Kultur

Santana zelebrierte die laute Umarmung

Von Benedetto Vigne. Aktualisiert am 11.10.2010 8 Kommentare

Viele alte Klassiker spielten Carlos Santana und seine Band am Samstag im Hallenstadion Zürich.

Hat mit seiner «Universal Tone Tour» am Wochenende auch in Zürich Halt gemacht: Carlos Santana, hier in der «Königs Pilsener Arena» in Oberhausen in Deutschland (07.10.10).

Hat mit seiner «Universal Tone Tour» am Wochenende auch in Zürich Halt gemacht: Carlos Santana, hier in der «Königs Pilsener Arena» in Oberhausen in Deutschland (07.10.10).
Bild: Keystone

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«Oye como va» und «Smoke on the Water». Es ist nicht grundsätzlich so, dass sich die beiden Evergreens nicht vertragen würden – Señor Coconut hat die gemeinsame Schnittstelle sogar vorgemacht. Aber die Art, wie Carlos Santana und seine Band die Hits praktisch unbehandelt nahtlos ineinander übergehen lassen, auf der einen Seite den luftigen, rhythmisch verschachtelten Cha-Cha-Cha und auf der andern das gradlinige, krachende Hardrockstück, das wirkt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge beziehungsweise aufs Ohr.

Zum Glück beschränkt der amerikanische Star-Gitarrist die Remakes der entlehnten klassischen Haurucksongs – das Programm seines aktuellen Albums «Guitar Heaven» – auf drei und baut das Konzert vornehmlich um eigene alte Klassiker herum, «Europa», «Jingo», «Evil Ways».

Mal lieblos, mal zaubernd

Und dennoch: Es scheint, als ob die Philosophie der härteren Schule auf das gesamte Repertoire abgefärbt hätte. Vieles an diesem Samstagabend im Hallenstadion kommt etwas überlärmig und lieblos daher, lawinenartig losgelassen von der elfköpfigen Truppe, inklusive dreier Schlagwerke. Hingegen ist es durchaus reizvoll, wie Santanas Band verschiedene Themen Medley-artig ineinander verwebt, in den langen Improvisationen locker Melodien zitiert – der Bassist zaubert einmal, wohl zum Gedenken an John Lennons Geburtstag, das unvergessliche «Imagine» aus den Saiten. Aber manchmal verkommen die Einlagen auch zu unmotivierten Demonstrationen, wie etwa der kurze Gastauftritt von Santanas neuer Gattin Cindy Blackman am Schlagzeug. Es ist so, als möchte der 63-jährige Carlos, auf seiner Gitarre redselig wie eh, die Musik der ganzen Welt umarmen.

Und damit symbolisch auch die Werte der guten alten Woodstock-Zeiten erneuern, «Love, Peace & Happiness». Mit der Gefahr eben, dass der Auftritt allzu laut und geschwätzig wird. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.10.2010, 06:13 Uhr

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8 Kommentare

Martin Catelli

13.10.2010, 17:42 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Ich kann mich den bisherigen Kommentaren nur anschliessen: Habe in den letzten 30 Jahren selten ein so schlechtes Konzert besucht: Uninspirierte Musiker und ein grottenschlechter Sound. Nach den Kritiken zu Santana's jüngster Platte hätte man zwar gewarnt sein sollen, aber das rechtfertigt einen solch miesen Sound in keiner Weise. Offenbar fand vor dem Konzert kein Soundcheck statt! Antworten


Katalin Bör

11.10.2010, 11:21 Uhr
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Sitze ich im falschen Konzert? Die Musik befremdet, die Teilnahmslosigkeit der Künstler beleidigt und die wahnsinnig schlechte Akkustik verärgert mich. Auch nach dem dritten Lied kommt keine Stimmung auf. Zu Hause beim CD hören hätte ich mehr Stimmung gehabt, wäre günstiger gewesen und hätte nicht das Gefühl gehabt, dass ich Zuschauer bin beim Eigenunterhaltung der Band. Big Brother lässt grüssen! Antworten




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