstagabend in der nicht ganz ausverkauften St. Jakobshalle auf Show oder grosse Gesten, angesagt wurden nur gerade die Musiker. Zumeist über sein Keyboard gebeugt, auf die Gitarristen fixiert, liess er seine 18 Songs für sich sprechen, auf äusserst eigenwillige, ja sperrige Art - statt "Belcanto" eher harter Rock.
Das Programm begann mit "Cat's In The Well" (1990). Seine fünf Musiker, in schwarzen Anzügen und wie der Chef mit breitkrempigen Hüten, spielten zumeist hart und stampfend. Dann und wann eine Spur weicher mit Kontrabass, Geige und der Mundharmonika des Meisters. So etwa im Song "Visions of Johanna" aus dem 66er Album "Blonde on Blonde".
Bis auf die Zugaben - "All Along the Watchtower" (1968), "Spirit on The Water" (2006) und "Blowin' in the Wind" (1963) - ist bei der aktuellen Tour Überraschung angesagt, eine "Set List" wie sie andere Popstar jeweils runterspielen, kennen "Bob Dylan and his Band" nicht.
Antikriegshymnen
Munter wechselt der Musiker die Songs aus, dann und wann kommen gar echte Raritäten zum Zuge. So spielte Dylan in Basel den Anti-Kriegssong "John Brown", eine Ballade über den Sohn, auf den die Mutter stolz war, als er in den Krieg zog und den blinden Krüppel, der zurückkehrt und von der Sinnlosigkeit des Krieges spricht.
Und dann folgte anklagend "Masters of War", ebenfalls ein Song aus dem Jahr 1963, einer Zeit in der sich die USA mehr und mehr militärisch in Vietnam engagierten. Es war, als ob der Protestsänger aus den 60ern nun auch die Sinnlosigkeit der Kriege in Afghanistan oder Irak anprangern wollte.
Die sonore Stimme des Jünglings aber, der damals im Greenwich Village in New York seine Lieder mit akustischer Gitarre begleitet hatte, sind längst Geschichte. Heute tönen die Dylan-Songs wie "Subterranean Homesick Blues" oder das auch in Basel gespielte "Highway 61 Revisited" (1965), monoton auf ein paar Noten beschränkt, im Staccato-Gesang, nun aber mit eher krächzender Stimme.
Wiedererkennung wurde zum munteren Rätselraten
Die genialen Texte des Poeten blieben in der St. Jakobshalle oft im Hall und den lauten Gitarren verborgen, die elegischen Melodien schimmerten nur dann und wann als Melodie-Skizzen durch.
Das Wiedererkennen der Songs wurde so zum munteren Rätselraten. Erst wenn man im lärmigen Ambiente eine Zitat aufgeschnappt hatte, konnte man auf den Song schliessen - ausser man gehörte zu den bestandenen "Dylanologen".
Mit der Erinnerung und der bereits 20 Minuten nach Konzertschluss auf dem Internet verfügbaren Song-Liste konnte man das eine oder andere Rätsel anschliessend lösen.
Die Graumelierten
Der Poet hatte mit seinen Liedern laut Bill Clinton "wahrscheinlich mehr Einfluss auf die Menschen meiner Generation als jeder andere Künstler". Die Mehrheit des Publikums in Basel gehörte denn auch zu den "Graumelierten", für die Dylan den Soundtrack des Lebens komponiert hatte. Nach zwei Stunden feierten sie den bald 68- Jährigen mit Standing Ovations. (amu/sda)
Erstellt: 15.04.2009, 14:38 Uhr
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9 Kommentare
Ich war gestern Abend in diesem eindrucksvollen Konzert. Wir alle kennen Bob Dylan und seine Band und wissen, dass er ein genialer Songschreiber ist. Aber das ganze Konzert wurde mir sehr durch die absolut schlechte Soundqualität und viel zu hohe Lautstärke/Clipping verleidet - eine Bitte an das Management der Jakobshalle: bitte eine gute Anlage und Leute, die was vom Sound verstehen !!! Antworten
Ich war auch am Konzert und kann nur bestätigen, dass die Soundqualität einfach schrecklich war! Dylan musste regelrecht gegen seine eigene zu laute Stimme ankämpfen und alles dröhnte. Dylan und das Publikum taten mir einfach leid! Ich war letztes Jahr bei einem Neil Diamond-Konzert in der Köln-Arena und das war der Sound absolut perfekt. Antworten








